Home | PolitikVorträge | Artikel | Persönliches | Vom Brot Allein | Vardaphoto | Rezepte | Andre Brutmann | Kontakt

Die EKD Saga im Heiligen Land

Neu: Gemeindebrief 02/07, Propst Gräbes  Bericht und Sahms Kommentar

Die EKD Saga im Heiligen Land   1

Das Vorspiel 4

28.3. Brief von Vetter an Sahm   4

24.3. Brief von Sahm an Bischof Johannes Friedrich  4

31.3. Die überraschende Antwort kam von Propst Gräbe  5  

Der erste Akt: Pontius Pilatus   6

Leitartikel der EKD zu Gründonnerstag  6

Keiner kann die Hände in Unschuld waschen  6

4.4. Sahm – Die EKD kann die Hände nicht in Unschuld waschen  6

10.4. Artikel von Sahm in der Hannoverschen Allgemeine  8 

Von Pater R. an Sahm   9

9.4. Eussner an B. 9

10.4. Blog Wolfgang im Interpretationswahn  9

9.4. B. an die EKD   11

9.4. Mitteilung eines Bekannten  12

10.4. Pastor A. an Stegemann  12

10.4. Ekkehard Stegemann an die EKD   12

10.4. Elvira Grözinger  13

10.4. Von Ekkehard Stegemann an Sahm   13

10.4. Brief von Hans Maaß an EKD   13

10.4. Eussner über Leitartikel der EKD   14

10.4. Brief von M. an Sahm   18

10.4. Antwort Sahm   18

11.4. Bericht von Idea über Sahm   18

Israel-Experte sorgt sich um Haltung der EKD zu Israel 18

11.4. Leserbrief an n-tv  19

Antwort Sahm   19

11.4. R. an Sahm   19

11.4. Sahm an R. 19

10.4. KNA über gelöschten Text 20

12.4. Rabbiner David Rosen an Sahm   20

12.4. Huber entschuldigt sich bei David Rosen  20

Betreff: Re: haGalil NL - Zur Reise der EKD-Bischöfe ins Heilige Land  21

Katholisches Intermezzo   22

12.4. Nuntius droht mit Absage bei Yad Vaschem Zeremonie  22

Englischer Wortlaut der Papst Pius Tafel in Yad Vaschem   22

15.04. Israel: Nuntius will doch an Holocaust-Gedenkfeier teilnehmen  23

Der zweite Akt: Die Landkarte   24

12.4. Sahm – Für die EKD existiert Israel nicht 24

12.4. Hagalil Was ein Zufall, dieses Missgeschick.. 24

12.4. EKD zensiert n-tv  24

Brief von Oberkirchenrat Christof Vetter an die n-tv Chefredaktion  24

12.4. Brief von n-tv CvD an Sahm und Kollegen  25

12.4. Antwort von Sahm an CvD   25

12.4. CvD an Sahm   26

12.4. Sahm an CvD   26

12.4. CvD an Sahm   27

12.4. Sahm an CvD   27

12.4. CvD an Redaktion von n-tv online  27

13.4. Neue Version bei n-tv  27

Israel aus der Karte gefallen Die EKD bedauert   27

14.4. Brief von B. an Vetter:  Lapsus oder Absicht?  29

14.4. Brief von R. An Honestly Concerned  29

14.4. Antwort von Sahm an R. 29

19.4. Brief von Vetter an G. 30

14.4. Meine Erklärungen dazu an G. 30

Hubers Predigt beim Festgottesdienst   32

15.4. Predigt Jerusalem   Ton der Dankbarkeit und Freude  32

15.5. Rundbrief an Freunde, 33

16.4. Ein Blog zu „Hubers Vetter“  34

"Nur durch die Wahrheit wird aus Erinnerung Orientierung!"  34

16.4. Vetter entlarvt (falsche) Quelle zur Karte  35

16.4. Briefwechsel  R. und  Christof Vetter Betreff: Landkarte ohne Israel 37

Landkarten und kein Ende  38

Kartenvergleich  39

16.4. Briefwechsel Vetter und B. : Weder Lapsus noch Absicht 39

19.4. Pastor A. der Israel gut kennt an Sahm   40

Landkarte entstand in Jerusalem   40

13.4. Weiter Brief von B. an Sahm   41

Sahm an Verschiedene  41

16.4. Sahm an Vetter  41

11.4. Erster Bericht über den Vertrag  44

Dritter Akt: Der Abschied und die Pressekonferenzen in Deutschland   45

19.4. Gudrun Eussner  45

19.4. Entfremdung zwischen Israel und Palästina gewachsen  45

19.4. Telefonische Anfrage bei dem Direktor von Talitha Kumi,. 45

Karikatur: Ora et Describere  47

Anhang   48

4.4. Reiseprogramm der EKD und Presseeinladung  48

Vorläufiger Programmablauf zur Ratsreise Israel 2007  49

11.4. Pressemitteilung 76/2007  53

10.4. Vertrag der EKD mit der ELCJHL   55

Persönlicher Brief von Sahm an Bischof Friedrich  61

Das Vorspiel

28.3. Brief von Vetter an Sahm

Lieber Herr Sahm,

Ja, Sie haben richtige Informationen, dass der Rat ins Heilige Land reist. Die Reiseunterlagen werde ich voraussichtlich am kommenden Samstag verschicken, wenn der Rat abschließend beraten hat.

Mit freundlichen Grüßen

Christof Vetter
 

24.3. Brief von Sahm an Bischof Johannes Friedrich

Lieber Bischof Friedrich,

Aus verschiedenen Quellen habe ich erfahren, dass die evangelischen Bischöfe demnächst ins Heilige Land reisen. Ich wäre dankbar, deren Reiseprogramm zu erhalten, und sei es, in einer noch unfertigen Version, um meine Berichterstattung über diesen Besuch vorbereiten zu können (Termine freizuhalten).

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie auf einen Fehler im Gemeindebrief der Erlöserkirche aufmerksam machen. Da heißt es, dass Frau Gabi Fröhlich „die neue Korrespondentin der KNA in Jerusalem“ sei. Zu Ihrer Information: Ich bin weiterhin der Korrespondent der KNA hier, während Frau Fröhlich zusätzlich geschickt worden ist, sich intensiver um christliche „Interna“ zu kümmern.
Ebenso steht da im Vorspann, dass „erstmals“ Berichte der KNA im Gemeindebrief abgedruckt würden. Dieses ist faktisch falsch! Seinerzeit hatte auch ich meine Berichte dort zum Abdruck überlassen. Ich bitte freundlich darum, diese beiden falschen Angaben in der nächsten Ausgabe zu korrigieren.
Ich wende mich an Sie, da Herr Gräbe mich zwar grüßt, wenn wir uns zufällig begegnen. Aber bislang machte er keine Anstalten, sich mit mir in ein Gespräch einzulassen, indem er erst einmal fragt, ob ich denn „wieder eine Kamera dabei“ hätte. Propst Gräbe scheint bis heute zu glauben, dass ich damals, bei dem Ihnen wohlbekannten Zwischenfall, die Absicht hatte, ihm eine „journalistische Falle“ stellen oder ihm schaden wollte. Wie Sie wissen, habe ich die Fotos nicht veröffentlicht und mich an mein Versprechen an Sie und an Gräbe gehalten.
Und wenn dieser gewisse Herr Vanunu ohnehin bis heute regelmäßig in den Räumen der Erlöserkirche auftaucht, scheint dessen Anwesenheit dem Propst Gräbe offenbar nicht zu schaden. Zudem, wie ich Ihnen damals schon erklärte, gibt es für Herrn Vanunu per Gerichtsbeschluss nur ein Verbot, mit Journalisten zu reden. Es hat deshalb überhaupt keinen journalistischen Nachrichtenwert, ein Foto von Gräbe zusammen mit Vanunu zu veröffentlichen.

Bei so viel Misstrauen von Seiten des Propstes Gräbe halte ich es für sinnlos, ihm die Fehler im Gemeindebrief direkt mitzuteilen und um Korrektur zu bitten.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich W. Sahm

31.3. Die überraschende Antwort kam von Propst Gräbe

From: Propst Gräbe

Sent: Samstag, 31. März 2007 17:34
To: ulrich@sahm.com
Cc: Friedrich, Johannes, Bischof; Vetter, Christof; Coenen-Marx, Cornelia (dienstl.)
Subject: Re: WG: An Bischof Dr. Johannes Friedrich

Sehr geehrter Herr Sahm,
herzlichen Dank für Ihre Nachricht an Bischof Friedrich.
Die Presseunterlagen werden Sie, wie Ihnen schon mitgeteilt wurde,
direkt vom Kirchenamt erhalten, sobald diese finalisiert sind. Dies wird
gleichzeitig mit der Information an alle örtlichen und internationalen
Korrespondenten geschehen.
Ich bitte Sie freundlich darum, den inkriminierten Satz im
Gemeindebrief/Stiftungsjournal noch einmal genau nachzulesen. Dort steht nicht, wie Sie behaupten, dass Frau Gabi Fröhlich "die neue
Korrespondentin der KNA in Jerusalem" sei. Vielmehr ist dort zu lesen:
"Gabi Fröhlich ist neue Korrespondentin der KNA in Jerusalem und dem
Heiligen Land." - Ohne bestimmten Artikel. Ihr Status als DER
KNA-Korrespondent hier vor Ort wurde also von uns niemals in Frage
gestellt. Es wäre gewiss hilfreich, wenn Sie in solchen Fällen korrekt
zitieren würden.
Freilich ist das "erstmals" präzisierungsbedürftig. Es hätte natürlich
heißen müssen: "erstmals seit .... Jahren wieder". Wenn Sie mir
mitteilen, bis wann Sie Ihre Beiträge im Gemeindebrief veröffentlicht
haben, dann werde ich diesen unverzeihlichen Fehler in der nächsten
Ausgabe gerne korrigieren und darauf hinweisen, dass Sie uns
dankenswerter Weise darauf aufmerksam gemacht haben.
Sie auch weiter freundlich grüßend verbleibe ich,
Ihr
Uwe Gräbe

Der erste Akt: Pontius Pilatus

Leitartikel der EKD zu Gründonnerstag

Keiner kann die Hände in Unschuld waschen

"Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben" – so sprechen Christen, wenn sie ihren Glauben bekennen. "Gelitten unter Pontius Pilatus", das heißt zuerst einmal, dass Jesus in der Zeit gelitten hat, in der Pilatus Statthalter in Jerusalem war. Das datiert die Passionsgeschichte Jesu in der Weltgeschichte, so wie auch die Geburtsgeschichte mit der Steuerschätzung des Augustus eine genaue historische Anbindung hat.

Aber signalisiert die Erwähnung auch eine Verantwortung des Statthalters von Jerusalem? In all der Zeit danach, als die Glaubensmütter und Glaubensväter mit dieser grausamen Geschichte umgehen mussten, brauchten auch diejenigen, denen sie den Stempel "schuldig" aufdrucken konnten: Judas, der ihn verraten hat – Pilatus, der ihn nicht dem Volkszorn entzogen hat – die Juden, die seine Kreuzigung gefordert haben. Doch mit Schuldsprüchen sollte es sich niemand zu einfach machen.

Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den Besatzungstruppen ins Land gekommen ist. Der Kaiser im unendlich fernen Rom hatte ihn zum Statthalter eingesetzt. Statthalter gab es in vielen von den Römern besetzten Gebieten – aber in Jerusalem war dieser Job kein Zuckerschlecken. Das Leben der Juden, ihr Glauben, ihre Gebote, nach denen sie ihr Leben ausrichteten, waren und blieben den Römern fremd. Manche Juden kollaborierten mit den Besatzern, andere blieben in einem unbeugsamen, da religiös begründeten Widerstand, doch Normalität kehrte nicht ein. Jedem Römer musste diese besondere und andere Welt fremd bleiben.

Und jetzt auch noch dies: Der höchste Feiertag der Juden stand an und die Hohepriester, die von der Besatzungsmacht zugelassene religiöse Selbstverwaltung der Juden, brachten Pilatus einen dieser Wanderprediger. Er soll ihn hinrichten lassen, so der Wunsch der Glaubenshüter. Pilatus hatte wohl geahnt, in welches Schlamassel er so wenige Stunden vor dem Passahfest gerät. Und er wusste sich nicht zu helfen – so hat er die Meute entfesselt. Er gab dem Volk die Wahl, wen er zum Passahfest freilassen soll: Barrabas oder Jesus?

Diese Entscheidung hätte er selbst treffen müssen. Doch Pilatus schiebt die Verantwortung von sich. Er muss gewusst haben, welche politische und religiöse Verwicklungen die Entscheidung hervorrufen konnte. Hätte er Jesus frei gelassen, hätte das mit Sicherheit Ärger bedeutet: mit den Hohepriestern und wahrscheinlich auch mit seinen Vorgesetzten. Doch auch, wenn er Jesus verurteilt, konnte er sich nicht sicher sein, wie die Reaktion sein wird.

Pilatus hat sich dem Urteil des aufgewiegelten Volkes gebeugt und, so erzählt Matthäus, sich danach die Hände gewaschen und gesagt: "Ich bin unschuldig an seinem Blut." Er will seine Hände in Unschuld waschen. Nein, so billig kommt er nicht aus seiner Verantwortung davon. Er ahnt doch, dass da ein Unschuldiger sterben wird – und er versucht sich rauszuhalten. Das geht nicht! Es bleibt der grundlegende Irrtum des Pontius Pilatus, dass der, der nichts tut, der sich seiner Verantwortung entledigt, ohne Schuld bleibt.

Keiner weiß, wie die Geschichte ausgegangen wäre, wenn Pilatus aufgestanden wäre und den Unschuldigen vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes bewahrt hätte. Vielleicht verbietet sich dieser Gedanke sogar. Letztendlich war auch Pilatus einer, den es brauchte, Gottes Weg zu gehen. Gottes Wege sind und bleiben unerforschlich. Aber die Hilflosigkeit des Pilatus unterstützt vielleicht, in den richtigen Momenten allen Mut zusammen zu nehmen, auszubrechen aus vorgegebenen Wegen, einen unbequemen Entschluss zu fassen und spontan für einen anderen Menschen einzutreten.

4.4. Sahm – Die EKD kann die Hände nicht in Unschuld waschen

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 4. April 2007

Wenige Tage vor der Abreise des Rates der EKD ins Heilige Land, also der evangelischen Bischöfe Deutschlands, veröffentlicht die Evangelische Kirche Deutschlands auf ihrer Internetseite einen Leitartikel unter dem Titel „Keiner kann die Hände in Unschuld waschen“. Passend zur Karwoche geht der namentlich nicht genannte Autor dem Problem nach, wer letztlich Schuld an der Kreuzigung Jesu sei, der römische Prokurator Pontius Pilatus oder aber „die“ Juden.

Vor einem Monat besuchten die deutschen katholischen Bischöfe Israel und die Palästinensergebiete. Dabei machten sie negative Schlagzeilen, indem der Bischof von Eichstätt aus „persönlicher Betroffenheit“, vor dem israelischen Anti-Terror-Sperrwall stehend (so die offizielle israelische Bezeichnung), die wohlhabende Stadt Ramallah mit einem „Ghetto“ verglich. Während er so das Vorgehen Israels mit der Politik der Nazis gleichgestellte, setzte er die Palästinenser mit den Juden im Warschauer Ghetto gleich (vor ihrem Abtransport in die Gaskammern).

Es wurde erwartet, dass die evangelischen Bischöfe politisch umsichtiger vorgehen würden, um nicht ebenfalls Negativ-Schlagzeilen zu machen. Auch sie werden die Holocaust-Gedenkstätte und die Palästinensergebiete besuchen. Laut Programm ist vorgesehen: „Zwischenstopp am Checkpoint "Rahels Grab", zu Fuß durch den Kontrollpunkt, den täglich diejenigen Palästinenser passieren müssen, die nach Jerusalem wollen.“ Unerwähnt bleibt, dass jüdische Israelis, wegen der Gefahr,  im palästinensischen Gebiet ermordet zu werden,  diesen Checkpoint in die andere Richtung gar nicht passieren dürfen. 

Der Leitartikel auf der Hauptseite der EKD im Internet lässt nichts Gutes ahnen. Pontius Pilatus, der seinen Amtssitz in Caesarea hatte und gleichzeitig oberster Befehlshaber der römischen Truppen in „Judäa“ (wie damals das Land noch hieß) und oberste gerichtliche Instanz im Namen des römischen Kaisers und Weltherrschers war, wird in dem Text der EKD verniedlicht. „Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den Besatzungstruppen ins Land gekommen ist.“ Er wird da auch nur als „Statthalter Jerusalems“ bezeichnet, obgleich er das ganze Land unter sich hatte.

Weiter analysiert die EKD die „Schuldigen“. Neben den Einzelpersonen Judas und Pilatus werden da auch „die Juden“ aufgezählt und später das „aufgehetzte Volk“ oder der „aufgestachelte Zorn des Volkes“. Längst haben Wissenschaftler eruiert, dass im Hof des Pontius Pilatus nicht das ganze Volk der Juden versammelt war und geschrieen hat „kreuzigt ihn“. Es waren bestenfalls ein paar dutzend jüdische Kollaborateure mit der römischen Besatzungsmacht, also Vertreter jener Hohepriester. Sie gehörten wohl nicht zu jenen „unbeugsamen“ Juden, in der christlich-antijüdischen Literatur auch als „halsstarrig“ verunglimpft, die „religiös begründeten Widerstand“ leisteten. Das klingt wie jene, die sich mit einem „Allah u-akbar“ auf den Lippen in der Menge sprengen. Heute nennt man das auch „Missbrauch der Religion für politische Zwecke“.

Bemerkenswert an dieser politisch-theologischen Betrachtung ist die Verwendung des Hebräischen, sehr jüdischen Wortes im mittelalterlichen Jiddisch: „Schlamassel“. Das befürchtete angeblich der römische Prokurator, wenn er nicht dem Wille des „Volkes“ und den „Glaubenshütern“ (Hohepriester) nachgegeben hätte.

Die EKD kommt zwar zum Schluss, dass die Kreuzigung Teil von Gottes unerforschten Wegen sei und dass da der „hilflose“ Pilatus nur benutzt wurde. Pilatus hätte „den Unschuldigen vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes“ bewahren können, sinniert die EKD und macht erneut klar, dass da ein gewisses „zorniges“ Volk die Schuld trage. So stellt die EKD mal wieder fest, dass „die Juden“ pauschal die Gottesmörder sind, eine Sicht, die die katholische Kirche 1965 mit „Nostra Aetate“ unter dem Eindruck des Holocaust abgelegt hat.

ÓUlrich W. Sahm

Dieser Text erschien u.A. bei :

http://www.n-tv.de/788601.html

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/keiner_weiss_wie_die_geschichte_ausgegangen_waere_nicht_einmal_die_ekd/

http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=710

10.4. Artikel von Sahm in der Hannoverschen Allgemeine

Pilgerfahrt mit schwerem Gepäck

Heute reist die EKD nach Israel – sie muss dort mit Kritik an antijüdischen Texten rechnen

Von Ulrich W. Sahm
Jerusalem. Wieder reist eine Gruppe deutscher Kirchenvertreter ins Heilige Land – und wieder droht dabei ein Eklat. Diesmal liegen die Zutaten dafür allerdings schon vor der Abreise bereit: „Keiner kann die Hände in Unschuld waschen“, lautet die Überschrift eines Leitartikels, den die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wenige Tage vor der Abfahrt evangelischer Bischöfe ins Heilige Land auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.
Passend zur Karwoche geht der namentlich nicht genannte Autor dem Problem nach, wer letztlich Schuld an der Kreuzigung Jesu sei, der römische Prokurator Pontius Pilatus oder aber „die Juden“. Vor einem Monat erst hatten die deutschen katholischen Bischöfe Israel und die Palästinensergebiete besucht. Dabei machten sie negative Schlagzeilen, weil der Bischof von Eichstätt aus „persönlicher Betroffenheit“, vor der israelischen Sperranlage zum palästinensischen Westjordanland stehend, die wohlhabende Stadt Ramallah mit einem „Getto“ verglich. Indirekt stellte er damit das Vorgehen Israels, das die Sperranlage offiziell als Anti-Terror-Sperrwall bezeichnet, mit der Politik der Nazis auf eine Stufe und setzte so die Palästinenser mit den Juden gleich, die etwa im Warschauer Getto zusammengepfercht waren, bevor sie in die Gaskammern der Konzentrationslager abtransportiert wurden.
Kein Wunder, dass die Erwartungen ans diplomatische Feingefühl der evangelischen Bischöfe hoch sind – doch nun drohen gleichfalls Negativ-Schlagzeilen. Auch die EKD-Vertreter werden die Holocaust-Gedenkstätte und die Palästinensergebiete besuchen. „Zwischenstopp am Checkpoint ,Rahels Grab‘“, heißt es lapidar im Besuchsprogramm. Zu Fuß soll es durch den Kontrollpunkt gehen, „den täglich diejenigen Palästinenser passieren müssen, die nach Jerusalem wollen“. Unerwähnt bleibt, dass jüdische Israelis, wegen der Gefahr, im palästinensischen Gebiet ermordet zu werden, diesen Checkpoint in die andere Richtung gar nicht passieren dürfen.
Der Leitartikel auf der Internetseite der EKD lässt nichts Gutes ahnen. Pontius Pilatus wird in dem EKD-Text als „Statthalter von Jerusalem“ bezeichnet und verniedlicht: „Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den Besatzungstruppen ins Land gekommen ist.“ Dabei war er mit Amtssitz in Caesarea Präfekt der römischen Provinz Judäa mit eigenem Rechtsstatus im römischen Reich. Pilatus war Mitglied des Ritterordens und keineswegs einfacher „Soldat“, „Legionär“ oder „römischer Offizier“. Zudem waren damals die Römer nicht als Besatzer da, sie betrachteten das Land als römische Provinz.
Detailversessen analysiert der EKD-Text die „Schuldigen“ am Tode Jesu. Neben den Einzelpersonen Judas und Pilatus werden da auch „die Juden“ aufgezählt und später das „aufgehetzte Volk“ oder der „aufgestachelte Zorn des Volkes“. Längst haben Wissenschaftler klargestellt, dass im Hof des Pilatus nicht das ganze Volk der Juden versammelt war und geschrieen hat „kreuzigt ihn“. Es waren einige Dutzend jüdische Kollaborateure mit Vertretern der Hohepriester. Sie gehörten wohl nicht zu jenen „unbeugsamen“ Juden, in der christlich-antijüdischen Literatur auch als „halsstarrig“ verunglimpft, die „religiös begründeten Widerstand“ leisteten. Bemerkenswert an dieser politisch-theologischen Betrachtung ist die Verwendung des hebräischen, sehr jüdischen Wortes im mittelalterlichen Jiddisch: „Schlamassel“. Den befürchtete angeblich der römische Prokurator, wenn er nicht dem Willen des „Volkes“ und den „Glaubenshütern“ der Juden nachgegeben hätte.
Die EKD kommt zwar zum Schluss, dass die Kreuzigung Teil von Gottes unerforschlichen Wegen sei und dass der „hilflose“ Pilatus nur benutzt wurde. Pilatus hätte „den Unschuldigen vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes“ bewahren können, sinniert die EKD und macht klar, dass da ein gewisses „zorniges“ Volk die Schuld trage. Auf diese Weise konstatieren Christen wieder einmal, dass „die Juden“ pauschal die Gottesmörder seien, eine Sicht, die in der katholischen Kirche 1965 mit „Nostra Aetate“ unter dem Eindruck des Holocaust abgelegt wurde.
Evangelische Theologen haben in den vergangenen Tagen bereits gefordert, den antijüdischen Text von der EKD-Internetseite zu verbannen. Aber auch am Vorabend der Abreise der EKD-Delegation unter der Leitung von Bischof Wolfgang Huber war er dort nachzulesen. „Es ist ungeheuerlich, dass so etwas tagelang als evangelische Verlautbarung im Internet steht“, sagt der Weinheimer Pastor Albrecht Lohrbächer, viele Jahre Mitglied der EKD-Kommission Kirche und Judentum. „Solche Texte sind ein ernster Rückschlag für unseren langjährigen Kampf gegen Antijudaismen im Christentum.“

Von Pater R. an Sahm


Lieber Herr Sahm,

m. W. fiel bei Hanke der Ausdruck „ghetto-artig“ bei einer spontanen „Pressekonferenz“ im Caritas-Babyhospital in Bethlehem. Ich war gestern auch dort. Man sieht die Mauer sehr gut von dort aus.
Man spricht uns Deutschen vielerorts ab, überhaupt den Begriff „Ghetto“ zu verwenden. Auch Kindermann fand das dann (oh wie klug!) unklug an den Äußerungen der dt. Bischöfe. Dann sollte man auch nicht vorher nach Yad Vashem fahren. Da bekommt man nämlich bewußt eindrucksvolle Bilder gezeigt Was ich Ihnen gerne zugestehe, ist Ihre feine Empfindlichkeit für Konnotationen, wie Sie sie jetzt bei der EKD wieder entdeckt haben.
Ich habe neulich einen guten Vortrag Avi Primors gehört, der mir interessante Sichtweisen eröffnete. Wer wollte ihm übelnehmen, daß er seine Regierung nicht allzu deutlich kritisierte.
Immerhin: das israelische Touristikministerium wünscht mir (und allen Besuchern) „Frieden“, bevor ich die grau(slich)e Grenze passiere. Ich weiß nur nicht, ob ich bei solchem Zynismus eher weinen oder lachen soll. M. W. haben die Bischöfe einen Kranz in Yad Vashem niedergelegt, oder? Sonst noch? Immerhin in der Halle, in der immer noch nicht in deutscher Sprache gebetet werden darf!
Ihr

P. R.
 

9.4. Eussner an B.

Subject: Re: Ärgerliche Passions-Interpretation

Jeder weiss, dass in der Gegend damals keiner vom "Volk" etwas zu sagen hatte, ob Jude oder sonstwer. Das stoert aber diese Kirchenfuersten nicht, den antisemitischen Kram immer wieder aufzukochen. Vorgestern in France Musique, anlaesslich der Vorstellung einer der Bach-Passionen (weiss nicht mehr, welche): die Juden fordern Gebt uns Barrabas! Gebt uns Barrabas! Der arme Pontius P. konnte gar nicht anders. Dieser Antisemitenkram kotzt mich an. Der so hochgeschaetzte Komponist und Musik-Terrorist J.S. Bach gehoert dazu. Ich sage immer: das Beste an Bach ist Haendel!

 

Froehliche Restpessach und Restostern!

Gudrun

www.eussner.net

10.4. Blog Wolfgang im Interpretationswahn

oder"Nur durch die Wahrheit wird aus der Erinnerung Orientierung." 

Nachdem die EKD sich unlängst und unrühmlich zum wievielten Male mit der Auslegung der Passionsgeschichte versuchte und doch nur wieder darauf kam, dass es einen - wie bei Pilatus veranschaulicht- in Teufels Küche bringen kann, wenn man mit dem jüdischen Mopp gemeinsame Sache macht, gab  Bischof Huber durch seinen Eintrag ins Gästebuch von Yad Vashem "Nur durch die Wahrheit wird aus der Erinnerung Orientierung." sich selbst die Steilvorlage für weitere "Nahostnarreteien"

Schon in Yad Vashem mußte der Ratsvorsitzende den diesbezüglich vielgestressten Bonhoeffer  aus der Hüfte ziehen, um zu beweisen, dass es sowohl wackere Deutsche als auch wackere Christen gab, die "für die Juden" waren.

Deshalb fiel auch das "Schuldbekenntnis" erwartungsgemäß mal wieder obermager aus. Man beuge sich "vor dem unendlichen Leid", das...auch (Fettdruck von mir) von Christen in Deutschland ausgegangen ist".

Diese "dünne Brühe" ist der Grundtenor protestantischer"Buße" seit 1945 . Eigentlich ist manch frommen Gemütern selbst das schon zuviel -wie man in einschlägigien Foren, in denen dieselben schreiben, nachlesen kann, aber es traut sich eben niemand diese Liturgie zu ändern. Und in Yad Vashem gehört sie allemal dazu.

Ein paar Stunden oder Tage später bietet sich nämlich eben dieses Vad Vashem als erstklassiger Resonanzboden an, um laut das Schicksal einer evangelischen Schule im geplagten Palästina zu bejammern, bei der es durch die freiheitseinschränkende Sicherheitsmaßnahmen durch die bösen Israelis sogar schon zu schlimmen Unterrichtsausfällen kam. Denn -wie Huber zu sagen weiß- "die Sicherheitsmaßnahmen schneiden tief ins palästinensische Gebiet ein". 

Herr Huber wäre wohl gänzlich aus dem Häuschen, wenn er erführe, dass die Juden selbst vor ihren eigenen Leuten nicht halt machen: Bei jedem Supermarkt und jeder besseren "Pommesbude" lassen sie sie vorher von oben bis unten abtasten, selbst wenn sie nur eine Briefmarke kaufen wollen oder ein anderes Geschäft erledigen müssen. Zum Glück hat sich Herr Huber wohl auch noch keine Schule in Israel angeschaut. Die armen Kinder werden dort regelrecht eingesperrt. Oder wozu ist das ganze Sicherheitspersonal wohl da? Wenn Herr Huber dies alles wüsste oder ernstnähme, würde er bei der nächsten  Schnäppchenjagd auf eine neue Unterhose im Berliner Aldi, in sich gehen müssen, und bei  allem Ärger über die Schlange vor den Unterhosen und dann nochmal über die Schlange an der Kasse, eingedenk sein: In Israel hätte es schon eine Sicherheitsschlange VOR dem Aldi gegeben.

Doch zugegeben, mit Fahrten ins gelobte Land ist es so eine Sache, und warum sollte nicht die EKD ihre eigene Version zum Jerusalemsyndorm liefern.

Natürlich ruft sich Herr Huber nicht zum neuen Messias oder endzeitlichem Propheten aus, aber zu einer "kleinen Rolle" als Interpret fühlt es sich dennoch berufen.

Ich finde man sollte das Stück, in dem Herr Huber eine Rolle haben will " die Endlösung des Nahostkonflikts nennen". Das hat Perspektive, klingt Deutsch und hilft dabei, sich ständig zu "erinnern".

"Huber sieht die EKD in einer Dolmetscherrolle zwischen Israel und den Palästinensern. "Es ist unsere Aufgabe, jeweils auch für die andere Seite zu interpretieren", sagte er. Dies sei der kleine Beitrag, den die deutschen Protestanten zur Versöhnung und Verständigung leisten könnten." ... "Es sei wichtig, zu beiden Seiten mit derselben Stimme zu sprechen, fügte Huber hinzu. Dabei müsse versucht werden, Israel verständlich zu machen, was die Palästinenser bewegt. Zugleich müsse den Palästinensern "ganz unzweideutig klar gemacht werden, dass das Ja zum Existenzrecht Israels eine Bedingung ist, ohne die es einen Fortschritt nicht geben kann"

Ich finde auch, dass diese Interpretenrolle dem deutschen Protestantismus gut steht.  Frei nach dem Motto "wenn man selber nichts zu sagen hat, interpretiert man Dinge, von denen man nichts vesteht, so wie man sie gerne hätte "  macht man einerseits auf "Judenversteher" (was u.a. traditionsbewußt ist, hat man doch im deutschen Protestantismus das jüdische Wesen von jeher durchschaut und weiß, was und wie's der Jud meint und wie man den Jud anderen erklärt) und andererseits weiß man ggf. aus der eigenen Vergangenheit quasi aus "Innenerfahrung", was die Palästinenser so "bewegt".

Ich finde, wir gehen herrlichen Zeiten entgegen: Herr Huber wird demnächst "zu beiden Seiten mit derselben Stimme  sprechen".

Ich versuche mir das gerade bildlich vorzustellen. Erst wird Herr Huber die arme palästinensische Mutter bejammern, deren Kind in Beit Dschala wegen einer bösen Sicherheitsmaßnahme Israels nicht zur Schule konnte und die deshalb in ihrer "Bewegungsfreiheit" eingeschränkt ist, weil das Kind dauernd "Mama" ruft,dann reitet Herr Huber ganz schnell auf einem Kamel ins nächste Reha-Zentrum nach Israel und bejammert mit "derselbem Stimme" ein paar Jugendliche, die in einer Disco mit dem Handgepäck ein paar echter Freiheitskämpfer in Berührung kamen und  mit ihren nun stark vermatschten Beinen immer noch gewisse Probleme mit dem Laufen haben.

In freudiger Erwartung, demnächst auf Zirkusbesuche, Kommentare von Udo Steinbach undden optischen Verzehr von Paulchen Panther verzichten zu können, um Herrn Huber vereint mit seinen Kumpels von der EKD und "im Wesentlichen eins" mit den katholischen Glaubensbrüdern" zu erleben, wie er aufDolmetscher macht und neue Interpretationen und Variationen eines "alten Themas" hervorbringt und der fortan festen Gewissheit, dass selbst ein Yad Vashem  einen Huber leider nicht in einen Bonhoeffer verwandelt

neveragain

P.S.

siehe www.ekd.de

genauer gesagt: http://ekd.de/aktuell_presse/news_2007_04_12_huber_palaestinenser.html

9.4. B. an die EKD

Betreff: Ärgerliche Passions-Interpretation

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 4. April 2007 wurde auf der Seite der EKD unten stehender Beitrag verfasst -; mangels namentlich erkennbarer Autorenschaft wende ich mich deshalb an Sie.

Keiner kann die Hände in Unschuld waschen

Pilatus überlässt die Entscheidung dem aufgebrachten Volk auf http://www.ekd.de/aktuell/53344.html.

Es stimmt mich mehr als nachdenklich, wenn in diesem Beitrag Formulierungen auftauchen, die den Eindruck erwecken, als wollten Sie mit den Verlautbarungen mancher katholischer Bischöfe wetteifern, die während deren letzten Besuches im Heiligen Land geäußert wurden.

Festzuhalten ist vor allen Dingen:

-    Sie stutzen Pontius Pilatus in seiner Bedeutung auf ein Mindestmaß herunter. Er war nicht nur für Jerusalem, sondern die ganze Provinz zuständig.

-    wider besseres Wissen - jeder Exeget weiß das mittlerweile - interpretieren Sie seine Rolle als die eines Mannes, der fast schon für den Friedensnobelpreis „durchgehen“ könnte. Mel Gibson lässt grüßen.

-    und wiederum wider besseres Wissen und ohne jegliches exegetische Gespür lassen sie ganze Heerscharen von Juden aufmarschieren, die Jesus gekreuzigt sehen wollen - wie in einer schlechten Hollywood-Kulisse. Mel Gibson lässt wieder grüßen.

-    Sie erwähnen mit keinem Wort, dass die Evangelien-Verfasser (aus gutem Grund) eine leider bis heute nachwirkende schlimme und verzerrte Sicht speziell auf die Pharisäer vermittelten, die längst keiner seriösen Überprüfung mehr standhält. Den Zusammenhang zur römischen Zensur stellen Sie nicht einmal ansatzweise dar, und Sie verlieren kein Wort über die Sadduzäer und deren Rolle.

Woher kommen diese Aussetzer?

Ich hoffe einmal das Beste und unterstelle Ihnen keine Absicht.

Mit freundlichen Grüßen

B., M.A.

Evang. Theologie / Polit. Wissenschaften

Freier Redakteur

http://myblog.de/hrbs

9.4. Mitteilung eines Bekannten

Lieber Uli,

ich habe Deinen auf http://www.achgut.de publizierten Text auch Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann, Basel zukommen lassen. Er war schon aktiv (dies ist eine private Information).

Einen lieben Gruss

U.

10.4. Pastor A. an Stegemann

 

  Lieber Ekkehard,

 

Wie Du vielleicht mitbekommen hast, wird in wenigen Tagen die EKD in einer hochkarätigen Delegation Israel und die pal. Gebiete besuchen.

 

Wie man das so macht, schickt man den Juden auf der website der EKD (Mittwoch, 4.4.,) die Information voraus, dass "die Juden" doch schuld seien an der Kreuzigung. siehe: http://www.ekd.de/aktuell/53344.html

 

Das dürfen wir nicht hinnehmen!

10.4. Ekkehard Stegemann an die EKD

Sehr geehrte Damen und Herren

Ihren Artikel "Keiner kann die Hände in Unschuld waschen" sollten Sie

schleunigst vom Netz herunternehmen. Ihm fehlt leider jegliche

historische Kenntnis. Pilatus war nicht "Statthalter von Jerusalem",

sondern der Praefekt der römischen Provinz Judaea. Nach Jerusalerm begab

sich der Statthalter nur zu bestimmten Zeiten. Er war Mitglied der

Reichsaristokratie, die man Ritterorden nennt. Ihn zum "Soldaten",

"Legionär" und  "römischen Offizier" zu degradieren, wäre ihm wohl als

Beleidigung vorgekommen. Aus seiner Sicht war er übrigens auch nicht

"Besatzer". Eine römische Provinz hatte einen staatsrechtlichen

römischen Status. Mit den ausführlichen und seit Dekaden stattfindenden

Diskursen über den "Prozess Jesu" und die historischen

Wahrscheinlichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten hat der Text auch keinen

Kontakt. Die hier als "religiöse Selbstverwaltung" und als

"Glaubenshüter" vorgestellte Jerusalemer Tempelbehörde, war für die

Römer eine für Ruhe und Ordnung zuständige, polizeiliche Instanz. In der

Tat ist auch umstritten, welche Rolle diese "Selbstverwaltung" gespielt

hat, aber sicher nicht einfach die, die in den Evangelien (auch

widersprüchlich) ihr zugeschrieben wird. Dass Pilatus dem "Volkszorn"

gewichen wäre und seine Verantwortung abgeschoben hätte, ist höchst

unwahrscheinlich. Wenn es im Text heisst "Doch mit Schuldsprüchen

sollte es sich niemand zu einfach machen.", wäre das auf den Text selbst

zurückzuwenden.

Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann, Basel

 

10.4. Elvira Grözinger

Ja, die EKD hat wohl Mel Gibsons Film, der über Ostern hier ausgestrahlt wurde (!) wörtlich genommen...

10.4. Von Ekkehard Stegemann an Sahm

Lieber Herr Sahm

Gratuliere zur Beförderung des Mülls auf EKD-Online dorthin, wohin er gehört.

Uebrigens: Ich schätze sehr und seit langem die zahlreichen Texte, in denen Sie Aufklärung betreiben, kenntnisreich und journalistisch vorbildlich. Wollte ich Ihnen wenigstens mal gesagt haben, weil man sonst ja eigentlich hauptsächlich Kritik und Hass als Replik bekommt.

Herzlichst aus Basel

Ekkehard Stegemann

10.4. Brief von Hans Maaß an EKD

an info@ekd.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

wer hat diesen unsäglichen Artikel geschrieben, der Kerygmatisches und

Historisches vermischt und damit unwahr wird. Wenn man sich auf das Feld

des Historischen wagt, dann müssen die "Fakten" auch stimmen. Dies

trifft hier nicht einmal im Blick die Angaben zur Funktion des Pilatus

zu. Er war nicht "Statthalter von Jerusalem", sondern Präfekt von Judäa

und Samaria. Seine Residenz war Cäsarea am Meer. Nur zu Festtagen kam er

nach Jerusalem, um die Pilgerscharen besser im Blick zu haben

(Videoüberwachung gab es ja noch nicht). Erst recht sind die Aussagen

über das Zusammenwirken jüdischer und römischer Instanzen bei der

Verurteilung Jesu historisch haltlos. Wie kommt der/die Verfasser/in zu

der Annahme, dass Pilatus Jesus "nicht dem Volkszorn entzogen hat"? Wie

kann er/sie überhaupt von einem "aufgestachelten Zorn des Volkes"

sprechen? Wo in aller Welt lässt sich eine solche Meinung den Evangelien

entnehmen?

Nach Joh 11,48 befürchten stattdessen einige Mitglieder des Hohen Rats,

dass "alle an ihn glauben", nnach 12,19 "läuft ihm alle Welt nach".

Umgekehrt wird aus Mk 15 deutlich, dass Pilatus Jesus als potentiellen

"König der Juden" verurteilt und diesen Titel von sich aus ins Gespräch

bringt; er nennt ihn auch nie beim Namen. sondern nur mit diesem Titel!

Jüdische Behörden haben allenfalls mitgewirkt, indem sie Jesus

auslieferten (so sogar noch Joh 11). Erst im Zuge des Auseinanderlebens

der Jesusanhänger und der Synagoge wurde daraus der Vorwurf eines

jüdischen Interesses am Tod Jesu. Dies kann man heute als historisch

gesichertes Wissen voraussetzen.

Davon zu trennen sind die Bekenntnisaussagen. Hier kann man dann auch

sagen, "Pilatus [war] einer, den es brauchte, Gottes Weg zu gehen.

Gottes Wege sind und bleiben unerforschlich." Aber dies ist kein

historisches Urteil, sondern eine Bekenntnisaussage. Die psychologischen

Erwägungen zur Rolle des Pilatus sind keines von beidem, sondern

hermeneutische Versuche, Pilatus in uns zu entdecken.

Schade, dass der/die Autor/in sich nicht namentlich zu erkennen gibt.

Damit erweckt dieser Text den Eindruck einer "offiziellen" evangelischen

Sichtweise, auch wenn es so etwas – Gott sei Dank! – nicht gibt. Aber

weiß dies die Öffentlichkeit?

Da kann man nur hoffen, dass möglichst wenige die homepage der EKD zur

Kenntnis nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Kirchenrat i.R. Dr. Hans Maaß

10.4. Eussner über Leitartikel der EKD

http://www.eussner.net/artikel_2007-04-10_19-33-09.html#fn9

 

www.eussner.net

Die Pilgerfahrt der evangelischen Bischöfe zum aufgebrachten Volk der Juden

Eben will ich den Dell abschalten und ein Gläschen trinken, da kommt die letzte Ladung Nachrichten von Honestly Concerned ins Haus, am 10. April 2007. Zum Auftakt des Tages, um 48 Minuten nach Mitternacht, erfahren die Leser von Ulrich Sahm, dem Nahost-Korrespondenten von n-tv.de, CNN.de, der Hannoverschen Allgemeinen und anderen Zeitungen sowie der Nachrichtenagenturen KNA und APA, über eine Pilgerfahrt mit schwerem Gepäck merkwürdiger Leute ins Heilige Land. (1)

Deutsche evangelische Bischöfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) reisen vom 10. bis 15. April unter der Leitung des Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber zu religiösen und politischen Gesprächen nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete. Dort wollen sie mit hochrangigen Vertretern des Staates Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde und mit Repräsentanten jüdischer und christlicher Glaubensgemeinschaften zusammentreffen. Besuche bei evangelischen Einrichtungen im Heiligen Land sind ebenfalls vorgesehen. (2)

Ulrich Sahm zitiert in seinem Kommentar den auf die Reise einstimmenden Artikel eines Anonymus auf der offiziellen Seite der EKD: Keiner kann die Hände in Unschuld waschen. Leicht modifiziert findet man den Kommentar auf n-tv.de. (3)

Ich lese mitten in der finsteren Nacht den Artikel, und zum Glück drucke ich ihn aus; denn heute ist er nicht mehr zu finden; die Leser werden auf die Startseite der EKD umgeleitet. Die Kirche (ist) beim TÜV auf der Werft. Bei Muslimen würde man das Taqiyya nennen. Die Kirchenführer verschleiern ihre wahre Meinung; denn keiner von ihnen kann sich herausreden. Gegen den seit dem 4. April auf der Site stehenden Artikel und seine offen geschichtsfälschenden antisemitischen Aussagen wird reichlich protestiert. (4)

Nachdem gerade die antisemitischen und anti-israelischen Aussprüche der 27 deutschen katholischen Bischöfe verklungen sind, Nachwirkungen liest man noch heute auf der Aktualitätenseite (!) von Google.de, setzen nun also die Protestanten mit ihrem antijüdischen und anti-israelischen Pamphlet nach. Man meint, sie wollten den Katholiken den Rang ablaufen. Krank in Ihrem Haß auf die Juden, reden sie die Position des Pilatus herunter, sein "Job (war) kein Zuckerschlecken" und denunzieren wie zu mittelalterlichen und zu Martin Luthers Zeiten das jüdische "aufgebrachte Volk" als Christusmörder: Pilatus hat sich dem Urteil des aufgewiegelten Volkes gebeugt und, so erzählt Matthäus, sich danach die Hände gewaschen und gesagt: "Ich bin unschuldig an seinem Blut."

Was wollen sie an Rachels Grab, es schänden durch Ihre Anwesenheit? Nicht nur das wollen sie, sondern sie wollen dort am Kontrollpunkt, am Checkpoint Kirjat Rahel, aufmerksam machen darauf, daß die Palästinenser ihn täglich passieren müssen, wenn sie nach Jerusalem wollen. Unerwähnt bleibt, dass jüdische Israelis wegen der Gefahr, im palästinensischen Gebiet ermordet zu werden, diesen Checkpoint in die andere Richtung gar nicht passieren dürfen, kommentiert Ulrich Sahm. Diese einseitige Stellungnahme für die Palästinenser beweist, daß der Artikel über die "in Unschuld gewaschenen Hände" kein Ausrutscher ist, sondern die Mehrheitsmeinung des protestantischen Klerus wiedergibt. (5)

In der Schule lernt man zu meiner Zeit, ich weiß allerdings nicht, wie es jetzt im Zeichen Pisas ist, über die römische Geschichte und das Imperium Romanum, daß Judäa eine römische Provinz ist, die Hauptstadt ist Hierosolyma oder Jerusalem. Der "Job" des Pontius Pilatus ist Praefectus oder, gemäß den Annalen des Tacitus, Procurator Judaeae, Statthalter, nicht nur Jerusalems, wie die EKD schreibt, sondern er herrscht in Vertretung des Kaisers Tiberius (14 - 37 d.Z.) über die römische Provinz. Sein Amtssitz ist das am Mittelmeer gelegene Caesarea Maritima, das heutige Kesarya, in Israel. Pontius Pilatus ist kein einfacher Soldat und Legionär, sondern ein nobler Ritter; er stammt aus einer bekannten römischen Familie. Einzelheiten kann man bei den jüdischen Geschichtsschreibern Flavius Josephus und Philo von Alexandrien nachlesen. (6)

Pontius Pilatus ist ein anti-jüdisch eingestellter grausamer Herrscher, der die Juden bedroht, sie niederzumetzeln: Über die Person des Pontius Pilatus sind wir vor allem durch Flavius Josephus und Philo von Alexandrien unterrichtet. Letzterer bezeichnet Pilatus als einen von Natur aus unbeugsamen, eigenwilligen und unnachgiebigen Menschen und wirft ihm Bestechlichkeit, Gewalttätigkeit, Räubereien, Misshandlungen, Beleidigungen, fortgesetzte Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren sowie unaufhörliche und unerträgliche Grausamkeit vor. Auch wenn dieses Urteil überzeichnet sein mag, so bleibt doch der Eindruck von einem unberechenbaren, grausamen Menschen bestehen, schreibt Jörg Sieger. (7)

Hieraus erhält man eine Vorstellung, welchen Einfluß bei diesem Statthalter ein aufgebrachtes Volk der Juden haben kann: gar keinen, jedenfalls keinen, den der Statthalter nicht haben will. Die Geschichtsschreiber berichten nichts Besonderes über die Hinrichtung Jesu. Vieles, wenn nicht alles, was der Autor der EKD über Pontius Pilatus, über Jesus, die Juden, die Kreuzigung als Tatsachen vorstellt, ist lange nach dem Tode Jesu entstandene Legende. Die vier Evangelien stammen aus den Jahren 70 bis 100 d.Z. Keiner der Evangelisten ist Zeitgenosse Jesu. Es ist nicht einmal belegt, ob überhaupt Juden für die Kreuzigung Jesu eintreten.

Besuch bei den Christusmördern und den unterdrückten Palästinensern

Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den Besatzungstruppen ins Land gekommen ist. Der Kaiser im unendlich fernen Rom hatte ihn zum Statthalter eingesetzt. Statthalter gab es in vielen von den Römern besetzten Gebieten ...

Für einen derartigen Unsinn hätte ich in der Schule als Zensur eine Fünf bezogen. Aber der Autor des Artikels muß zur angemessenen Reisevorbereitung der Bischöfe die Reizworte "Besatzungstruppen" und "besetzte Gebiete" einführen; dazu bedient er sich der Geschichtsfälschung: die armen Palästinenser, sie sind seit mehr als 2000 Jahren der Besatzung unterworfen. Wer sind die Besatzer heute? Die christusmordenden Juden!

Die Erwähnung des Namens Pontius Pilatus im Glaubensbekenntnis: "Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben" bedeute noch gar nichts, mit Schuldsprüchen sollte es sich niemand zu einfach machen: Aber signalisiert die Erwähnung auch eine Verantwortung des Statthalters von Jerusalem? Aber nein! Die Verantwortung liegt bei den Juden, bei diesem aufgebrachten Volk.

Pontius Pilatus ist nicht der grausame Herrscher, sondern er ist Opfer der Juden, er ist der Palästinenser vor der Zeit: Pilatus hatte wohl geahnt, in welches Schlamassel er so wenige Stunden vor dem Passahfest gerät. Der arme Römer wußte sich nicht zu helfen - so hat er die Meute entfesselt. Die "Meute", das sind die Juden. Er gerät in ein Schlamassel. Dieses Wort ist jiddisch und stammt aus der Zeit des Mittelalters.

schlimásl, schlemásl ist entweder eine Verbindung des deutschen schlimm mit dem hebräischen masal, Glück, oder es ist abgeleitet aus dem hebräischen schelomasal, "was nicht Glück ist": "Nur schlimasl glauben an masl." Volksweisheit. Diese und andere Weisheiten und Anekdoten zu dem urjüdischen Wort liest man bei dem Juden Leo Rosten. Der Goj William Norman Ewer (1885-1976) meint und Leo Rosten (1908-1997) antwortet: (8)

How odd

Not odd

of God

of God.

to choose

Goyim

the Jews

annoy him.

Das kann man auch von den reisenden Gájeß der EKD sagen. Auf einer bescheiden "Jesus" genannten Web Site, Jesus von A-Z, der Stiftung Christliche Medien, darf man einen Blick auf Teile des Reiseprogramms tun. Eine wehende Israelflagge begleitet den Text:

In Israel:

  • Gespräche mit religiösen und politischen Vertretern
  • Besuche bei evangelischen Einrichtungen
  • Treffen mit der Knesset-Präsidentin und amtierenden Staatspräsidentin Dalia Itzik
  • Treffen mit Vertretern des israelischen Außenministeriums
  • Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem
  • Klagemauer in Jerusalem

In den palästinensischen Autonomiegebieten:

  • Begegnungen mit hochrangigen Repräsentanten der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah
  • Geburtskirche in Bethlehem
  • Besuch einer christlichen Schule in Beit Jala
  • Besuch des Begegnungszentrums "Abrahams Herberge"

Auf dem Reiseprogramm des Rates der EKD stehen außerdem mehrere ökumenische und interreligiöse Treffen sowie christlich-jüdische Begegnungen. Gespräche sind unter anderem geplant mit dem Oberrabbiner Jona Metzger, mit Vertretern der katholischen und orthodoxen sowie der anglikanischen und lutherischen Kirche. (9)

Der Kommentator Hans-Dieter Matthies meint am 31. März zum Reiseprogramm:

Na, liebe evangelische Glaubensbrüder, dann gebt nur Acht, daß Ihr wegen "unbedachter Äußerungen" nicht auch als "Antisemiten" heimkehrt, so, wie kürzlich Eure "katholischen Glaubensbrüder im Herrn".

"Man" wird sicherlich jeden Schritt, jede verbale Äußerung von Euch mit suchendem Blick und Hör-Rohr verfolgen und beobachten.

Eine schöne Reise wünsche ich - aber eine entspannte Reise wird´s wohl sicher nicht. Schade !

Hans-Dieter, Sie besorgter Kirchenfreund! Die Bischöfe kommen nicht als "Antisemiten" wieder, sondern sie fahren als Antisemiten hin. Wie anders versteht man sonst, daß der Artikel mit den durchaus nicht unbedachten, sondern gezielten Worten über Judas, die Juden und über das "aufgebrachte Volk", über die "Meute", vom 4. bis 10. April auf der EKD-Startseite zu lesen ist? "Man" (Hans-Dieter, der Mossad?) braucht nicht jeden Schritt zu beobachten, ein Hörrohr ist ebenfalls nicht nötig; denn diese Christen schreien ihre Judenfeindschaft geradezu heraus. Die israelische Regierung und die Israelis werden sich nicht taub stellen. Wie Sie je annehmen können, die Bischöfe hätten ohne ihre katholischen Vorreiter eine entspannte Reise machen können, ist mir unerfindlich.

Der Kommentator Michael Dirks antwortet am 6. April 2007:

Eine Bemerkung zu Hans- Dieter, meinem Vor-schreiber: für Deutsche, und dann noch aus Lutherischer Kirchenleitung, kann diese offizielle Reise keine entspannte Reise sein. Da hängt immer unsere Geschichte dran, und die war lange eher judenfeindlich, heute oft israelfeindlich. Ich verstehe nicht Ihren süffisanten Unterton!

Ich hoffe und bete, dass meine Kirche tröstend Gottes auserwähltem Volk in dieser schweren Stunde begegnet. Denn es gab in unserer jüngeren Geschichte nun mal ein großes Versagen, als Deutsche wie als Luther. Kirche, und Israel braucht heute besonders verlässliche Freunde an seiner Seite, wo der Regierungschef des Irans mit atomarer Vernichtung droht (Israel sei ein-Bomben-Land) und dabei ist, Hisbollah-Milizen umfassend im Norden (Libanon) u n t e r der Aufsicht von UNO- Soldaten aufzurüsten.

Das die kath. Bischöfe mit nicht nachvollziehbaren Vergleichen Israel verunglimpften, macht deutlich, dass der anti-semitische (-zionistische) Geist sich noch als mächtig wirkkräftig erweist, und Früchte von Buße in unserem Land bislang noch auf sich warten lassen. Das Geschehen vom Karfreitag ruft zum Gebet, auch für unsere Kirchen und deren Leitungen.

Wie man sieht, gibt es unter den lutherischen Christen auch andere Stimmen. Die haben Raum im Kommentarbereich von Jesus.de. Leider ist zu befürchten, daß die lutherische Kirchenleitung jetzt wieder versagt. Freunde schreiben keine Artikel wie den vom 4. April 2007 und lassen ihn eine Woche auf der Startseite. Auch die Passage am Checkpoint Kirjat Rahel ist keine Geste der Freundschaft, sondern vorgesehen zur Demonstration gegen Israel, für die Palästinenser. Dalia Itzik und das Außenministerium bekommen die Leviten gelesen über die Mauer, Oberrabiner Jona Metzger wird aufgefordert, die Israelis zur Vernunft zu bringen, in Ramallah sprechen die Bischöfe den hochrangigen Repräsentanten der palästinensischen Autonomiebehörde ihr Mitgefühl aus und versichern, sich nach Rückkehr dafür einzusetzen, daß umgehend die Hilfsgelder in voller Höhe an die Palästinenser gezahlt werden, und dann geht´s auf, zum großen kirchlichen Friedensprojekt im Nahen Osten, mit sprichwörtlicher arabischer Gastlichkeit und Freundlichkeit der Menschen. Herzlich willkommen! Da können sie endlich mit unserem Nationaldichter Johann Wolfgang von Goethe ausrufen: Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein! (10)

Jedenfalls, wenn nicht gerade eine palästinensische Terrorgruppe das anders sieht.

10. April 2007

Quellen

(1) Ulrich W. Sahm. Nahost-Korrespondent
http://www.usahm.de/Sahminfo/Infosahm.htm

(2) Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland reist ins Heilige Land. epd, EKD,
10. April 2007
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_04_10_israelreise .html

(3) Ulrich Sahm kommentiert. Die EKD und die Juden. n-tv, 10. April 2007
http://www.n-tv.de/788601.html

(4) Keiner kann die Hände in Unschuld waschen. Pilatus überlässt die Entscheidung dem aufgebrachten Volk. Autor: NN, EKD, 4. April 2007
http://www.ekd.de/aktuell/53344.html

Aktuell. Kirche beim TÜV auf der Werft. EKD, 10. April 2007
http://www.ekd.de/aktuell_presse/213.html

(5) Redet Wahrheit. Rechtzeitig vor der »Woche der Brüderlichkeit« taten sich deutsche Bischöfe auf einer Nahost-Reise mit zweifelhaften NS-Vergleichen hervor. von stefan wirner. Jungle World Nr. 11, 14. März 2007
http://www.jungle-world.com/seiten/2007/11/9535.php

(6) Hierosolyma. Vicipaedia
http://la.wikipedia.org/wiki/Hierosolyma

(7) Die römischen Statthalter in Judäa. (2) Die Amtsführung des Pontius Pilatus. Von Dr. Jörg Sieger
http://www.joerg-sieger.de/einleit/nt/01gesch/nt06.htm#o

(8) Leo Rosten. Jiddisch. dtv Band 24327, München 2002, S. 528f.
http://www.dtv.de/dtv.cfm?wohin=dtvnr24327

Der jüdische Kalender 5766, Tewet 1, 5766/ 1. Januar 2006. Hrsg. Henryk M. Broder und Hilde Recher, Ölbaum Verlag, Augsburg 2005
http://www.oelbaum-verlag.de/prg-main.php3

(9) Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland besucht Heiliges Land. Jesus.de, 31. März 2007
http://elf.scm-digital.net/show.sxp/2936_rat_der_evangelisch en_kirche_in_deutschland_besucht_.html

(10) Abrahams Herberge. Zu Gast im Heiligen Land
http://www.abrahams-herberge.com/

 

10.4. Brief von M. an Sahm

Reaktion eines Freundes

Der EKD-Artikel ist dümmlich: naiv die unterschwelligen antijüdischen  Tendenzen der Evangelien als historisch richtig übernehmend. Von der Verantwortung des  ganzen jüdischen Volkes, das seinen Zorn an Jesus ausließ, kann in der Tat  historisch gesehen nicht zu Recht gesprochen werden. Es waren einzelne jüdische  Gruppen, die Jesus für gefährlich hielten.

Die Position des Pilatus wird in dem EKD-Text  auch in der Tat verharmlost. 

Die Äußerungen der katholischen Bischöfe wurden hier im März ja ausführlich diskutiert. In dieser Hinsicht ist die Kritik von Sahm übertrieben, da m.E.  der Ausdruck Ghetto inzwischen allgemein gebraucht wird und nicht auf das jüdische Ghetto  und schon gar nicht nur auf das Warschauer Ghetto sich bezieht, z.b.  "Schwarzenghetto" in New York.

10.4. Antwort Sahm

Danke!

Also wenn ich das richtig lese, volle Zustimmung zu meinem Text.

Kritik aber an überspitzter Kritik wegen dem "Ghetto" der Katholen die freilich nicht von mir stammte, zu wobei "Ghetto Ramallah" damals freilich eindeutig im gleichen Satz und Atemzug mit Holocaust und Warschau genannt wurde, sodass bei niemandem die Assoziation mit Harlem aufkommen konnte, weil allein Warschau erwähnt wurde.

11.4. Bericht von Idea über Sahm

Evangelische Kirche

11.04.07

Israel-Experte sorgt sich um Haltung der EKD zu Israel

 

J e r u s a l e m (idea) – Kritik an der Haltung der EKD zu Israel und den Juden hat der Israel-Korrespondent Ulrich Sahm (Jerusalem) geübt. In einem Kommentar für den Nachrichtensender n-tv bringt er unter anderem die Sorge zum Ausdruck, dass der Rat der EKD bei seiner Israelreise vom 10. bis 15. April einseitig pro-palästinensische Akzente setzen könne.

Auf dem Besuchsprogramm steht am 14. April ein Zwischenstopp am Checkpoint „Rahels Grab“ der israelischen Sperranlage. Danach wollen die Mitglieder der EKD-Reisegruppe unter Führung des Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), durch den Kontrollpunkt gehen, den – so das Reiseprogramm – „täglich diejenigen Palästinenser passieren müssen, die nach Jerusalem wollen“. Laut Sahm bleibt unerwähnt, „dass jüdische Israelis, wegen der Gefahr, im palästinensischen Gebiet ermordet zu werden, den Checkpoint in die andere Richtung gar nicht passieren dürfen“. Sahm erinnert an einen Eklat beim jüngsten Besuch deutscher katholischer Bischöfe, als der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, am Sperrwall die Stadt Ramallah im Palästinensergebiet mit einem Ghetto verglichen habe. Das sei in Israel als Gleichsetzung der israelischen Politik mit dem Vorgehen der Nazis gegen die Juden im Warschauer Ghetto gedeutet worden. Man habe erwartet, dass die evangelischen Bischöfe politisch umsichtiger vorgehen würden, so Sahm.

Kritik an Internetbeitrag zum Leiden Christi

Kritik übt er auch an einem Artikel auf der Internetseite der EKD zum Leidensweg Jesu Christi unter dem Titel „Keiner kann seine Hände in Unschuld waschen“. In dem Beitrag, der inzwischen entfernt wurde, gehe der ungenannte Autor der Frage nach, wer letztlich Schuld an der Kreuzigung Jesu trage – der römische Prokurator Pilatus oder die Juden. Die EKD komme, so Sahm, zu dem Schluss, dass die Kreuzigung Teil von Gottes unerforschten Wegen sei und dass Pilatus nur benutzt worden sei. Er habe „den Unschuldigen vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes“ bewahren können. Sahm: „So stellt die EKD mal wieder fest, dass ‚die Juden’ pauschal die Gottesmörder sind...“

http://www.idea.de/index.php?id=181&tx_ttnews%5Btt_news%5D=52889&tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&cHash=acf638300c

 

11.4. Leserbrief an n-tv

Sehr geehrter Herr Sahm, herzlichen Dank für Ihre klaren Worte und Kommentare über Israel! In einer Welt, in der es normal ist, Israel und die Juden stets emotional als Täter zu sehen, bewundere ich Ihren Mut, dem eine sachlich argumentierte, deutlich andere Sichtweise entgegen zu setzen. Als Christ habe ich irgendwann verstanden: Jesus Christus war als Mensch ein Jude. Wie kann ich da gegen Juden sein?

Vielen Dank - und machen Sie weiter so!

Gott segne Sie!

J.

Antwort Sahm

Besten Dank für Ihre an n-tv geschickte und an mich weitergeleitete Mail.

 

Dabei tue ich - so meine Ansicht - eigentlich nur meine journalistische Pflicht, die Dinge möglichst wahrheitsgetreu und ohne ideologische Brille zu berichten. Und in diesem Sinne sind für mich Juden ganz normale Menschen, nicht besser aber auch nicht schlechter als andere. Um zu dieser ungewöhnlichen Erkenntnis zu gelangen, muss man nicht einmal gläubiger Christ sein, sondern einfach nur ein Mensch.

 

11.4. R. an Sahm

Vielleicht hätte die EKD einmal ihre eigene Publikation über Antisemitismus lesen sollen, bevor sie pünktlich zur Passionszeit den alten kirchlich-antisemtischen Trödel aus der Klamottenkiste herausholte:

"Die Erzählungen von der Passion Jesu wurden im Laufe der Kirchengeschichte zur Begründung der Judenfeindschaft missbraucht. Man gab den Juden die Schuld am Tode Jesu. Die Passionsgeschichten verkündigen in Wahrheit, dass durch  die Schuld aller Menschen Jesus ans Kreuz gebracht worden ist:

„Was ist doch wohl die Ursach’ solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet,  was du erduldet“ (Evangelisches Gesangbuch 81,3)."

Quelle: http://www.ekd.de/download/antisemitismus.pdf

11.4. Sahm an R.

Die haben den Text ganz schnell aus ihrer Hompage wieder runtergenommen, nachdem einige dort angerufen hatten.

 

10.4. KNA über gelöschten Text

Judentum/Kirche/Theologie

EKD nimmt umstrittenen Pilatus-Text aus dem Internet =

Hannover (KNA) Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen als antijüdisch kritisierten Text über den Kreuzestod Jesu am Dienstag aus dem Internet genommen. Das bestätigte eine EKD-Sprecherin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hannover. Der vor einigen Tagen auf der EKD-Hauptseite ins Netz gestellte Beitrag war in Medien und bei Theologen auf Ablehnung gestoßen. Die Löschung erfolgte unmittelbar vor der Abreise einer hochrangigen EKD-Delegation zu einem Besuch in Israel und den Palästinensergebieten.

Der namentlich nicht gekennzeichnete Text befasst sich mit der Suche nach den Schuldigen für die Hinrichtung Jesu. In diesem Zusammenhang heißt es, "die Juden" hätten die Kreuzigung gefordert. Zudem erweckt der Artikel den Eindruck, der römische Statthalter Pilatus hätte "den Unschuldigen von dem aufgestachelten Zorn des Volkes" bewahren sollen. Er habe sich aber "dem Urteil des aufgewiegelten Volkes gebeugt". Der evangelische Theologe Albrecht Lohrbächer nannte den Artikel in der "Hannoverschen Allgemeinen" (Dienstag) "ungeheuerlich". Solche Texte seien ein ernster Rückschlag für den Kampf gegen Antijudaismen im Christentum, so der Pastor.

12.4. Rabbiner David Rosen an Sahm

Dear Ulrich,

 

I participated in the meeting yesterday of Bishop Huber and his delegation with Chief Rabbi Metzger and I raised the matter. He apologized for the "misunderstandings" conveyed by the article which, he insisted, had no such intention to whitewash Pilate nor to collectively blame the Jewish People. However because  the article was open to "misunderstanding", it had been removed from the website.

 

Thanks again and best regards,

 

David

 

 

Rabbi David Rosen, KCSG

International Director of Interreligious Affairs

The American Jewish Committee

12.4. Huber entschuldigt sich bei David Rosen

Kirchen/Antisemitismus

Huber entschuldigt sich für missverständlichen Internettext =

Jerusalem (KNA) Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich für "Missverständnisse" wegen eines als antijüdisch kritisierten Textes auf der Internetseite der EKD entschuldigt. Der Präsident des Internationalen jüdischen Komitees für interreligiöse Konsultationen, Rabbi David Rosen, erklärte am Donnerstag in Jerusalem, Bischof Wolfgang Huber habe im Gespräch mit ihm eingeräumt, der Leitartikel sei "offen für Missverständnisse" gewesen.

Die EKD hatte den Text am Dienstag aus dem Internet genommen. Darin hieß es, "die Juden" hätten die Kreuzigung Jesu gefordert. Zudem erweckte der Artikel den Eindruck, der römische Statthalter Pilatus hätte Jesus von dem "aufgestachelten Zorn des Volkes" bewahren sollen. Er habe sich aber "dem Urteil des aufgewiegelten Volkes gebeugt".

Rosen sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Huber habe betont, dass es keineswegs darum gegangen sei, Pontius Pilatus "reinzuwaschen" oder das jüdische Volk "kollektiv zu beschuldigen". Rosen war jahrelang an den Verhandlungen zwischen dem Staat Israel und dem Vatikan beteiligt und ist eine der führenden Persönlichkeiten des Judentums beim Dialog mit dem Christentum.

Betreff: Re: haGalil NL - Zur Reise der EKD-Bischöfe ins Heilige Land

Starker Tobak. Danke für den Artikel.

Als evangelischer Christ in Deutschland mag ich da nur sagen: Das kann nicht in meinem Namen geschehen sein!

Für mich bedeutet es: weiterarbeiten. Einzelne lassen sich immer wieder zum Nachdenken anregen.

M.


Katholisches Intermezzo

12.4. Nuntius droht mit Absage bei Yad Vaschem Zeremonie

Sahm – Neuer Holocaust-Skandal der Kirchen steht bevor
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 12. April 2007

Der Vatikan-Botschafter in Israel, Nuntius Antonio Franco, hat angekündigt, nicht an der offiziellen Zeremonie zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoah in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem teilnehmen zu wollen. Er fühle sich „unwohl“, den Papst in einer Institution zu vertreten, wo das Wirken des Papstes Pius XII während des Zweiten Weltkriegs „falsch“ dargestellt werde. Mit seinem Fernbleiben wolle er ein Zeichen setzen und die Aufmerksamkeit auf das „Problem“ lenken.

Das israelische Außenministerium erklärte in einer offiziellen Mitteilung: Bei dem jährlichen „Tag der Schoah und des Heldentums“ gehe es um das Gedenken der Opfer eines der der „traumatischten“ Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes und der Menschheit. „Jeder muss es mit seinem Gewissen verantworten, ob er an der Zeremonie teilnimmt“, sagte der Sprecher.

Jad Vaschem hält es in einer offiziellen Erwiderung für „unerhört“, dass „diplomatischer Druck bei einer Frage der Geschichtsforschung“ ausgeübt werde. Die Gedenkbehörde behauptet, dass alles, was in ihrem Museum auf einer Tafel stehe, „der Wahrheit entspricht, wie sie heute den Forschen bekannt sei“. In einem Brief an den Nuntius habe die Gedenkbehörde ihre Bereitschaft erklärt, die Angelegenheit „zu überprüfen“, doch müsse der Vatikan die Archive zu der Amtszeit des Papst Pius XII öffnen, damit die Historiker aus den Dokumenten „andere oder neue Dinge lernen können, die bis heute unbekannt sind“.

Auf der vom Vatikan-Botschafter monierten Schrifttafel wird erwähnt, dass Papst Pius XII sich noch in seiner Funktion als Staatsekretär des Vatikans um ein Konkordat mit Nazideutschland bemüht habe, um die Rechte der Kirche in Deutschland zu schützen. Dieses Konkordat bedeutete eine Anerkennung des „rassistischen wie antisemitischen Naziregimes“. Weiter wird auf der Tafel das lange Schweigen und die „Neutralität“ des Papstes während des Zweiten Weltkriegs beklagt.

Der Beschluss des Vatikan-Botschafters, den offiziellen israelischen Staatsakt zum Gedenken an den Holocaust zu boykottierten kommt nur fünf Wochen, nachdem die katholischen Bischöfe Deutschlands bei ihrem Besuch in Israel und den palästinensischen Gebieten die Stadt Ramallah wegen der von Israel errichteten Schutzmauer mit dem Warschauer Ghetto verglichen hatten. Einen Eklat gab es auch unmittelbar vor der Abreise des Rats der EKD, der evangelischen Bischöfe, nach Israel, wo sie sich noch bis Montag aufhalten werden.

Rabbi David Rosen, seinerzeit verantwortlich für die Verhandlungen zwischen Israel und dem Vatikan, hat Bischof Wolfgang Huber bei dessen Treffen mit Oberrabbiner Jona Metzger auf einen Leitartikel auf der Internetseite der EKD angesprochen. Daraus ging hervor, dass nicht Pontius Pilatus, sondern pauschal das jüdische Volk für den Tod Jesu verantwortlich gewesen sei. Diese Sichtweise hatte zweitausend Jahre lang dazu geführt, dass Juden als „Gottesmörder“  verfolgt wurden. Nach Angaben von Rabbiner Rosen habe Huber sich für die „Missverständnisse“ entschuldigt. Der Artikel wollte keineswegs Pilatus reinwaschen oder die Juden pauschal beschuldigen. Doch weil der Artikel „missverständlich“ interpretiert worden sei, habe die EKD beschlossen, ihn aus ihrem Internetauftritt zurückzuziehen.

Ulrich W. Sahm

Englischer Wortlaut der Papst Pius Tafel in Yad Vaschem

Pope Pius XII

Pius XII’s reaction to the murder of the Jews during the Holocaust is a matter of controversy.  In 1933, when he was Secretary of the Vatican State , he was active in obtaining a Concordat with the German regime with the aim ofto preserveing the Church’s rights in Germany , even if this meant recognizing the Nazi racist regime. When he was elected Pope in 1939, he shelved a letter against racism and antisemitism that his predecessor had writtenprepared. AlthoughEven when informationreports about the murder of Jews had reached the Vatican , the Pope did not protest either verbally or in writing. In December 1942, he abstained from signing the Allied declaration by the Allies condemning the extermination of the Jews. When Jews were deported from Rome to Auschwitz , the Pope did not intervene. The Pope maintained his neutral position throughout the war, with the exception of appeals to the rulers of Hungary and Slovakia towards theits end. of the war. His silence and the absence of guidelines obliged Churchmen throughout Europe to decide on their own how to react.

15.04. Israel: Nuntius will doch an Holocaust-Gedenkfeier teilnehmen

Jerusalem (KNA) Der Vatikan-Botschafter in Israel nimmt entgegen bisherigen Plänen doch an der Holocaust-Gedenkfeier des israelischen Staates in Jad Vaschem am Sonntagabend teil. Das meldete der israelische Rundfunk am Sonntagmittag. Erzbischof Antonio Franco hatte vor wenigen Tagen seine Teilnahme abgesagt.

Zur Begründung betonte er, er wolle seinem "Unwohlsein über die verkürzte und damit verfälschte Darstellung von Papst Pius XII." im Museum der Jerusalemer Gedenkstätte Ausdruck verleihen. Seine "schmerzhafte" Absage bedeute aber keinesfalls mangelnden Respekt gegenüber den Opfern der Schoah, so Franco am Donnerstag.

Ein Brief aus Jad Vaschem

Damit hatte der Nuntius in Israel Empörung hervorgerufen. Noch am Sonntag äußerte der Direktor von Jad Vaschem, Avner Schalev, in einem offenen Brief an den Nuntius sein "Bedauern" darüber aus, dass Franco von der Gedenkfeier fernbleiben wolle. Schalev zitierte in seinem Brief auch Papst Johannes Paul II., der Jad Vaschem im Jahr 2000 besucht hatte.

Ein Schreiben des Nuntius an Schalev vom 3. April war nicht veröffentlicht worden. Beobachter vermuten, dass das öffentliche "Bedauern" des Direktors der Gedenkstätte dazu diente, eine diplomatische Krise zwischen Israel und dem Vatikan abzuwenden.

Israel gedenkt jährlich am 16. April des Holocausts. Pius XII. hatte die Judendeportation 1943 mit diplomatischen Mitteln zu verhindern und einzugrenzen versucht. Die Frage, was ein öffentlicher Protest gegen die nationalsozialistische Judenvernichtung bewirkt hätte, beantworten Historiker unterschiedlich. Einige werfen Pius XII. vor, zu wenig gegen den Nationalsozialismus protestiert zu haben. In Jad Vaschem weist eine Schautafel mit dem Foto des Papstes auf Kontroversen in der Bewertung seiner Politik hin. Diese Darstellung hält Franco für einseitig.


Der zweite Akt: Die Landkarte

12.4. Sahm – Für die EKD existiert Israel nicht
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 12. April 2007

Auf einer Nahost-Landkarte, von EKD-Bischof Wolfgang Huber bei einer Pressekonferenz in Jerusalem an Journalisten ausgeteilt, sind Libanon, Syrien, Jordanien und ein Staat namens „Sinai“ eingetragen. Ebenso gibt es da einen Gazastreifen, eine Westbank und „von Israel besetzte“ Golanhöhen. Nur ein Staat mit Städten wie Tel Aviv, Rischon Lezion und Haifa, hat keinen eigenen Namen! Das entspricht offiziellen palästinensischen oder arabischen Landkarten auf denen auch nur die Umrisse eines namenlosen Staates erkennbar sind. Erstaunlicherweise bereisen die deutschen evangelischen Bischöfe zur Zeit einen Staat, der nicht einmal auf der von ihnen selber verteilten Landkarte existiert: Israel. 

Auf Anfrage sagte der überraschte Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, „dass doch die Grenzen Israels in der Landkarte eingezeichnet“ seien. Jedoch erneut danach befragt, wieso denn der Name des Staates Israel fehle, während die Namen der Nachbarländer mit fetten Buchstaben abgebildet seien, erklärte Vetter: „Möglicherweise ist der Name Israels bei Fotokopieren der Karte herausgefallen.“ In jedem Fall – so der Sprecher – sei dieser Fehler nicht beabsichtigt gewesen.
?Ulrich W. Sahm

12.4. Hagalil Was ein Zufall, dieses Missgeschick..
http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=724

12.4. EKD zensiert n-tv

Dieser Text wurde auch bei n-tv online veröffentlicht, bis....

Brief von Oberkirchenrat Christof Vetter an die n-tv Chefredaktion

„Erstaunt war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem Internetauftritt die website http://www.n-tv.de/790058.html entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender   so tendenziös von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der Pressekonferenz in Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In der Gesamtheit der bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen war die Karte unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema der Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige Land war. Dass auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt die Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.

Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der  vorgetragenen Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in nichts begründete Wertung. Die telefonische Anfrage erreichte mich auf dem Handy im sehr holprig fahrenden Bus zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Auf meine Rückfrage, mit wem ich sprechen würde, bekam ich ein nicht verständliches Nuscheln zur Antwort, aber deutlich verstehbar die Information, es gehe nur um eine Frage nach der Pressekonferenz. Als die Frage nach der Karte mir gestellt wurde, sagte ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen führen müsse, um antworten zu können. Daraus auf "Überraschung" zu schließen, scheint mir unbegründet.

Nicht berichtet wird auf der website, dass der Ratsvorsitzende mehrmals in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische Kirche allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht Israels bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und weiterhin entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob dies bei n-tv auch wahrgenommen wird.

Insgesamt veröffentlichen Sie - und dies nicht zum ersten Mal - eine tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach Israel. Mir drängt sich die Überlegung auf, ob auch die sonstige Berichterstattung von solchen Tendenzen geprägt ist? Der Bericht auf der genannten website gibt auf jeden Fall die Wirklichkeit und die in Israel bei allen Gesprächen geäußerte Einstellung des Rates der EKD nicht einmal in Ansätzen wieder. Ich bitte Sie, dies von Ihrer Internet-Auftritt zu entfernen.

Mit freundlichen Grüßen

Christof Vetter

(Oberkirchenrat)

12.4. Brief von n-tv CvD an Sahm und Kollegen

Liebe KollegInnen,

wir sollten die Argumente der EKD ernstnehmen. Ich schlage folgende Vorgehensweise vor:

- Wir nehmen den Artikel zunächst von unserer Seite

- Ulrich Sahm redet mit Herrn Vetter.

- Wir entscheiden dann, ob und in welcher Form wie einen überarbeiteten Beitrag wieder online stellen.

- Ich schreibe Herrn Vetter eine kurze Mail.

Gruß

M.

12.4. Antwort von Sahm an CvD

Habe mit Interesse die lange Mail von Herrn Vetter gelesen.

Zu Ihrer Information:

1) Wenn Herr Vetter etwas an der "tendenziösen" Berichterstattung zu monieren hat, dann könnte sich doch Herr Vetter sich mal direkt an mich wenden. Was hindert ihn eigentlich daran, sich direkt an den Autor der "tendenziösen" Berichterstattung zu wenden, der übrigens identische Artikel auch in Zeitungen wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung veröffentlicht hat.

2) Es begann alles mit jenem unsäglichen Leitartikel über Pontius Pilatus, auf den ich durch reinen Zufall gestoßen bin, als ich beim Durchsehen der PDF Datei mit dem Programm der Reise auf den Link gedrückt habe. Es ist nicht meine Schuld und nicht mein Fehler, dass die EKD drei Tage vor ihrer Abreise nach Israel einen Leitartikel veröffentlicht, in dem das "jüdische Volk" mal wieder als Schuldiger am Tode Jesu , also als Gottesmörder abgestempelt wird. Die EKD hat inzwischen von höchst angesehenen Professoren und Kirchenräten, darunter Hans Maaß und Ekkehard Stegemann Kritik erhalten, auch wegen Geschichtsklitterungen in dem Text. In Israel wurde Bischof Huber von mindestens einem angesehenen Rabbiner darauf angesprochen.

3) Die EKD sollte aus ihrem eigenen Fehler inzwischen gelernt haben, dass selbst das Löschen eines Textes dank Google Cache nicht viel nützt.

4) Mir sind die "guten" Absichten der EKD und der Bischöfe wohlbekannt. Gleichwohl ist es deren Problem, dass sie in ihrer Pressemappe eine Landkarte verwenden, auf der der Name "Israel" fehlt. Gerade nach der peinlichen Panne mit den katholischen Bischöfen die bei der Mauer über das "Warschauer Ghetto" redeten, hätte man doch eigentlich erwarten können und müssen, dass die EKD etwas sorgfältiger vorgeht und derartige lächerliche Pannen vermeidet.

5) Die Geschichte mit der peinlichen Karte und mitsamt einer Abbildung der Karte ist inzwischen auch anderswo veröffentlicht und wird genüsslich (ohne mein Zutun) herumgereicht. Ich habe deshalb nichts dagegen, diesen Beitrag bei ntv-online "verschwinden" zu lassen. Doch sollte Herr Vetter wissen, dass damit dieser Text nicht "aus der Welt" geschaffen ist. Im Gegenteil. Minuten nachdem Kollege V. ihn bei ntv online vom Netz genommen hat, erhielt ich folgende Email:

Lieber Herr Sahm,

 

Ihre Meldung über die Landkarte ohne Israel ist von der n-tv-Seite verschwunden. Hat es damit eine besondere Bewandtnis? Sonst würden wir Ihren Artikel gerne mehr oder weniger für Israelnetz übernehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen

E.

Redaktion Israelnetz

Was soll ich denen nun antworten?????

6) Und was ich nicht verstehe: Wenn Herr Vetter, auf die Landkarte angesprochen, sofort gesagt hätte "Wie peinlich, danke dass Sie uns darauf aufmerksam machen, wir werden dazu eine öffentliche Entschuldigung herausgeben usw" aber stattdessen eine völlig absurde "Erklärung" abgibt wie herausgefallene Buchstaben beim Fotokopieren, dann hat er doch selber mit seinen Worten die Panne zum Vorfall gemacht. Dass die Panne "nicht beabsichtigt" war, steht unten in meinem Text drin.

7) Vetter dreht in seinem Brief an n-tv seinen eigenen Fehler sogar weiter: "Das auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt die Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich."

Neben dem Schreibfehler beim Wort "Das" am Anfang des Satzes sollte Herr Vetter eigentlich wissen, dass gerade in Bezug auf Israel-Karten das Fehlen der Landesbezeichnung ein großes Politikum ist, weil es "zufällig" ausgerechnet und nur bei Israel passiert, sogar auf Landkarten der Weltbank, früher einmal bei der Lufthansa und in arabischen Ländern bis hin zu palästinensischen Schulbüchern . Wenn Herr Vetter, oder schlimmer noch, die EKD nicht einmal das weiß, dann sollten die lieber nicht nach Israel reisen und noch dazu eine "freundliche" Berichterstattung erwarten.

Ich betrachte es als Journalist als meine Pflicht, auch solche Dinge zu entdecken. Eine Reaktion des Herrn Vetter habe ich mir durch einen Kollegen einholen lassen. (Ich möchte übrigens gerne wissen, auf welchem rumpeligen Feldweg die im Bus nach Jerusalem gefahren sind, anstatt auf der Autobahn). Was soll ich mehr als das tun.

Soeben erfahre ich, dass sich der Hessische Rundfunk erkundigt, warum der Text von der n-tv Seite verschwunden ist.

Zu Ihren Vorschlägen:

1) habe nichts dagegen, dass der Text "verschwunden" ist, weil es schon zu spät ist, weil ich jetzt gerade schon eine dritte Anfrage zu dem "Verschwinden" erhalten habe.

2) Da meine Geschichte journalistisch korrekt ist, empfinde ich es als eine Zumutung, die Argumente der EKD so ernst zu nehmen und n-tv zu zensieren.

3) Wenn Herr Vetter eine ordentliche Erklärung dazu abgeben will, als "Gegendarstellung", bitteschön, dann kann man die doch veröffentlichen. Doch sollte er sich bewusst sein, dass seine Behauptung, Ländernamen fehlen auch auf anderen Karten, die Angelegenheit nur noch schlimmer macht.

4) Nein: nicht Sahm spricht mit Vetter. Wenn der ein Problem hat, soll der mich anrufen.

5) Ich bestehe nicht auf einer erneuten Veröffentlichung. Zumal ich ja weiß, dass das "Verschwinden" dem Text längst noch mehr Reklame macht.

12.4. CvD an Sahm

habe soeben Herrn Vetter gebeten, sich umgehend bei Ihnen telefonisch zu melden, damit wir den Beitrag bald wieder online stellen können.

12.4. Sahm an CvD

Ich bin bekanntlich ein unendlich geduldiger Mensch. Seit Ihrer Mail sind schon anderthalb Stunden vergangen. Was machen wir, wenn er gar nicht anruft?

Ich fühle mich ein wenig an mittelalterliche Zeiten erinnert, als die Kirche ketzerische Bücher verbrennen ließ oder sie auf den "Index" setzte.

Ich schlage vor, dass wir noch bis 16:00 Uhr warten, also ganze zwei Stunden nach Ihrer Email, und die Geschichte dann wieder freischalten. Man kann sie ja dann erneut wegzensieren, wenn er sich später meldet und plausible Argumente hervorbringt. .

12.4. CvD an Sahm

Jedenfalls: Erst wenn die Argumente der EKD zu den einzelnen Vorwürfen in den Artikel eingearbeitet sind, stellen wir den Beitrag wieder online.

12.4. Sahm an CvD

Soeben sehe ich, dass Vetter den gleichen Text, der er an n-tv geschickt hat, auch an andere Leute mit entsprechender Kritik an n-tv weiterleitet "ein Sender der ernstgenommen werden will" und "tendenziöse Berichterstattung".

 

Dies nur zu Ihrer Information.

 

Gleich erhalten Sie das überarbeitete Stück. Bis zur Stunde habe ich keinen Anruf erhalten, obgleich er (Vetter) seit 18:00 laut Programm bei "Kaffee und Kuchen" sitzen müsste.

 

 

12.4. CvD an Redaktion von n-tv online

bitte nehmt den Bericht von Ulrich Sahm über den "Landkarten-Streit" wieder online, mit den unten erhaltenen Ergänzungen und Anmerkungen.

Ingesamt:

Ich finde es nun eine noch interessantere, aber auch sehr ausgewogene Geschichte. Die Position der EKD ist ausreichend berücksichtigt. Unserer journalistischen Sorgfaltspflicht ist Genüge getan.

Vielen Dank.

13.4. Neue Version bei n-tv

Freitag, 13. April 2007

Israel aus der Karte gefallen
Die EKD bedauert


Ein Artikel von Ulrich W. Sahm zu einer Israelkarte ist bei der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) auf Kritik gestoßen. Wir haben den Bericht zur Landkarte daraufhin vorübergehend offline genommen, um die Fragen zu klären. Nach Rücksprache mit dem Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, haben wir uns dann entschlossen, die in einer E-Mail an n-tv enthaltenen Argumente leicht gekürzt hier zu veröffentlichen. Vorab der von der EKD kritisierte Artikel:
 
"Auf einer Nahost-Landkarte, von EKD-Bischof Wolfgang Huber bei einer Pressekonferenz in Jerusalem an Journalisten ausgeteilt, sind Libanon, Syrien, Jordanien und ein Staat namens 'Sinai' eingetragen. Ebenso gibt es da einen Gazastreifen, eine Westbank und 'von Israel besetzte' Golanhöhen. Nur ein Staat mit Städten wie Tel Aviv, Rischon Lezion und Haifa, hat keinen eigenen Namen! Das entspricht offiziellen palästinensischen oder arabischen Landkarten auf denen auch nur die Umrisse eines namenlosen Staates erkennbar sind. Erstaunlicherweise bereisen die deutschen evangelischen Bischöfe zurzeit einen Staat, der nicht einmal auf der von ihnen selber verteilten Landkarte existiert: Israel.
 
Auf Anfrage sagte der überraschte Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, 'dass doch die Grenzen Israels in der Landkarte eingezeichnet' seien. Jedoch erneut danach befragt, wieso denn der Name des Staates Israel fehle, während die Namen der Nachbarländer mit fetten Buchstaben abgebildet seien, erklärte Vetter: 'Möglicherweise ist der Name Israels bei Fotokopieren der Karte herausgefallen.' In jedem Fall – so der Sprecher – sei dieser Fehler nicht beabsichtigt gewesen."
 
Kritik von der EKD
 
Am Freitagmorgen schrieb der Sprecher der EKD, Oberkirchenrat Christof Vetter, einen Brief an die Chefredaktion von n-tv:
 
"Erstaunt war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem Internetauftritt die Website 'Israel aus der Karte gefallen' entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender so tendenziös von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der Pressekonferenz in Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In der Gesamtheit der bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen war die Karte unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema der Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige Land war. Dass auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt die Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.
 
Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der vorgetragenen Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in nichts begründete Wertung... Als die Frage nach der Karte mir gestellt wurde, sagte ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen führen müsse, um antworten zu können. Daraus auf 'Überraschung' zu schließen, scheint mir unbegründet.
 
Nicht berichtet wird auf der Website, dass der Ratsvorsitzende mehrmals in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische Kirche allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht Israels bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und weiterhin entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob dies bei n-tv auch wahrgenommen wird.
 
Insgesamt veröffentlichen Sie - und dies nicht zum ersten Mal - eine tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach Israel. Mir drängt sich die Überlegung auf, ob auch die sonstige Berichterstattung von solchen Tendenzen geprägt ist? Der Bericht auf der genannten Website gibt auf jeden Fall die Wirklichkeit und die in Israel bei allen Gesprächen geäußerte Einstellung des Rates der EKD nicht einmal in Ansätzen wieder. Ich bitte Sie, dies von Ihrem Internet-Auftritt zu entfernen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Christof Vetter
(Oberkirchenrat)"
 
Erwiderung von Ulrich W. Sahm
 
"Nachdem bei der Israel-Fahrt der katholischen Bischöfe ein paar unvorsichtige Sprüche deren ganzen Besuch überschattet hatten, durfte wohl ein besonders umsichtiges Vorgehen der EKD erwartet werden. Umso erstaunter waren wir, nur wenige Tage vor deren Abreise einen Leitartikel auf der EKD-Website zufällig zu entdecken, der von angesehenen Theologen wie Hans Maaß und Ekkehard Stegemann als 'böswillige Geschichtsklitterung' bezeichnet wurde. Mehrere befragte Theologen sahen darin das Volk der Juden als 'Gottesmörder' darstellt.
 
Es gehört zu unserer Journalistenpflicht, derartiges zu vermelden und betrachten das nicht als 'tendenziöse Berichterstattung'. Allerdings war es ebenso unsere journalistische Pflicht, die Entschuldigung von Bischof Wolfgang Huber zu veröffentlichen. Gleiches gilt für die Landkarte ohne den Namen 'Israel'. Der EKD sollte bekannt sein, dass das Fehlen von 'Israel' auf arabischen Landkarten, in palästinensischen Schulbüchern, auf Internetseiten der Weltbank und einst sogar auf Karten der Lufthansa regelmäßig zu weltweiten Schlagzeilen führt und keineswegs nur bei Israelis Empörung hervorruft.
 
Wir haben zu keinem Zeitpunkt der EKD unterstellt, dass sie das Existenzrecht Israels in Frage stelle. Gleichwohl stellt diese Landkarte eine Panne dar, die bei einer bedeutenden deutschen Kirche, noch dazu während eines Besuches in Israel, nicht hätte passieren dürfen."

http://www.n-tv.de/790512.html

Wegen der „verschwundenen“ homepage bei n-tv und der Landkarte gab es mehrere Anfragen bei n-tv aber auch bei der EKD

14.4. Brief von B. an Vetter:  Lapsus oder Absicht?

Sehr geehrte Damen und Herren,

hat die EKD womöglich vergessen, dass es auch einen Staat Israel gibt, der auf der Landkarte existiert?

Herr Vetter hat sich dahingehend erklärt, er hätte vergessen, den Namen Israel einzufügen.

So weit, so schlecht.

Merkwürdige Vergesslichkeit, meinen sie nicht auch, wenn man bedenkt, dass alle angrenzenden Staaten zu Israel eingetragen sind?

Aus welchem palästinensischen Schulbuch stammt diese Karte, könnte man jetzt weiterfragen.

Eines ist jedenfalls sicher: Die Schulbücher der PA werden von der EU finanziert.

„Einsame Klasse“

Mit freundlichen Grüßen

B.

14.4. Brief von R. An Honestly Concerned

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einiger Befremdung nehme ich Ihre Kampagne gegen die Deutsche Evangelische Kirche zur Kenntnis. Zum Stein des Anstoßes sei gesagt: Es ist üblich, bei Beschreibungen von Ländern auf einer dazugehörigen Landkarte das nämliche Land selbst nicht mehr ausdrücklich zu bezeichnen. Es werden dann nur noch die Nachbarstaaten eingetragen.

Bitte vergleichen Sie hierzu die Landkarte gleichen Zuschnitts anbei von der Internetseite des israelischen Innenministeriums. Mit Sicherheit stellt weder diese Behörde noch die Evangelische Kirche Deutschlands das Existenzrecht Israels infrage.

Mit freundlichem Gruß, R

14.4. Antwort von Sahm an R.

 

Sehr geehrter Herr R.,

 

Es gibt in der Tat zahllose Landkarten, wo in der Tat der Name drüber steht, oder aus politischen Gründen eben auch weggelassen wurde. Das ist mir wohlbekannt, aber genau deshalb können Karten ein Politikum sein, müssen es aber nicht.

 

Ich bin Journalist und meine Aufgabe ist es, genau hinzuschauen.

 

1) Mir fiel die Karte auf, weil ich geschult bin, auf solche Feinheiten zu achten.

2) Herr Vetter behauptete zunächst, die Buchstaben seien beim Fotokopieren von der Karte gefallen.

3) Bischof Huber behauptete heute bei einer Pressekonferenz in Berlin, dass "kein Platz auf der Seite" gewesen sei, um den Namen Israel einzutragen. Überzeugen Sie sich bitte selber unter EKD.jpg (beigefügt).

4) Inzwischen hat Vetter gegenüber einem Bekannten von mir gemailt, dass die Karte aus einer "israelischen Internetseite" entnommen worden sei. Dieses ist der von Vetter gelieferte link. http://www.science.co.il/Israel-Neighbors-map.asp

5) Nun wurde die Originalkarte der EKD und die Karte von Vetter, die angebliche Quelle, nebenandergestellt:

http://flickrcom/photos/neveragain2006/461581348/

6) Auch wenn Vetter und Huber es dementieren, so weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass es doch eine Absprache gegeben hat: Palästinenser hatten eine Karte ohne Israel gefordert und die deutschen EKD Vertreter haben dem zugestimmt haben. Das ist für mich nicht akzeptabel und für viiele andere Menschen auch nicht.

 

Dies ist keine Kampagne gegen die EKD, sondern die EKD verwickelt sich (siehe den Kartenvergleich) in Widersprüche und Lügen, anstatt sich hinzustellen und einen "Fehler" einzugestehen. Dann wäre die Geschichte längst aus der Welt . Vetter wollte zudem n-tv zensieren, was eine Ungeheuerlichkeit ist, hielt sich nicht an eine Absprache mit n-tv, mich anzurufen, und verschickt Briefe an Dritte weiter in denen er n-tv der "tendenziösen Berichterstattung" usw bezichtigt. Es wäre wohl fair, die EKD einer "Kampagne" zu bezichtigen.

 

Zudem habe ich in einer Reaktion auf Vetters Beschwerde ausdrücklich geschrieben, dass ich der EKD keineswegs unterstelle, die Existenz Israels in Frage zu stellen. Es darf aber doch wohl erlaubt sein, die EKD eines politischen Faux Pas zu bezichtigen, und es ist deren Problem, wenn die unfähig sind, das einzusehen und sich einfach dafür zu entschuldigen, anstatt fast stündlich die Geschichte mit neuen Absurditäten weiterzudrehen.

 

http://www.n-tv.de/790512.html

 

Als ich das geschrieben hatte, ahnte ich noch nicht, dass es keine "Panne" war sondern Absicht.

19.4. Brief von Vetter an G.

 Sehr geehrter Herr G.,

 

Ich antworte auf Fragen, auf Beschimpfungen und Ironie sehe ich keinen Grund, der Aufklärung zu dienen. Bei der Karte, die in der Pressekonferenz verteilt wurde, handelt es sich um die Karte, die auf einer israelischen Internetseite angeboten wird. Um sie übersichtlicher zu machen, wurde sie vergrößert. Bei diesem Kopiervorgang ist die Überschrift "Israel" weg gefallen. Die Überschrift wäre zudem falsch gewesen, da die Karte auch die palästinensischen Autonomiegebiete zeigt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Christof Vetter

14.4. Meine Erklärungen dazu an G.

 

1) Die von Vetter angegebene Karte der "israelischen Homepage" ist nicht identisch mit der ausgeteilten Karte. Er lügt.

2) Er hat behauptet, die EKD habe die Karte nur übernommen und nicht bearbeitet. Falls er darauf besteht, dass das die Vorlage war, dann lügt er schon wieder, denn jemand muss die Grenzlinien zu den besetzten Gebieten eingezeichnet haben.

3) Mit ziemlicher Sicherheit lügt er auch mit der Behauptung "israelische Homepage". Eine tatsächlich identische Vorlage haben wir bisher nur auf zwei amerikanischen Webseiten entdeckt, nicht aber auf einer israelischen.

4) die palästinensischen Autonomiegebiete sind auf der Karte ausdrücklich ausgewiesen als "Gaza-Strip, Westbank Golan Heights (occup. by Israel) Es bleibt also dabei, dass die pal. Gebiete vorhanden sind, Israel aber nicht

  

Nur eine seiner beiden Angaben kann stimmen


Hubers Predigt beim Festgottesdienst

15.4. Predigt Jerusalem.doc   Ton der Dankbarkeit und Freude

EKD-Rat beendet Reise nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete mit Festgottesdienst

Im Festgottesdienst anlässlich der Grundsteinlegung für das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Ölberg in Jerusalem und anlässlich der Vertragsunterzeichnung über die Kirchengemeinschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land predigte der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, in der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg in Jerusalem. Mit dem Gottesdienst wird die einwöchige Reise des Rates der EKD nach Israel ins Heilige Land.

Nachfolgend der Wortlaut der Predigt von Bischof Wolfgang Huber über einen Abschnitt aus dem Markusevangelium (Markus 16,9-15):

I.

Liebe Festgemeinde hier in der Himmelfahrtskirche,

Ich kann nur hoffen, dass es mir heute besser ergeht als Maria von Magdala damals. Sie stimmte den Ton der Freude und der Dankbarkeit an; aber es dauerte einige Zeit, bis man ihr glaubte. Auch ich kann gar nicht anders, als den Ton der Freude und der Dankbarkeit anzustimmen; und ich hoffe, Sie stimmen in diesen Ton mit ein. Maria teilt ihre Freude mit; und ich kann gar nicht anders, als an diesem festlichen Tag der großen Freude über die Gemeinschaft Ausdruck zu geben, die wir in der Woche unseres Besuchs hier in Jerusalem erlebt haben und die nun ganz besonders in diesem Gottesdienst Gestalt annimmt.

Verbunden sind wir im Gebet zu Gott, im Hören auf sein Wort, in der Feier des Heiligen Abendmahls. Wir bekräftigen feierlich die Gemeinschaft zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land und der Evangelischen Kirche in Deutschland. Wir gedenken miteinander der Geschichte, die sich mit der Auguste-Victoria-Stiftung und der Himmelfahrtskirche verbindet. Auf der Grundlage dieser Geschichte kann die Gemeinschaft wachsen zwischen unseren Kirchen wie zwischen den Gemeinden am Ort, zwischen den deutschen Institutionen in Jerusalem und im Heiligen Land, die uns anvertraut sind, und den Christen, die ihrem Leben hier Gestalt geben und die wir in die Zukunft begleiten wollen. Gebe Gott, dass es eine gute Zukunft ist.

Wir schließen uns Maria an, der ersten Zeugin der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Für sie ist die Begegnung mit dem Auferstandenen der Grund österlicher Freude. Sie trägt sie zu den Jüngern. Sie trägt sie zu uns. Ob wir ihr glauben?

 

II.

Begleiten wir Maria auf ihrem Weg, so tritt zu dem Ton österlicher Freude die Stimmung ungläubiger Verzagtheit hinzu. Die erste Reaktion der Jünger ist von Hoffnungslosigkeit geprägt. Sie stammt aus der Situation von Menschen, die Leid tragen und darüber weinen. Die dem Tod begegneten, wo sie Leben suchten. Die Zerstörung sahen, als sie aufbrechen wollten.

Da haben wir die ganze Spannweite menschlicher Existenz: Freude, die nicht an sich halten kann, dort; Verzweiflung, die nichts an sich heran kommen lässt, hier. In dieser Spannung leben wir als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu auch heute. Sie gehört zu unserem Glauben. Wir sind selbst Menschen, Die Leid tragen und weinen: Wenn wir durch Yad Vashem gehen und das Grauen erinnern, das dort vergegenwärtigt wird. Wenn wir die Friedlosigkeit sehen, die den Nahen Osten bestimmt und sich in gigantischen Sicherheitsmaßnahmen Ausdruck verschafft. Wenn wir durch die Checkpoints gehen oder die Wege sehen, die unseren Mitchristen versperrt sind. Aber selten ist mir der Osterjubel näher gegangen als eben in dieser Situation. Und von Herzen gern habe ich in diesen Tagen ausgerufen: Christus ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden.

Diese Spannung prägt auch den Ort, an dem wir uns versammeln - in der Vielgestaltigkeit der Zeiten, die er gesehen hat, der Aufgaben, die hier wahrgenommen werden, der Hoffnungen wie der Befürchtungen, die hier gehegt werden. Vor allem anderen ist dieses Gelände, dessen Grundstein vor hundert Jahren gelegt wurde, ein Ort für Pilger: für Menschen auf der Suche nach dem Heil wie nach den Wurzeln ihres Glaubens, für Menschen auf der Suche nach Gesundheit oder beim Abschied vom Leben. Unterwegs zwischen Verzagtheit und Hoffnung, pilgernd im Glauben oder dem Glauben fern, doch umfangen von der Verheißung dessen, der sein Evangelium aller Kreatur anvertraut.

 

III.

Mit heißem Herzen haben wir teilgenommen an dem Leid, das im Heiligen Land unübersehbar ist. Und doch begegnet uns in diesen Tagen auch der Auferstandene selbst. Unser Unglaube und unseres Herzens Härte behalten nicht das letzte Wort. Wir können ihn wahrnehmen, den Frieden, der höher ist als alle Vernunft. Jugendliche haben wir in diesen Tagen erlebt, die über die Wahrheit von Träumen sprachen. Menschen sind uns begegnet, die aus der Geschichte lernen wollen. Entschlossene haben uns davon berichtet, wie sie der Selbstbestimmung der Menschen Bahn brechen wollen. Mutige traten uns entgegen, die von ihren Visionen nicht ablassen. Das Bekenntnis wird konkret, dass Gott den Menschen nach seinem Bild schuf - b`tselem.

Der Glaube an den Auferstandenen weckt eine Hoffnung, die über den Horizont bitterer Erfahrungen hinausführt. Er hält sich an die Liebe, die Räume öffnet und Brücken baut. Am Ursprungsort unseres christlichen Glaubens zeigt sich ein Mosaik dieser Hoffnung und dieser Liebe. Wie Touristen und Pilger sich durch die Erhabenheit und Weite des Blicks vom Turm dieser Kirche anrühren lassen, so kann sich der Blick des Glaubens gestärkt wissen durch die Vielzahl der Zeichen von Hoffnung und Liebe, die im weiten Umkreis dieser Kirche zu finden sind.

 

IV.

Gewiss: Der Zweifel bleibt nahe. Dem Zeugnis der Maria von Magdala wollten die Jünger zunächst so wenig vertrauen wie den beiden, denen sich der Auferstandene unterwegs offenbarte. Aber unser Herr Jesus Christus lässt die Seinen nicht allein. Schritt für Schritt tritt er mitten unter sie.

Gerade ihnen traut er zu, seine Zeugen zu sein. Er ruft auch uns als seine Nachfolgerinnen und Nachfolger in die Verantwortung für sein Wort - auch dort, wo wir in der Gemeinschaft mit Menschen anderen Glaubens leben. Er sendet uns in die Welt. Er macht uns zu Botschafterinnen und Botschaftern des Evangeliums. Unser Zeugnis wird vom Grundton der Freude bestimmt sein. In ihn wollen wir einstimmen. Heute, morgen und in Ewigkeit. Amen.

Hannover/Jerusalem, 15. April 2007

15.5. Rundbrief an Freunde,

 

gestern Abend hielt ich einen Vortrag vor einer evangelischen Gruppe, die am Morgen am Festgottesdienst auf Auguste Victoria teilnahm. Sie hatte ein "eigentümliches Gefühl" nach der Predigt von Huber. Aufgefallen ist ihr nur, dass er das Wort Israel nicht in den Mund nahm, sondern stets nur vom "Heiligen Land" sprach, wenn er vielleicht auch Israel meinte.

 

Ich habe mir dessen Predigt genauer angeschaut.

 

"Wir sind selbst Menschen, Die Leid tragen und weinen: Wenn wir durch Yad Vashem gehen und das Grauen erinnern, das dort vergegenwärtigt wird. Wenn wir die Friedlosigkeit sehen, die den Nahen Osten bestimmt und sich in gigantischen Sicherheitsmaßnahmen Ausdruck verschafft."

 

In einem Atemzug kommt da Yad Vaschem und die "Friedlosigkeit" im Nahen Osten vor. Und wie drückt sich diese Friedlosigkeit, die also offenbar mit der Holocaust-Gedenkstätte assoziiert wird, aus? Nicht durch Selbstmordattentäter, Raketen die bis heute vom Gazastreifen aus abgeschossen werden oder versuchten Bombenanschlägen und auch nicht durch die Gräber und Krüppel auf beiden Seiten. Nein, diese mit dem Holocaust in Verbindung gebrachte "Friedlosigkeit" findet ihren Ausdruck in "gigantischen Sicherheitsmaßnahmen". Gemeint ist natürlich die Mauer, von Israel auch anti-Terror-Sperrwall genannt.

 

Da sagt Huber etwas, das aus meiner Sicht noch schlimmer ist, als was die katholischen Bischöfe mit ihrem unsäglichen und "entschuldigten" Vergleich mit dem Warschauer Ghetto gesagt haben.

 

Nächster Punkt:

 

"Wenn wir durch die Checkpoints gehen oder die Wege sehen, die unseren Mitchristen versperrt sind."

 

Huber scheint nicht gewusst zu haben, dass ausgerechnet in diesen Ostertagen, "unsere Mitchristen" durchaus die Genehmigung erhielten, nach Jerusalem zu reisen.

 

Dritter Punkt:

 

"Das Bekenntnis wird konkret, dass Gott den Menschen nach seinem Bild schuf - b`tselem"

 

Welch Zufall, als einziges Fremdwort "b´tselem". "Nach dem Bild Gottes" heißt aber "b´tselem Elohim". Doch hätte Huber den ganzen hebräischen Begriff zitiert, dann hätte er die wohl gewünschte Assoziation verpatzt: Die gleichnamige israelische Menschenrechtsorganisation, die es sich zur Aufgabe macht, israelische Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen an Palästinensern aufzudecken, während palästinensische Menschenrechtsverletzung nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehören. B´tselem ist übrigens eines der wenigen Projekte in Israel, das von der EKD finanziell unterstützt wird, wie bei der Pressekonferenz der EKD in Jerusalem mitgeteilt wurde.

 

Huber übt sich hier nicht in Äquidistanz, sondern verhöhnt die sonst von ihm verkündete "Solidarität" mit Israel.

 

Diese Predigt folgt der Darstellung der Juden als Schuldige am Tod Jesu (Gottesmörder) in einem von Christof Vetter verfassten und auf der Internetseite der EKD veröffentlichten Editorial sowie die Bereitschaft von Vertretern der EKD in Jerusalem, einer Forderung ihrer palästinensischen Mitchristen stattzugeben, in der Pressemappe eine Landkarte zu verwenden, auf der der Name Israel nicht vorkommt. Oder wie Ahmadinidschad es ausdrücken würde: Israel von der Landkarte zu löschen.

 

Die komplette Predigt ist angehängt. Überzeugen Sie sich selbst.

 

16.4. Ein Blog zu „Hubers Vetter“

"Nur durch die Wahrheit wird aus Erinnerung Orientierung!"

 
Ratsvorsitzender Bischof Wolfgang Huber in Yad Vashem

Nachdem der Pressesprecher der EKD lauthals bei N-tv interveniert hat, und zeitweise der Artikel, der die Oberpeinlichkeit mit der "Landkarte ohne Israel" vom Netz genommen wurde, werden immer mehr Details bekannt, wie es dazu gekommen ist, dass die EKD eine Karte auf einer Pressekonferenz aushändigte, die ebenso auch aus den Druckstätten der einschlägig bekannten Antesemiten des Nahen Ostens hätte stammen können.

Was hat dem Huber sein "Vetter" gemeint, auf den Käse hauen zu können, als er schrieb:

"Erstaunt war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem Internetauftritt die Website 'Israel aus der Karte gefallen' entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender so tendenziös von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der Pressekonferenz in Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In der Gesamtheit der bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen war die Karte unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema der Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige Land war. Dass auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt die Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.
 
Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der vorgetragenen Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in nichts begründete Wertung... Als die Frage nach der Karte mir gestellt wurde, sagte ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen führen müsse, um antworten zu können. Daraus auf 'Überraschung' zu schließen, scheint mir unbegründet.
 
Nicht berichtet wird auf der Website, dass der Ratsvorsitzende mehrmals in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische Kirche allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht Israels bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und weiterhin entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob dies bei n-tv auch wahrgenommen wird.
 
Insgesamt veröffentlichen Sie - und dies nicht zum ersten Mal - eine tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach Israel."

Nein, Herr Huber und Herr Vetter, nicht N-TV  berichtet tendenziös , es scheint nach vorliegenden Informationen nun sicher, dass der Name Israel nicht zufällig beim kopieren weggefallen ist.

Sehen wir an, was Israelnetz berichtet:

"Wie aus Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter keinen Umständen beim Namen genannt werden wollten, stellt sich heraus, dass die Mappe mit der Landkarte nach langen Beratungen in Jerusalem zusammengestellt worden war. Dabei bestanden die palästinensischen Repräsentanten, darunter Bischof Mounib Jounan, darauf, eine Landkarte ohne die Erwähnung 'Israel' zu verwenden. Die deutschen Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So erweist sich, dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen Partner bereit war, 'Israel von der Landkarte zu löschen'. Das erklärt jetzt auch, wieso für diese deutschsprachige Broschüre keine deutschsprachige Landkarte als Vorlage benutzt wurde, sondern eine englischsprachige. Dieses beweist auch, dass die Broschüre nur in Jerusalem und nicht etwa im Hauptsitz der EKD in Hannover entstanden ist.'"

http://www.israelnetz.de/show.sxp/13358.html?wow=new&sxpident=25558704382585-VwE-4934172-Y--303059M9791972-

Herr Huber, nur durch Wahrheit wird aus Erinnerung Orientierung. In Hinblick auf Ihre Pilgerfahrt, vermisse ich bei Ihnen sowohl das eine als auch die anderen´, sowie ich ferner Leute in Ihrer Kirche vermisse, die den Schneid besitzen, den Leuten, die sie durch ihre Kirchensteuer bezahlen, mal richtig das Fell über beide Öhrchen zu ziehen und mit Ihnen einmal Tacheles zu reden.

 

http://neveragain06.myblog.de/neveragain06/art/139658972/

16.4. Vetter entlarvt (falsche) Quelle zur Karte

Christofs Verständigungsbeitrag

Nachdem, wie hier berichtet, Bischof Huber die Aufgabe des EKD-Stoßtrupps im Heiligen Land dahingehend erklärte,  dass man dolmetschen und interpretieren und so einen Beitrag für Versöhnung und Verständigung liefern wolle, überrascht EKD-Pressemensch Christof Vetter durch eine erstaunliche Kurzatmigkeit, wenn es darum geht, als Pressesprecher kritische Anfragen zu beantworten. Er verweigert einfach die Auskunft, und erklärt konkrete Anfragen als Scheindebatten. So geht es aus einem mir vorliegenden Schriftwechsel hervor.

Vom kirchensteuerfinanzierten Weichpolster aus, demonstriert das Aushängeschild "protestantischer" Öffentlichkeitsarbeit somit eindrücklich, was die EKD unter Dialogfähigkeit verstanden wissen will.  

Ich bin gespannt, ob Christof Vetter auch einen faktenvollen Brief Ulrich Sahms gleichermaßen ignorien wird, den ich ungekürzt hier veröffentliche:

 Sehr geehrter Herr Vetter,

leider haben wir uns bei Ihrem einwöchigen Besuch in Israel nicht treffen können. Und Sie haben mich trotz einer entsprechenden Absprache mit Herrn Kerscher von n-tv nicht angerufen.

Mir wurde der nachfolgende Brief zugeleitet. Ich bin sehr verärgert darüber, dass Sie Behauptungen negieren, die Ihnen sogar kompetentere Leute als ich vorgeworfen haben, darunter Hans Maaß und Professor Stegemann.

In Ihrem Editorial schrieben sie:

die Juden, die seine Kreuzigung gefordert haben

so hat er die Meute (der Juden) entfesselt

Er gab dem Volk (der Juden) die Wahl

Pilatus hat sich dem Urteil des aufgewiegelten Volkes (der Juden) gebeugt

vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes (der Juden) bewahrt hätte

Sie kennen die Briefe der oben genannten Theologen, die Ihnen Geschichtsklitterung vorgeworfen haben, indem Sie Pilatus in Ihrem Editorial verniedlicht haben. Und jetzt behaupten Sie gegenüber Fremden, dass Sie in Ihrem Editorial dem jüdischen Volk keine Schuld zugesprochen hätten. Was bedeuten denn sonst die oben zitierten Sätze aus Ihrem Editorial?

Was die Karte angeht. Gegenüber Norbert Jessen von der "Welt", der mit Ihnen gesprochen hatte, als Sie offensichtlich auf einem Feldweg nach Jerusalem gefahren sind in ihrem "rumpelligen Bus", haben Sie die Karte bestätigt und dass der Name "Israel" wohl bei Fotokopieren herausgefallen sei. Ich habe Neuigkeiten für Sie. Mir ist aus zwei zuverlässigen Quellen bekannt geworden, dass es vor Ihrem Besuch eine Besprechung zu der besagten Pressemappe gab, und dass da die beteiligten deutschen (EKD) Vertreter einer ausdrücklichen Forderung der palästinensischen Vertreter stattgegeben hatten, eine Karte "ohne den Namen Israel" zu verwenden, wie das bei den Palästinensern auf ihren höchstoffiziellen Karten üblich ist (habe erst gestern bei der Tourismusministerin Khouloud Diabes in ihrem Büro ein paar Landkarten ihres Ministeriums mitgenommen. Da können sie vergeblich nach "Israel" suchen.)

Indem das also keine Panne, sondern ein bewusster Beschluss war, hat da die EKD mitgespielt, eine Karte zu verteilen, auf der der Name des Staates Israel fehlt. Es ist ein sehr symbolischer Akt, den Staat Israel "von der Landkarte zu löschen".

Wenn Sie das alles für eine "Scheindebatte" halten, die zu nichts führt, dann frage ich mich, was eigentlich Bischof Huber mit "Solidarität" mit Israel oder gar mit "Existenzrecht Israels" meint, wenn er sich doch gegenüber David Rosen nach dessen Angaben für Ihr Editorial "entschuldigt" hat, oder wenn er in seiner Predigt in Auguste Victoria nicht ein einziges Mal den Namen "Israel" erwähnt und allein den neutraleren Begriff "Heiliges Land" verwendet.

(Dieses wurde mir "mit großem Befremden" von einer evangelischen Gemeindegruppe aus Deutschland zugetragen, die an dem Gottesdienst teilgenommen hat. Später habe ich mir dann die von Ihnen verschickte Predigt zu Gemüte geführt und per Suchmaschine erfolglos nach dem Wort "Israel" gesucht)

Welch Zufall, dass Huber in seiner Predigt als Fremdwort "Betselem" erwähnt, was zufällig auch eine israelische Menschenrechtsorganisation ist, eine der wenigen Institutionen in Israel, die laut Pressekonferenz in Auguste von der EKD finanziell unterstützt wird. Sie wissen gewiss, dass diese Organisation es sich zur Aufgabe gemacht hat, allein israelische Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, nicht aber palästinensische. Da habe ich natürlich absolut nichts dagegen einzuwenden, doch unter dem Strich geht es allein darum, wieder mal "die Juden" als Mörder, Verbrecher und Menschenrechtsverletzer darzustellen, während die EKD offenbar kein Bedürfnis empfindet, auch mal dokumentieren zu lassen, wer, warum und wie eigentlich "Leid im Heiligen Land" verursacht , wobei ich ausnahmsweise Israel und nicht die palästinensischen Autonomiegebiete meine.

Da Sie ohne Bedenken einen Brief an die Chefredaktion von n-tv mit böswilligen Verunglimpfungen (tendenziöse Berichterstattung usw) auch an andere Adressaten verschicken, obgleich es sicherlich nicht Ihre Aufgabe als Sprecher der EKD ist, einen angesehenen Sender gegenüber Dritten zu verunglimpfen, erlaube ich es mir, diesen Brief genauso zu verbreiten.

Wenn Sie Kritik an n-tv haben, dann ist es Ihr gutes Recht, diese in einem Brief an die Chefredaktion zu schicken, wie Sie das ja auch getan haben. Ihre Forderung einen Beitrag bei n-tv online streichen zu lassen, obgleich Sie ihn inhaltlich bestätigten und sonst keine sachlichen Einwände hervorbrachten, halte ich freilich für eine nicht-akzeptable Zensur. Und dann ihre interne Kritik an n-tv noch an Dritte zu verbreiten, ohne n-tv um eine Stellungnahme zu bitten , halte ich für ein sehr befremdliches Vorgehen.

Ihr Editorial war öffentlich und so ist im Rahmen der Meinungsfreiheit auch Kritik daran legitim.

Sie haben gegenüber Jessen die Existenz der Karte ohne die Landesbezeichnung "Israel" bestätigt. So ist auch in diesem Punkt Kritik legitim.

Und wenn ich jetzt Herrn Huber als Repräsentant der EKD vorwerfe, in seiner Predigt das Wort "Israel" nicht in den Mund genommen, sondern als "Heiliges Land" umschrieben zu haben, werden Sie das wohl auch als "Scheindebatte" abtun.

Verehrter Herr Vetter, ich habe noch weitere Argumente gesammelt, obgleich ich die Gewissheit hatte, dass der Rat der EKD es "besser" machen würde als die katholische Bischofskonferenz, die ihren Besuch im "Heiligen Land" durch unbedachte Äußerungen überschattet hat.

Als evangelischer Christ, der jahrzehntelang seine "Heimat" in der Erlöserkirche in Jerusalem fand, bin ich zutiefst enttäuscht.

Besonders die Tatsache, dass die Verwendung einer Landkarte ohne "Israel" aufgrund einer Forderung der Palästinenser von den Vertretern der EKD, also meiner Kirche, akzeptiert, worden ist, hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Magen umgedreht, als ich das aus zuverlässiger Quelle erfuhr und es mir aufgrund weiterer Recherchen aus zweiter Quelle bestätigt worden ist.

Für mich ist undenkbar, dass eine der großen, wichtigen und vor allem moralischen Institutionen Deutschlands, die EKD, letztlich der Politik des iranischen Präsidenten Ahamdinidschad oder des ehemaligen Hamas-Außenministers Asahar zustimmt, Israel "von der Landkarte zu löschen". Wenn sogar die EKD das akzeptiert, dann hat sich jenes Deutschland nach 1945, in dem ich aufgewachsen bin, dem ich angehöre und das ich in Israel und in den palästinensischen Gebieten seit Jahrzehnten propagiert habe, wohl doch nicht geändert. Nachdem mein Land sechs Millionen Juden vernichtet hat, würde eine Auslöschen des jüdischen Staates von der Landkarte einen weiteren Holocaust an sechs Millionen Juden bedeuten. Und Sie wissen, dass das keine leeren Worte sind, sondern bis heute Politik der arabischen Welt, gängige Meinung in den Palästinensergebieten und gezielte Planung in Teheran, wo an der Atombombe gebastelt wird.

Es ist für mich ein unerträglicher Gedanke, dass die EKD genau da mitmacht, vorerst nur symbolisch, aber dennoch. Da gestaltet sich ein Besuch in Jad Vaschem als leere Pflichtübung und die Solidaritätsbekundung mit dem "Existenzrecht Israels" als Worthülse, die nicht einmal bei einer simplen Landkarte in der Pressemappe bei einer PK der EKD umgesetzt wird, weil die EKD glaubt, auf palästinensische Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen zu müssen. Mit wem sollen oder wollen eigentlich nach Meinung der EKD die Palästinenser Frieden schließen, wenn nicht einmal auf einer Landkarte der EKD bei einer PK in Jerusalem das Wort "Israel" erscheinen darf.

So wie Sie keine Bedenken haben, Kritik an mir oder an meinen Berichten an Dritte zu verbreiten, werden Sie sicherlich keinerlei Einwände haben, dass ich jetzt meine Kritik an Sie ebenfalls veröffentliche und so weit streue, wie es das Internet ermöglicht.

MfG

Ulrich W. Sahm

(Selbstverständlich hat Vetter diesen Brief von mir bis heute ignoriert)

16.4. Briefwechsel  R. und  Christof Vetter Betreff: Landkarte ohne Israel

Sehr geehrter Herr Bückert,

 

das haben wir auch gelesen. Schade, dass keine Quelle genannt ist, die würde uns auch interessieren. Solche Absprachen mit wem auch immer gab es nicht - schon deshalb nicht, weil die Karte von einer israelischen Internetseite genommen ist  und gar nicht - wie diese Zeilen - selbst produziert wurde.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Christof Vetter

Sehr geehrter Herr Vetter,

vielen Dank für Ihre Reaktion. Können Sie mr den link der israelischen Internetseite noch eben nennen?

 

Mit freundlichen Grüssen

Roger Bückert

Sehr geehrter Herr Bückert,

 

http://www.science.co.il/Israel-info.asp

 

Mit freundlichen  Grüßen

Christof Vetter

Sehr geehrter Herr Vetter,

nochmals danke. Nur um sicherzugehen: Meinen Sie die Karte: http://www.science.co.il/Israel-Neighbors-map.asp ?

 

Mit freundlichen Grüßen

Roger Bückert

 

From: Vetter, Christof

Ja

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Christof Vetter

 

 

Sehr geehrter Herr Sahm,

Herr Vetter hat gerade bei mir die Herkunft aus israelischer Quelle der besagten Karte behauptet. Ich stelle bei kurzer Überprüfung schon fest, dass diese in mindestens 2 Punkten von der Karte abweicht, die bei der Pressekonferenz verteilt wurde.

Auch macht die Karte MIT Überschrift auf der isralischen Seite Sinn, während die Pressekonferenzkarte ganau das aussagt, wie Sie es auch beschrieben haben.

HIer nun mein ganzer Schriftwechsel mit Herrn Vetter.

Mit freundlichen Grüßen

R.

Landkarten und kein Ende

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

finden Sie nicht, dass sich die ganze Geschichte um die Karte langsam zu einem Trauerspiel für die EKD entpuppt?

 

"Wie aus Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter keinen Umständen beim Namen genannt werden wollten, stellt sich heraus, dass die Mappe mit der Landkarte nach langen Beratungen in Jerusalem zusammengestellt worden war. Dabei bestanden die palästinensischen Repräsentanten, darunter Bischof Mounib Jounan, darauf, eine Landkarte ohne die Erwähnung 'Israel' zu verwenden. Die deutschen Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So erweist sich, dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen Partner bereit war, 'Israel von der Landkarte zu löschen'. Das erklärt jetzt auch, wieso für diese deutschsprachige Broschüre keine deutschsprachige Landkarte als Vorlage benutzt wurde, sondern eine englischsprachige. Dieses beweist auch, dass die Broschüre nur in Jerusalem und nicht etwa im Hauptsitz der EKD in Hannover entstanden ist.'" http://www.israelnetz.de/show.sxp/13358.html?sxpident=849699--SSjK9152270--m1351348---JFOQt

 

 

Nachdenklich und betroffen

R.

Kartenvergleich

Die Karte links gibt der Pressesprecher der EKD als Quelle für die rechts stehende, bei der in der Pressekonferenz im Rahmen der Nahostreise des EKD-Rates verteilten Karte an.
Wo sind die Unterschiede? 

16.4. Briefwechsel Vetter und B. : Weder Lapsus noch Absicht

Sehr geehrter Herr B.,

 

ich bedanke mich für Ihre Reaktion.

 

Die Äußerungen von Herrn Sahm möchte ich nicht mehr kommentieren, weder wurde in dem von ihm genannten Editorial dem jüdischen Volk irgendeine Schuld zu gesprochen, noch auf der Karte die Existenz des Staates Israel negiert. Es ist eine Scheindebatte, die zu nichts führt.

 

 Mit freundlichen Grüßen

 

Christof Vetter

 

Sehr geehrter Herr Vetter,

ich bedanke mich für Ihre Antwort.

Ihren Standpunkt und erst recht die Schlussfolgerung (Scheindebatte) kann ich aber leider nicht teilen.

Mit freundlichen Grüßen

B.

19.4. Pastor A. der Israel gut kennt an Sahm

Lieber Ulli,

mit großem Interesse und steigendem Zorn habe ich deinen Artikel über den Besuch von Huber gelesen. Herzlichen Glückwunsch - ich hoffe sehr, dass er auch in Deutschland publiziert worden ist.

Die Angelegenheit um die Karte ist ein echter Skandal - und deine Schlussfolgerung, dass sich damit die EKD (ungewollt? naiv? unwissentlich?) zum Helfer von Ahmadinedschad und der Hamas macht, bringt die Angelegenheit auf den Punkt. Danke.

Ein einer Stelle habe ich jedoch eine Frage: Was beweisen die Erfahrungen von Huber den deutschen Journalisten an der Übergangsstelle "Rachels Grab"? Doch eigentlich überhaupt nichts. Ich selber weiß aus eigener Erfahrung, dass allein unser gelbes Nummernschild (vom roten Pass ganz zu schweigen) mir an den Übergangsstellen von den Autonomiegebieten zurück immer eine privilegierte Behandlung eingebracht hat. Ich wurde nicht selten an einer langen Schlange von Autos mit blauen Nummernschildern vorbei gewunken, die im Unterschied zu mir manchmal Stunden auf die Abfertigung warten mussten.

Mir ist durchaus auch bewußt, dass meine persönliche Sicherheit, während ich in Israel lebte und bei meinen Besuchen seither, auch von der Effizienz der Kontrollen abhing, von ihrer Fähigkeit, Sprengstoffjacken und Rohrbomben rechtzeitig zu finden.

Ich denke aber, dass du genauso wie ich Berichte von Schikanen und Erniedrigungen kennst, die aus seriösen Quellen stammen. Ich meine dabei ausdrücklich weder die hauptberuflich tourenden und Palästina "repräsentierenden" Lieblingszeugen der deutschen Linken, noch Avnery, Zimmermann und Co., die so bequem sind, weil man sich mit seinen antiisraelischen Polemiken hinter dem Rücken von israelischen Staatsbürgern verstecken kann.

Meine Quellen sind Rabbi Noam Zion vom Shalom-Hartmann-Institut und seine Frau, die noch lange in die 2. Intifada hinein in Ramallah Kurse über Familienhygiene und Geburtsvorbereitung für palästinensische Frauen gegeben hat. Ich denke auch an den uns beiden bekannten Daniel Rossing. Alle drei sind Israelis und einer antiisrelisch oder antizionistischen Haltung unverdächtig.
Natürlich hätten sich die Kontrollen an der Übergangsstelle freundlich gezeigt, schon allein um nicht Öl ins Feuer zu gießen (nach den m.E. absolut skandalösen Äußerungen zweier Mitglieder der DBK), wären sie nicht sowie so (wie mir und dir bekannt und von dir zu Recht betont) zu westlichen Ausländern zuvorkommend und freundlich. Das heißt aber doch nicht, dass es dort gegenüber Palästinensern auch zu Schikanen und Repressalien kommt.

Liebe Grüße

A.

Landkarte entstand in Jerusalem

http://www.israelnetz.de/show.sxp/13358.html?sxpident=-7648655c-7098057--Owsi7331544-vv9435825M

Gegenüber Israelnetz fügte der n-tv-Korrespondent hinzu: "Wie aus Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter keinen Umständen beim Namen genannt werden wollten, stellt sich heraus, dass die Mappe mit der Landkarte nach langen Beratungen in Jerusalem zusammengestellt worden war. Dabei bestanden die palästinensischen Repräsentanten, darunter Bischof Mounib Jounan, darauf, eine Landkarte ohne die Erwähnung 'Israel' zu verwenden. Die deutschen Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So erweist sich, dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen Partner bereit war, 'Israel von der Landkarte zu löschen'. Das erklärt jetzt auch, wieso für diese deutschsprachige Broschüre keine deutschsprachige Landkarte als Vorlage benutzt wurde, sondern eine englischsprachige. Dieses beweist auch, dass die Broschüre nur in Jerusalem und nicht etwa im Hauptsitz der EKD in Hannover entstanden ist.'"

 

13.4. Weiter Brief von B. an Sahm

Besser ein Albtraum, aus dem man aufwacht, als pennen.

Dabei will ich Bischof Huber eigentlich gar keine böse Absicht unterstellen.

Ich glaube nicht, dass er selbst so einen Mist verzapfen würde.

Er kommt mir vor wie ein Getriebener, der hinten und vorne von „Freunden“ und „guten Ratgebern“ in der EKD umzingelt ist.

Aber vielleicht ist das nur meine lutherische Seele, die hier zum Ausdruck kommt und nicht wahrhaben will, wie die Realitäten sind.

Warten wir einmal die nächsten Tage und Wochen ab.

Das wird bestimmt spannend.

Vielleicht schmeißt die EKD deine und meine Mails und die anderer Kritiker einfach in den virtuellen Papierkorb, indem sie bei „Outlook“ eine Spam-Regel installiert hat.

Für was gibt es schließlich emsige und „fürsorgliche“ Vorzimmerdamen, die nichts an den Chef rankommen lassen, was ihn „verletzen“ könnte.

In Zukunft verschicke ich meine Mails an die EKD immer an mehrere Ansprechpartner.

Sahm an Verschiedene

Diese Landkarte lag der offiziellen Pressemappe bei, die während der Pressekonferenz der EKD mit Bischof Huber, Prälat Reimers, Propst Gräbe und Pressesprecher Vetter in Jerusalem ausgeteilt worden ist.

 

Es gibt da  einen Staat namens Sinai, Jordanien, Syrien und Libanon. Es gibt da den Gazastreifen, die Westbank und die Golanhöhen (von Israel okkupiert) nur einen Staat Israel wird man auf dieser Karte vergeblich suchen.

 

16.4. Sahm an Vetter

Sehr geehrter Herr Vetter,

leider haben wir uns bei Ihrem einwöchigen Besuch in Israel nicht treffen können. Und Sie haben mich trotz einer entsprechenden Absprache mit n-tv nicht angerufen.

Mir wurde der nachfolgende Brief zugeleitet. Ich bin sehr verärgert darüber, dass Sie Behauptungen negieren, die Ihnen sogar kompetentere Leute als ich vorgeworfen haben, darunter Hans Maaß und Professor Stegemann.

In Ihrem Editorial schrieben sie:

die Juden, die seine Kreuzigung gefordert haben

so hat er die Meute (der Juden) entfesselt

Er gab dem Volk (der Juden) die Wahl

Pilatus hat sich dem Urteil des aufgewiegelten Volkes (der Juden) gebeugt

vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes (der Juden) bewahrt hätte

Sie kennen die Briefe der oben genannten Theologen, die Ihnen Geschichtsklitterung vorgeworfen haben, indem Sie Pilatus in Ihrem Editorial verniedlicht haben. Und jetzt behaupten Sie gegenüber Fremden, dass Sie in Ihrem Editorial dem jüdischen Volk keine Schuld zugesprochen hätten. Was bedeuten denn sonst die oben zitierten Sätze aus Ihrem Editorial?

Was die Karte angeht. Gegenüber Norbert Jessen von der "Welt", der mit Ihnen gesprochen hatte, als Sie offensichtlich auf einem Feldweg nach Jerusalem gefahren sind in ihrem "rumpelligen Bus", haben Sie die Karte bestätigt und dass der Name "Israel" wohl bei Fotokopieren herausgefallen sei. Ich habe Neuigkeiten für Sie. Mir ist aus zwei zuverlässigen Quellen bekannt geworden, dass es vor Ihrem Besuch eine Besprechung zu der besagten Pressemappe gab, und dass da die beteiligten deutschen (EKD) Vertreter einer ausdrücklichen Forderung der palästinensischen Vertreter stattgegeben hatten, eine Karte "ohne den Namen Israel" zu verwenden, wie das bei den Palästinensern auf ihren höchstoffiziellen Karten üblich ist (habe erst gestern bei der Tourismusministerin Khouloud Diabes in ihrem Büro ein paar Landkarten ihres Ministeriums mitgenommen. Da können sie vergeblich nach "Israel" suchen.)

Indem das also keine Panne, sondern ein bewusster Beschluss war, hat da die EKD mitgespielt, eine Karte zu verteilen, auf der der Name des Staates Israel fehlt. Es ist ein sehr symbolischer Akt, den Staat Israel "von der Landkarte zu löschen".

Wenn Sie das alles für eine "Scheindebatte" halten, die zu nichts führt, dann frage ich mich, was eigentlich Bischof Huber mit "Solidarität" mit Israel oder gar mit "Existenzrecht Israels" meint, wenn er sich doch gegenüber David Rosen nach dessen Angaben für Ihr Editorial "entschuldigt" hat, oder wenn er in seiner Predigt in Auguste Victoria nicht ein einziges Mal den Namen "Israel" erwähnt und allein den neutraleren Begriff "Heiliges Land" verwendet.

(Dieses wurde mir "mit großem Befremden" von einer evangelischen Gemeindegruppe aus Deutschland zugetragen, die an dem Gottesdienst teilgenommen hat. Später habe ich mir dann die von Ihnen verschickte Predigt zu Gemüte geführt und per Suchmaschine erfolglos nach dem Wort "Israel" gesucht)

Welch Zufall, dass Huber in seiner Predigt als Fremdwort "Betselem" erwähnt, was zufällig auch eine israelische Menschenrechtsorganisation ist, eine der wenigen Institutionen in Israel, die laut Pressekonferenz in Auguste von der EKD finanziell unterstützt wird. Sie wissen gewiss, dass diese Organisation es sich zur Aufgabe gemacht hat, allein israelische Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, nicht aber palästinensische. Da habe ich natürlich absolut nichts dagegen einzuwenden, doch unter dem Strich geht es allein darum, wieder mal "die Juden" als Mörder, Verbrecher und Menschenrechtsverletzer darzustellen, während die EKD offenbar kein Bedürfnis empfindet, auch mal dokumentieren zu lassen, wer, warum und wie eigentlich "Leid im Heiligen Land" verursacht , wobei ich ausnahmsweise Israel und nicht die palästinensischen Autonomiegebiete meine.

Da Sie ohne Bedenken einen Brief an die Chefredaktion von n-tv mit böswilligen Verunglimpfungen (tendenziöse Berichterstattung usw) auch an andere Adressaten verschicken, obgleich es sicherlich nicht Ihre Aufgabe als Sprecher der EKD ist, einen angesehenen Sender gegenüber Dritten zu verunglimpfen, erlaube ich es mir, diesen Brief genauso zu verbreiten.

Wenn Sie Kritik an n-tv haben, dann ist es Ihr gutes Recht, diese in einem Brief an die Chefredaktion zu schicken, wie Sie das ja auch getan haben. Ihre Forderung einen Beitrag bei n-tv online streichen zu lassen, obgleich Sie ihn inhaltlich bestätigten und sonst keine sachlichen Einwände hervorbrachten, halte ich freilich für eine nicht-akzeptable Zensur. Und dann ihre interne Kritik an n-tv noch an Dritte zu verbreiten, ohne n-tv um eine Stellungnahme zu bitten , halte ich für ein sehr befremdliches Vorgehen.

Ihr Editorial war öffentlich und so ist im Rahmen der Meinungsfreiheit auch Kritik daran legitim.

Sie haben gegenüber Jessen die Existenz der Karte ohne die Landesbezeichnung "Israel" bestätigt. So ist auch in diesem Punkt Kritik legitim.

Und wenn ich jetzt Herrn Huber als Repräsentant der EKD vorwerfe, in seiner Predigt das Wort "Israel" nicht in den Mund genommen, sondern als "Heiliges Land" umschrieben zu haben, werden Sie das wohl auch als "Scheindebatte" abtun.

Verehrter Herr Vetter, ich habe noch weitere Argumente gesammelt, obgleich ich die Gewissheit hatte, dass der Rat der EKD es "besser" machen würde als die katholische Bischofskonferenz, die ihren Besuch im "Heiligen Land" durch unbedachte Äußerungen überschattet hat.

Als evangelischer Christ, der jahrzehntelang seine "Heimat" in der Erlöserkirche in Jerusalem fand, bin ich zutiefst enttäuscht.

Besonders die Tatsache, dass die Verwendung einer Landkarte ohne "Israel" aufgrund einer Forderung der Palästinenser von den Vertretern der EKD, also meiner Kirche, akzeptiert, worden ist, hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Magen umgedreht, als ich das aus zuverlässiger Quelle erfuhr und es mir aufgrund weiterer Recherchen aus zweiter Quelle bestätigt worden ist.

Für mich ist undenkbar, dass eine der großen, wichtigen und vor allem moralischen Institutionen Deutschlands, die EKD, letztlich der Politik des iranischen Präsidenten Ahamdinidschad oder des ehemaligen Hamas-Außenministers Asahar zustimmt, Israel "von der Landkarte zu löschen". Wenn sogar die EKD das akzeptiert, dann hat sich jenes Deutschland nach 1945, in dem ich aufgewachsen bin, dem ich angehöre und das ich in Israel und in den palästinensischen Gebieten seit Jahrzehnten propagiert habe, wohl doch nicht geändert. Nachdem mein Land sechs Millionen Juden vernichtet hat, würde eine Auslöschen des jüdischen Staates von der Landkarte einen weiteren Holocaust an sechs Millionen Juden bedeuten. Und Sie wissen, dass das keine leeren Worte sind, sondern bis heute Politik der arabischen Welt, gängige Meinung in den Palästinensergebieten und gezielte Planung in Teheran, wo an der Atombombe gebastelt wird.

Es ist für mich ein unerträglicher Gedanke, dass die EKD genau da mitmacht, vorerst nur symbolisch, aber dennoch. Da gestaltet sich ein Besuch in Jad Vaschem als leere Pflichtübung und die Solidaritätsbekundung mit dem "Existenzrecht Israels" als Worthülse, die nicht einmal bei einer simplen Landkarte in der Pressemappe bei einer PK der EKD umgesetzt wird, weil die EKD glaubt, auf palästinensische Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen zu müssen. Mit wem sollen oder wollen eigentlich nach Meinung der EKD die Palästinenser Frieden schließen, wenn nicht einmal auf einer Landkarte der EKD bei einer PK in Jerusalem das Wort "Israel" erscheinen darf.

So wie Sie keine Bedenken haben, Kritik an mir oder an meinen Berichten an Dritte zu verbreiten, werden Sie sicherlich keinerlei Einwände haben, dass ich jetzt meine Kritik an Sie ebenfalls veröffentliche und so weit streue, wie es das Internet ermöglicht.

MfG

Ulrich W. Sahm


Den Wortlaut des Vertrages zwischen der deutschen EKD und der palästinensischen ELCJHL finden Sie unten im Anhang

11.4. Erster Bericht über den Vertrag

Israel/Palästina/Kirchen

EKD gibt Kompetenzen an palästinensische Kirche ab=

Jerusalem (KNA) Im Zuge ihrer Israel-Palästina-Reise will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Beziehungen zur palästinensischen lutherischen Kirche regeln. Damit soll die Kooperation zwischen den deutschen evangelischen Initiativen und der Evangelisch lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL) neu geregelt werden. In der Vergangenheit gab es Meinungsverschiedenheiten, etwa um den Führungsanspruch und Zuständigkeiten für Kirchen und Gebäude.

Der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) liegt der auf November datierte Vertragsentwurf vor, der am Sonntag unterzeichnet werden soll. Darin betonen beide Kirchen gemeinsame Wurzeln und bekennen sich zur "Gemeinschaft von Kanzel und Altar". Ausdrücklich wird der Status der ELCJHL als "juristisch und administrativ selbstständig" hervorgehoben. Bisher galt die EKD als federführend.

Der arabische Bischof, zur Zeit der Palästinenser Mounib Jounan, war der EKD und ihrem Repräsentanten, dem Propst, zur Zeit Uwe Gräbe, untergeordnet. Gemäß dem neuen Vertragstext gibt die EKD ihre Führungsposition ab. Die EKD und die ELCJHL betrachten sich dem Abkommen zufolge als "autonome und dennoch kooperierende Kirchen-Körperschaften". Die Kirchen versprechen, sich über "Treffen, Beratungen, theologische Programme und Erklärungen" zu informieren und sich gegenseitig "wenn möglich" einzuladen.

In der Vergangenheit gab es Spannungen zwischen dem deutschen Propst, dessen Titel und Leitungsrolle von anderen Kirchen nicht erkannt wird, und dem arabischen Bischof, der sich als oberster Vertreter der evangelischen Kirche im Heiligen Land sieht.

Der Vertrag sieht weiter vor, dass die deutsche Evangelische-Jerusalem-Stiftung, die Kaiserin-Auguste-Stiftung und andere Einrichtungen weiter dem deutschen Propst unterstehen. Zugleich verpflichtet sich die EKD zur Unterstützung der ELCJHL im "spirituellen Leben", bei Schulen und bei ihrer "Arbeit für Versöhnung".

Die Grundstücke und Besitztümer der deutschen Stiftungen sollen weiterhin nur vom Propst verwaltet werden, während finanzielle Beiträge der ELCJHL als Benutzer dieser Räume noch offen sind. Laut Vertrag ist auch die gemeinsame Nutzung der Jerusalemer Erlöserkirche und der Propstei unentschieden. Ausführlich beschreibt der siebenseitige Vertragsentwurf die gemeinsame theologische Grundlage der beiden Kirchen.


Dritter Akt: Der Abschied und die Pressekonferenzen in Deutschland

19.4. Gudrun Eussner

EKD: Blinde und Taube wollen eine Dolmetscherrolle

Rechtzeitig, wenige Stunden vor Beginn der offiziellen staatlichen Zeremonie in Yad Vaschem zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoah am Sonntag Abend, verließen die deutschen Bischöfe Israel in Richtung Deutschland. Update ... [mehr]

 

Update, 19. April 2007

 

Rechtzeitig, wenige Stunden vor Beginn der offiziellen staatlichen Zeremonie in Yad Vaschem zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoah am Sonntag Abend, verließen die deutschen Bischöfe Israel in Richtung Deutschland. Ein deutscher Bundeskanzler wäre wohl nicht abgeflogen, während Israel schon halbmast flaggt. Eine Abreise knapp vier Stunden vor Beginn des Staatsakts zum Gedenken an die Vergangenheit wäre von Überlebenden des Holocaust als diplomatischer Affront aufgefasst worden, schreibt Ulrich Sahm aus Jerusalem. (14)

 

Die offizielle Delegation der EKD hat sich rasch und rechtzeitig aus Israel entfernt und damit den palästinensischen Arabern gezeigt, daß sie sich mit den Holocaust-Gedenkveranstaltungen nicht gemein macht. Vielleicht zweifelt ja auch der eine oder andere Bischof, daß der Holocaust, wie behauptet, stattgefunden hat. Ob die Opferzahl wirklich so hoch ist, wie angegeben?

 

Sie teilen vor ihrer Reise mit, daß deren Höhepunkt der Besuch in der Schule von Beit Jala und im Begegnungszentrum Abrahams Herberge sei. Ihr Besuch gilt nicht Israel, sondern dem Heiligen Land, das aufgebrachte Volk der Juden und seine religiösen und weltlichen Vertreter werden vorher abgehakt, weil diese im Heiligen Land noch die Macht haben. Ihren jährlichen Riten des Gedenkens muß man sich trotzdem nicht unterwerfen, außerdem reichen einmal Klagemauer und Yad Vashem pro Besuch ...

 

http://www.eussner.net/artikel_2007-04-14_17-50-48.html

19.4. Entfremdung zwischen Israel und Palästina gewachsen

München (epd).

Die Entfremdung zwischen Israelis und Palästinensern hat nach Einschätzung des bayerischen evangelischen Landesbischofs und früheren Propstes von Jerusalem, Johannes Friedrich, zugenommen. In Israel würden die Palästinenser immer negativer gesehen, sagte Friedrich bei einer Pressekonferenz in München, bei der er über die Begegnungsreise des Rates der der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Israel informierte. Die Israelis hätten immer weniger arabische Sprach-Kenntnisse. Außerdem bezweifelten viele Israelis grundsätzlich, ob ein Frieden in der Krisenregion möglich sei.

Die von den Israelis errichtete Mauer hält der Bischof aus Sicherheitsgründen für gerechtfertigt. Durch die Mauer seien die Selbstmordattentate gegen Null gegangen. Problematisch sei jedoch der Verlauf von Mauer oder Grenzzaun, die teilweise weit auf palästinensisches Gebiet reichten und einzelne Dörfer weitgehend isolierten, sagte Friedrich. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte am Sonntag seine sechstägige Reise durch Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete beendet. (0717/17.04.07)

 

Entfremdung zwischen Israel und Palästina gewachsen
Evangelischer Pressedienst - Germany
 

19.4. Telefonische Anfrage bei dem Direktor von Talitha Kumi,.

 

Georg Dürr sagte NEIN, es werde kein Hebräisch gelehrt, und wurde seines Wissens auch früher nie angeboten.

Seine Schüler drängen ihn jedoch. "Wir suchen jetzt einen GUTEN Hebräischlehrer"

"Es passt jedoch nicht in unser Curriculum, deswegen müssen wir es ohnehin nur auf freiwilliger Basis anbieten."

Bei der Jerusalemer Schmidtschule haben die jahrelang nach einem Hebräischlehrer gesucht, aber keinen gefunden, weil das gebotene Gehalt zu niedrig war. Als ein neuer Direktor kam, haben sie sofort einen gefunden.

 

Weiterer Kommentar:

In Israel würden die Palästinenser immer negativer gesehen“

Wenn Friedrich es so gesagt hat, dann kann man fast vermuten, dass die Palästinenser im Gegensatz dazu die Israelis wohl immer „positiver“ sehen. Oder dass allein die Israelis pessimistisch sind, während die Palästinenser wohl von einem baldigen Frieden mit Israel fest überzeugt sind.

Sehr geschickt hat Friedrich so mal wieder den Eindruck erweckt, als seien allein die Israelis gegen Frieden, indem er palästinensische Befindlichkeiten verschweigt. Die Sache mit den Sprachkenntnissen illustriert das einwandfrei. Wobei es durchaus stimmt, dass in Israel das Lehren der arabischen Sprache durchaus im Argen liegt. Friedrich wäre fair gewesen, wenn er von beiden Seiten gesprochen hätte.


Karikatur: Ora et Describere

Quelle: politicallyincorrect.de


Anhang

4.4. Reiseprogramm der EKD und Presseeinladung

E-Mail: pressestelle@ekd.de - Internet: http://www.ekd.de

Herausgegeben

von der Pressestelle

der Evangelischen

Kirche in Deutschland (EKD)

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird in der Woche nach Ostern ins Heilige Land reisen. Der Besuch gilt zum einen der dortigen deutschsprachigen Gemeinde in Jerusalem, zum anderen auch dem Engagement in unterschiedlichen Einrichtungen auf dem Ölberg und im gesamten Heiligen Land. Höhepunkt der Reise wird der Gottesdienst am Sonntag, 15. April, mit der Erinnerung an die Grundsteinlegung für die Auguste-Victoria auf dem Ölberg vor 100 Jahren und zur Vertragsunterzeichnung zur Kirchengemeinschaft zwischen der EKD und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Die Reise nutzt der Rat auch zu politischen Gesprächen und zu Gesprächen mit ökumenischen Partnern in Jerusalem. Anlässlich der Reise ins Heilige Land laden wir zu zwei Pressekonferenzen ein, bei denen der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, zusammen mit anderen Mitreisenden über die Inhalte und die Erfahrungen der Reise informieren wird.

Die erste Pressekonferenz findet statt

am Donnerstag, 12. April

um 13.30 Uhr

in Jerusalem

im Seminarraum an der Himmelfahrtkirche auf dem Gelände der

Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung

An der Pressekonferenz nehmen teil:

Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der EKD

Prälat Stephan Reimers, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei

der Bundesrepublik Deutschland und der

Europäischen Union

Propst Uwe Gräbe, Propst von Jerusalem

Die zweite Pressekonferenz findet statt

am Montag, 16. April

um 11 Uhr

in Berlin

EKD-Haus, Charlottenstraße 52/53

am Gendarmenmarkt

Ratsaal

An der Pressekonferenz nehmen teil:

Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der EKD

Landesbischof Johannes Friedrich, Vorsitzender der

Evangelischen Mittelost-Kommision (EMOK)

Beide Pressekonferenzen werden von dem Pressesprecher der EKD, Christof Vetter,

moderiert.

E-Mail: pressestelle@ekd.de - Internet: http://www.ekd.de

Des weiteren bekommen Sie mit dieser Einladung das Programm der Ratsreise vom 10. bis

zum 15. April – verbunden mit dem Hinweis, dass alle politischen, ökumenischen und EKDinternen

Gespräche nicht öffentlich sind und so eine Teilnahme oder Berichterstattung

ausgeschlossen sind.

Die Reise wird vom Pressesprecher der EKD begleitet – Einzelheiten, auch zu den einzelnen

Terminen und Gesprächen, können direkt mit ihm während der Reise abgesprochen werden.

Er ist in Israel über sein Mobiltelefon 0049172/5192800 oder in Vermittlung über die

Pressestelle in Hannover zu erreichen.

Vorläufiger Programmablauf zur Ratsreise Israel 2007

Stand: 2.4.2007

Dienstag, 10. April 2007

Gegen 15.00 Uhr Ankunft Tel Aviv und Transfer nach Jerusalem

17.00 Uhr Begrüßung durch den deutschen Botschafter, Herrn

Dr. Dr. Kindermann, und dem stellvertretenden Leiter

des Vertretungsbüros, Herrn Hubert Jäger.

Anschließend Gespräch mit Dr. Dr. Kindermann.

(Bibliothek der Propstei).

18.30 Uhr, (Alternative I) Abendessen des Rates mit dem KGR (Gästehaus)

18.30 Uhr, (Alternative II) Abendessen aller anderen Delegationsmitglieder mit

dem Botschafter im Restaurant Amigo Emil

20.00 Uhr Empfang des Propstes mit Gemeindeabend der

Erlöserkirchengemeinde mit Gästen der deutschen

politischen Stiftungen (Refektorium oder Kreuzgang);

Podium zum Thema "Zivilgesellschaft und

Nahostkonflikt" mit: Bischof Dr. Huber, Hermann

Gröhe, Herr Bünz, Herr Dr. Fleck, Herr Birringer -

Moderation: Dr. Jörg Bremer

22.00 Uhr Begrüßung durch Bischof Dr. Younan, Abendandacht

in der Erlöserkirche.

Mittwoch, 11. April 2007

9.00 Uhr Besuch in Yad Vashem, Empfang durch Frau Irena

Steinfeld (Direktorin der Abt. "Gerechte unter den

Völkern"), Führung durch das Museum durch Frau K.

Dengler, Kranzniederlegung (Koordination durch Frau

Shoshi Rosin). (Zusammen mit dem deutschen

Botschafter)