Aus dem Gemeindebrief 02/07
und die Erwiderung von Ulrich W. Sahm
Im Gemeindebrief der Jerusalemer Erlöserkirche 02/07 hat Propst Dr. Uwe
Gräbe eine ausführliche Beschreibung der Israel-Reise des EKD-Rats
veröffentlicht.
http://www.avzentrum.de/pdf/gemeindebrief_juni_august_2007_klein.pdf
Nachfolgend haben wir jene 2,5 Seiten herauskopiert, die einem gewissen
Israel-Korrespondenten gewidmet waren, dessen Name nicht ausdrücklich erwähnt
worden ist.
In den Originaltext des Dr. Uwe Gräbe, der über "palästinensische
Befreiungstheologie" promoviert hat, erlauben wir uns, einige Kommentare
einzufügen. Da keines der EKD-Mitglieder (Bischof Huber, Friedrich,
Pressesprecher Vetter oder Propst Gräbe) es jemals für nötig gehalten hat,
trotz Anfragen zwecks Aufklärung zurückzurufen oder Emails zu beantworten,
sehen wir uns auch nicht genötigt, die besagten Personen erneut zu befragen,
ehe wir hier unsere Kommentare einfügen.
Wir sind getrost, dass der Propst noch niemandem den Kopf abgeschlagen habe,
nach seinen eigenen Angaben, und fühlen uns deshalb ermuntert, ihm auf diesem
Weg eine sachliche Antwort zu seinen teilweise ungeprüften und unseriösen
Behauptungen zu übersenden und sind zuversichtlich, dass ihn diese Antwort per
Internet erreichen wird.
Unsere Kommentare sind rot gekennzeichnet.
"Das Presseecho zu dieser Reise war überwältigend positiv. Dabei ist
es bei einem solchen Großprojekt immer wieder notwendig, die Teilnehmer wie
auch die mitreisende Presse mit Informationen zu versorgen. Und zuweilen ergeben
sich dadurch auch Anekdoten am Rande, wie etwa im Umfeld einer Pressekonferenz
am 12. April geschehen: Für diese Pressekonferenz galt es, unter hohem
Zeitdruck eine Pressemappe zusammenzustellen. Dies geschah in rascher
E-Mail-Korrespondenz zwischen dem Kirchenamt in Hannover und dem Büro des
Propstes in Jerusalem, völlig ohne Konsultation mit irgendwelchen Partnern. Ein
deutscher Mitarbeiter der Propstei hatte bereits vor vielen Monaten vor
kirchlichen Gruppen in Deutschland einen Vortrag über seinen Arbeitsplatz in
Jerusalem gehalten. Dazu hatte er auch einer Power-Point-Präsentation erstellt,
an die sich nun ein Mitarbeiter des Kirchenamtes in Hannover erinnerte: Die sei
doch ganz schön, und darum möge sie der Mitarbeiter der Propstei für die
Mappe zur Pressekonferenz bitteschön noch einmal ausdrucken.
Gräbe irrt. Die Power-Point Präsentation kann aus
einem ganz einfachen Grund nicht von einem "deutschen" Mitarbeiter der
Propstei stammen. Darin enthaltene Schreib- und Formulierungsfehler können nur
von einem Araber stammen. Auf Anfrage an ulrich@sahm.com
bin ich gerne bereit, eine Kopie der Texte zu verschicken und die
"Fehler" zu erklären.
Nun haben sowohl Power-Point-Präsentationen als auch Pressekonferenzen die
Eigenart, dass sich gedruckte Unterlagen und gesprochenes Wort dabei in der
Regel ergänzen.
Richtig Herr Dr. Gräbe. Da Sie sich nicht einmal die
geringste Mühe machen, zu recherchieren oder nachzufagen, können Sie
natürlich auch nicht wissen, dass ich genau 15 Minuten nach der Pressekonferenz
das besagte "gesagte Wort" als Mitschnitt zur Verfügung hatte und bis
heute in meinem Computer speichere.
So enthielt diese Präsentation eine große Anzahl spärlich oder gar nicht
beschrifteter Bilder. Gleich zu Anfang fanden sich z.B. drei Landkarten: eine
von Israel und den palästinensischen Gebieten, eine zweite von Jerusalem und
eine dritte vom Christlichen Viertel der Altstadt. Keine dieser Karten war mit
einer Bezeichnung des dargestellten Objektes beschriftet: In die Karte des
christlichen Viertes waren lediglich die verschiedenen Kirchen eingezeichnet, in
die Jerusalemkarte die unterschiedlichen jüdischen Stadtviertel (die arabischen
waren leider namentlich nicht aufgeführt!), und in die Israelkarte eben die
Namen der größeren Städte sowie einiger Nachbarländer und –regionen.
Etwaige weitere Beschriftungen oder Titel der Karten (wie „Christliches
Viertel“, „Jerusalem“ und „Israel“) waren beim Kopieren der Dokumente
aus dem Internet wohl abgeschnitten worden. Auch Fotos aus dem Gästehaus des
Propstes trugen in dieser Mappe keine Herkunftsbezeichnung oder sonstige
Beschriftung.
Nun wollte ein Jerusalemer Pressevertreter, der auf der Pressekonferenz gar
nicht anwesend war und der den Zusammenhang von gedrucktem und gesprochenem Wort
somit leider nicht wahrnehmen konnte, wohl besonders schlau sein. Auf der
Israelkarte aus der Pressemappe, so fiel ihm treffsicher auf, fehle die
Bezeichnung „Israel“. Und so verfasste er flugs einen Bericht, der kurz
darauf unter dem Titel „Für die EKD existiert Israel nicht“ erschien.
Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Seelsorger und Propst und
Dr. und Kirchenführer und vor Allem Christ, der laut Zehn Geboten nicht lügt
und keine üble Nachsage verbreitet, habe ich, nachdem ich mir die gasammte
Pressekonferenz im Wortlauf angehört habe, die Pressemappe gesehen habe und
dann noch über einen Kollegen von mir von Herrn EKD Pressesprecher Christoph
Vetter eine Erklärung habe einholen lassen, festgestellt, dass der Name
"Israel", so Vetter, "beim Fotokopieren aus der Karte
herausgefallen sei". Hätte Herr Vetter in Kenntnis dieser Karte ein
"Versehen", einen "Irrtum" oder eine "Panne"
eingestanden, wäre dieser schlaue Korrespondent kaum auf die Idee gekommen,
"flugs" einen entsprechenden Bericht zu schreiben.
Es kam zu einer Richtigstellung des Sachverhaltes durch den
EKD-Pressesprecher.
Richtig. Herr Vetter hatte erst von n.-tv gefordert , meinen Bericht löschen zu lassen, was klassische Pressezensur ist.
Nachdem Herr Vetter seinen persönlichen Beschwerdebrief an die Chefredakteure
von n-tv im fast identischen Wortlaut auch anderweitig verbreitet hatte
(was mir sofort zugetragen wurde, die Welt ist schließlich klein) und nachdem
Herr Vetter sich mehrere Stunden lang (bis heute) nicht an seine
Abmachung mit n-tv gehalten hat, mich zu einem "klärenden Gespräch"
anzurufen, sah ich keinen Grund mehr, die ziemlich peinliche
"Richtigstellung" von Herrn Vetter mitsamt ziemlich übler Polemik
gegenüber einem angesehenen deutschen Fernsehsender nun wiederum
veröffentlichen zu lassen, mitsamt meiner Originalstory und natürlich
einem zusätzlichen klärenden Kommentar meinerseits.
Der Pressesprecher hat zudem bis heute nicht
aufgeklärt, woher denn die umstrittene Landkarte stammt. Seine Behauptung
gegenüber verschiedenen Leuten (Kopien der Emails liegen mir vor), sie stamme von einer israelischen Homepage,
ist nachweislich falsch. Die von Vetter angegebene Karte entspricht nicht der
Karte in der Pressemappe. Da verbreitet Herr Vetter von der EKD eine offene
Lüge, die sich ganz einfach, durch einen kurzen Blick auf die beiden Karten
entlarven läßt.
Dabei hätte es der besagte Israelkorrespondent eigentlich bewenden lassen
können. Doch er musste noch einmal nachlegen. So schreibt er (die Aussage
geistert mittlerweile an unzähligen Stellen durch das Internet):
„Wie aus Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter keinen
Umständen beim Namen genannt werden wollten, stellt sich heraus, dass die Mappe
mit der Landkarte nach langen Beratungen in Jerusalem zusammengestellt worden
war. Dabei bestanden die palästinensischen Repräsentanten, darunter Bischof
Mounib Jounan, darauf, eine Landkarte ohne die Erwähnung ‚Israel’ zu
verwenden. Die deutschen Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So
erweist sich, dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen
Partner bereit war, ‚Israel von der Landkarte zu löschen’.“
Dazu stehe ich und kann es eidesstattlich vor Gericht
bestätigen, vorausgesetzt, dass das Gericht mir ermöglicht, meine
journalistischen Quellen nicht preiszugeben.
An anderer Stelle bringt der Korrespondent diese „symbolische“ Löschung
Israels von der Landkarte in Zusammenhang mit den Worten „des Präsidenten
Ahmadinidschad oder gewisser Hamas-Sprecher“ und stellt zu den erwähnten
geheimnisvollen „Kirchenkreisen“ fest: „Doch können wir unsere Quellen
nicht preisgeben. Es könnte jenen Gemeindemitgliedern der Erlöserkirche den
Kopf kosten, denen es darum geht, dass die Wahrheit ans Licht kommt.“
siehe oben
Ob es sich dabei wohl um die selben „Gemeindemitglieder“ handelt, die
eben diesen Korrespondenten anlässlich meiner Einführung vor einem Jahr zu der
Bemerkung veranlasst haben: „’Gräbe wird wohl der letzte deutsche Propst
in Jerusalem sein, ehe alles den Palästinensern übergeben wird’, klagte
am Montag ein deutsches Gemeindemitglied.“ -?
Tja, lieber Herr Propst und Oberhaupt der
Erlöserkirche. Offenbar können Sie nicht zwischen einem Zitat und einer
Anmerkung des Korrespondenten unterscheiden. Wenn ich das nicht gehört hätte,
hätte ich das nicht geschrieben. Sie haben wohl nicht zufällig ein anderes
Zitat aus dem gleichen Bericht unterschlagen, wo es um das Fehlen von
hochrangigen Kirchenvertretern bei Ihrer Einführung ging. Da hatte ich den
Bischof Koppe befragt und der antwortete mir. "Das ist mir auch
aufgefallen". Da ich vom gleichen Bischof Koppe beauftrag worden war, die
Einführung Ihres Vorgängers zu filmen, und Ihre Einführung fotografiert habe,
kann ich Ihnen mit Bildern sogar beweisen, dass sich da etwas spürbar gewandelt
hat.
Und was Ihr verehrter Bischof Younan mit Ihnen treibt, wollen
Sie vielleicht nicht wahrnehmen. Wie in stalinistischen Zeiten sind Sie bei ihm wohl
nicht ganz zufällig "aus dem Bild gefallen". Sorry für Sie,
Herr Gräbe, aber es ist wohl kein reiner Zufall, dass Mr. Younan die von ihm
verwendeten und veröffentlichten Bilder so auswählt oder beschneidet, dass Sie
da von der Bildfläche verschwinden. Noch besser könnte der Kommentar eines
Gemeindemitglieds nicht verdeutlicht werden, wenngleich mit einem Jahr
Verspätung:
http://www.holyland-lutherans.org/news07.html
ELCJHL
and EKD Sign Historic Agreement

Bishop
Dr. Munib Younan of the ELCJHL (middle right) and Presiding Bishop Dr. Wolfgang
Huber of the Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) (right) signed an historic
agreement at a festival worship service in April that clarified their
partnership and working relationships. Bishop Munib Younan said the agreement
has been in process for 2 years, and is a step forward in "the spirit of
accompaniment."
"Our
relationship with the German church has always been good. We are the
outcome of a German mission. This puts us on a road where the focus should
be: working together for justice, reconciliation and the continuity of the
local church," said Bishop Younan.
The
festive occasion was held on the Mt. of Olives at the Augusta Victoria Ascension
Church, which also celebrated the 100th Anniversary of the laying of the
cornerstone, as well as the 60th Anniversary of the Lutheran World
Federation. LWF General Secretary Rev. Dr. Ishmael Noko (middle
left), ELCJHL Redeemer's Pastor Ibrahim Azar (left) and Propst Uwe Grabe (not
pictured) were official witnesses.
Warum sind Sie wohl "not pictured", obgleich
Sie direkt daneben standen? Zufall? Oder fürsorgliche Absicht, Sie nicht mehr
im Blickfeld zu haben, obgleich Sie doch eigentlich sogar laut Vertrag im Grunde
sein Vorgesetzter sind?????
Sie mögen, ebenso wie der besagte Israelkorrespondent, getröstet sein:
Bislang hat noch kein Propst irgendwem den Kopf abgeschlagen – schon gar nicht
für das Verbreiten von allzu offenkundigem Unfug.
Einen "Kopf abschlagen" (Sie scheinen ein
ziemlich aggressiver Geist zu sein, wenn Sie auf solche Formulierungen
zurückgreifen) kann man heutzutage auch durch Veröffentlichungen. Ich fürchte
nur, dass Sie Unfug verbreiten, denn ich kann dank sorgfältiger Recherche alles
belegen, was ich da geschrieben habe.
Übrigens: In dem Vertrag, der zwischen der EKD und der ELCJHL unterzeichnet
wurde, heißt es unter anderem: „Die Evangelische Jerusalem Stiftung, die
Kaiserin Auguste Victoria Stiftung und das Deutsche Evangelische Institut für
Altertumswissenschaft des Heiligen Landes sind nach deutschem Recht errichtete
Stiftungen, deren Grundvermögen nicht übertragbar ist. Der Vertreter der EKD
und ihrer Stiftungen ist der Propst. (…)
Ja ja, und Bischof Younan zensiert sie sogar aus dem
Bild des feierlichen Ereignisses heraus. Peinlich, peinlich. Und bei der
Unterzeichnung sind Sie nur der letzte "Zeuge", nicht einmal der
gleichberechtigte Partner neben Younan.
Die Eigentumsrechte der Evangelischen Jerusalem Stiftung in Bezug auf
Grundstücke und Gebäuden von Propstei und Erlöserkirche werden in Jerusalem
durch den Propst wahrgenommen.“ Und: „Die Amtsführung des Bischofs
und des Propstes erfolgt jeweils in eigener Struktur und Autorität gemäß den
Ordnungen ihrer jeweiligen Kirchenorganisation. Bischof und Propst üben ihr
jeweiliges Amt unabhängig voneinander aus, auch wenn sie, wo immer möglich,
zusammenarbeiten.“ Den vollständigen Vertragstext können Sie gerne per
E-Mail (propstei@redeemer-jerusalem.com) von unserem Gemeindebüro anfordern.
UWE GRÄBE"
Keine Sorge, Der komplette Vertragstext steht längst
auf meiner Homepage, einsehbar für jeden, der auch die anderen Details dieser
Geschichte nachlesen möchte.
http://www.usahm.de/Dokumente/ekd.htm
Und wer mehr über diesen Herr Propst Dr. Uwe Gräbe erfahren möchte, kann
sich anhand seiner persönlichen Homepage bereichern: http://graebe.homepage.t-online.de/uwe/index.html
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