Neu:
Gemeindebrief 02/07, Propst Gräbes Bericht und Sahms
Kommentar
Die
EKD Saga im Heiligen Land
1
Das Vorspiel
4
28.3. Brief von Vetter an Sahm
4
24.3. Brief von Sahm an Bischof Johannes Friedrich
4
31.3. Die überraschende Antwort kam von Propst Gräbe
5
Der erste Akt: Pontius Pilatus
6
Leitartikel der EKD zu Gründonnerstag
6
Keiner kann die Hände in Unschuld waschen
6
4.4. Sahm – Die EKD kann die Hände nicht in Unschuld waschen
6
10.4. Artikel von Sahm in der Hannoverschen Allgemeine
8
Von Pater R. an Sahm
9
9.4. Eussner an B.
9
10.4. Blog Wolfgang im Interpretationswahn
9
9.4. B. an die EKD
11
9.4. Mitteilung eines Bekannten
12
10.4. Pastor A. an Stegemann
12
10.4. Ekkehard Stegemann an die EKD
12
10.4. Elvira Grözinger
13
10.4. Von Ekkehard Stegemann an Sahm
13
10.4. Brief von Hans Maaß an EKD
13
10.4. Eussner über Leitartikel der EKD
14
10.4. Brief von M. an Sahm
18
10.4.
Antwort Sahm
18
11.4. Bericht von Idea über Sahm
18
Israel-Experte sorgt sich um Haltung der EKD zu Israel
18
11.4. Leserbrief an n-tv
19
Antwort
Sahm
19
11.4. R. an Sahm
19
11.4. Sahm an R.
19
10.4. KNA über gelöschten Text
20
12.4. Rabbiner David Rosen an Sahm
20
12.4. Huber entschuldigt sich bei David Rosen
20
Betreff: Re: haGalil NL - Zur Reise der EKD-Bischöfe ins Heilige Land
21
Katholisches Intermezzo
22
12.4. Nuntius droht mit Absage bei Yad Vaschem Zeremonie
22
Englischer Wortlaut der Papst Pius Tafel in Yad Vaschem
22
15.04. Israel: Nuntius will doch an Holocaust-Gedenkfeier teilnehmen
23
Der zweite Akt: Die Landkarte
24
12.4. Sahm – Für die EKD existiert Israel nicht
24
12.4. Hagalil Was ein Zufall, dieses Missgeschick..
24
12.4. EKD zensiert n-tv
24
Brief von Oberkirchenrat Christof Vetter an die n-tv Chefredaktion
24
12.4. Brief von n-tv CvD an Sahm und Kollegen
25
12.4. Antwort von Sahm an CvD
25
12.4. CvD an Sahm
26
12.4. Sahm an CvD
26
12.4. CvD an Sahm
27
12.4. Sahm an CvD
27
12.4. CvD an Redaktion von n-tv online
27
13.4. Neue Version bei n-tv
27
Israel aus der Karte gefallen Die EKD bedauert
27
14.4. Brief von B. an Vetter: Lapsus
oder Absicht?
29
14.4. Brief von R. An Honestly Concerned
29
14.4. Antwort von Sahm an R.
29
19.4. Brief von Vetter an G.
30
14.4. Meine Erklärungen dazu an G.
30
Hubers Predigt beim Festgottesdienst
32
15.4. Predigt Jerusalem Ton
der Dankbarkeit und Freude
32
15.5. Rundbrief an Freunde,
33
16.4. Ein Blog zu „Hubers Vetter“
34
"Nur durch die Wahrheit wird aus Erinnerung Orientierung!"
34
16.4. Vetter entlarvt (falsche) Quelle zur Karte
35
16.4. Briefwechsel R. und
Christof Vetter Betreff: Landkarte ohne Israel
37
Landkarten und kein Ende
38
Kartenvergleich
39
16.4. Briefwechsel Vetter und B. : Weder Lapsus noch Absicht
39
19.4. Pastor A. der Israel gut kennt an Sahm
40
Landkarte entstand in Jerusalem
40
13.4. Weiter Brief von B. an Sahm
41
Sahm an Verschiedene
41
16.4. Sahm an Vetter
41
11.4. Erster Bericht über den Vertrag
44
Dritter Akt: Der Abschied und die Pressekonferenzen in Deutschland
45
19.4. Gudrun Eussner
45
19.4. Entfremdung zwischen Israel und Palästina gewachsen
45
19.4. Telefonische Anfrage bei dem Direktor von Talitha Kumi,.
45
Karikatur: Ora et Describere
47
Anhang
48
4.4. Reiseprogramm der EKD und Presseeinladung
48
Vorläufiger Programmablauf zur Ratsreise Israel 2007
49
11.4. Pressemitteilung 76/2007
53
10.4. Vertrag der EKD mit der ELCJHL
55
Persönlicher Brief von Sahm an Bischof Friedrich
61
Lieber Herr Sahm,
Ja, Sie haben richtige Informationen, dass der Rat ins Heilige
Land reist. Die Reiseunterlagen werde ich voraussichtlich am
kommenden Samstag verschicken, wenn der Rat abschließend beraten
hat.
Mit freundlichen Grüßen
Christof Vetter
Lieber Bischof Friedrich,
Aus verschiedenen Quellen habe ich erfahren, dass die
evangelischen Bischöfe demnächst ins Heilige Land reisen. Ich
wäre dankbar, deren Reiseprogramm zu erhalten, und sei es, in
einer noch unfertigen Version, um meine Berichterstattung über
diesen Besuch vorbereiten zu können (Termine freizuhalten).
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie auf einen Fehler im
Gemeindebrief der Erlöserkirche aufmerksam machen. Da heißt es,
dass Frau Gabi Fröhlich „die neue Korrespondentin der KNA in
Jerusalem“ sei. Zu Ihrer Information: Ich bin weiterhin der
Korrespondent der KNA hier, während Frau Fröhlich zusätzlich
geschickt worden ist, sich intensiver um christliche „Interna“
zu kümmern.
Ebenso steht da im Vorspann, dass „erstmals“ Berichte der KNA
im Gemeindebrief abgedruckt würden. Dieses ist faktisch falsch!
Seinerzeit hatte auch ich meine Berichte dort zum Abdruck
überlassen. Ich bitte freundlich darum, diese beiden falschen
Angaben in der nächsten Ausgabe zu korrigieren.
Ich wende mich an Sie, da Herr Gräbe mich zwar grüßt, wenn wir
uns zufällig begegnen. Aber bislang machte er keine Anstalten,
sich mit mir in ein Gespräch einzulassen, indem er erst einmal
fragt, ob ich denn „wieder eine Kamera dabei“ hätte. Propst
Gräbe scheint bis heute zu glauben, dass ich damals, bei dem
Ihnen wohlbekannten Zwischenfall, die Absicht hatte, ihm eine „journalistische
Falle“ stellen oder ihm schaden wollte. Wie Sie wissen, habe ich
die Fotos nicht veröffentlicht und mich an mein Versprechen an
Sie und an Gräbe gehalten.
Und wenn dieser gewisse Herr Vanunu ohnehin bis heute regelmäßig
in den Räumen der Erlöserkirche auftaucht, scheint dessen
Anwesenheit dem Propst Gräbe offenbar nicht zu schaden. Zudem,
wie ich Ihnen damals schon erklärte, gibt es für Herrn Vanunu
per Gerichtsbeschluss nur ein Verbot, mit Journalisten zu reden.
Es hat deshalb überhaupt keinen journalistischen Nachrichtenwert,
ein Foto von Gräbe zusammen mit Vanunu zu veröffentlichen.
Bei so viel Misstrauen von Seiten des Propstes Gräbe halte ich
es für sinnlos, ihm die Fehler im Gemeindebrief direkt
mitzuteilen und um Korrektur zu bitten.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich W. Sahm
From:
Propst Gräbe
Sent:
Samstag, 31. März
2007 17:34
To: ulrich@sahm.com
Cc: Friedrich, Johannes, Bischof; Vetter,
Christof; Coenen-Marx, Cornelia (dienstl.)
Subject: Re: WG: An Bischof Dr. Johannes Friedrich
Sehr
geehrter Herr Sahm,
herzlichen Dank für Ihre Nachricht an Bischof Friedrich.
Die Presseunterlagen werden Sie, wie Ihnen schon mitgeteilt wurde,
direkt vom Kirchenamt erhalten, sobald diese finalisiert sind.
Dies wird
gleichzeitig mit der Information an alle örtlichen und
internationalen
Korrespondenten geschehen.
Ich bitte Sie freundlich darum, den inkriminierten Satz im
Gemeindebrief/Stiftungsjournal noch einmal genau nachzulesen. Dort
steht nicht, wie Sie behaupten, dass Frau Gabi Fröhlich "die
neue
Korrespondentin der KNA in Jerusalem" sei. Vielmehr ist dort
zu lesen:
"Gabi Fröhlich ist neue Korrespondentin der KNA in Jerusalem
und dem
Heiligen Land." - Ohne bestimmten Artikel. Ihr Status als DER
KNA-Korrespondent hier vor Ort wurde also von uns niemals in Frage
gestellt. Es wäre gewiss hilfreich, wenn Sie in solchen Fällen
korrekt
zitieren würden.
Freilich ist das "erstmals" präzisierungsbedürftig. Es
hätte natürlich
heißen müssen: "erstmals seit .... Jahren wieder".
Wenn Sie mir
mitteilen, bis wann Sie Ihre Beiträge im Gemeindebrief veröffentlicht
haben, dann werde ich diesen unverzeihlichen Fehler in der nächsten
Ausgabe gerne korrigieren und darauf hinweisen, dass Sie uns
dankenswerter Weise darauf aufmerksam gemacht haben.
Sie auch weiter freundlich grüßend verbleibe ich,
Ihr
Uwe Gräbe
"Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und
begraben" – so sprechen Christen, wenn sie ihren Glauben
bekennen. "Gelitten unter Pontius Pilatus", das heißt
zuerst einmal, dass Jesus in der Zeit gelitten hat, in der Pilatus
Statthalter in Jerusalem war. Das datiert die Passionsgeschichte
Jesu in der Weltgeschichte, so wie auch die Geburtsgeschichte mit
der Steuerschätzung des Augustus eine genaue historische
Anbindung hat.
Aber signalisiert die Erwähnung auch eine Verantwortung des
Statthalters von Jerusalem? In all der Zeit danach, als die
Glaubensmütter und Glaubensväter mit dieser grausamen Geschichte
umgehen mussten, brauchten auch diejenigen, denen sie den Stempel
"schuldig" aufdrucken konnten: Judas, der ihn verraten
hat – Pilatus, der ihn nicht dem Volkszorn entzogen hat – die
Juden, die seine Kreuzigung gefordert haben. Doch mit Schuldsprüchen
sollte es sich niemand zu einfach machen.
Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den
Besatzungstruppen ins Land gekommen ist. Der Kaiser im unendlich
fernen Rom hatte ihn zum Statthalter eingesetzt. Statthalter gab
es in vielen von den Römern besetzten Gebieten – aber in
Jerusalem war dieser Job kein Zuckerschlecken. Das Leben der
Juden, ihr Glauben, ihre Gebote, nach denen sie ihr Leben
ausrichteten, waren und blieben den Römern fremd. Manche Juden
kollaborierten mit den Besatzern, andere blieben in einem
unbeugsamen, da religiös begründeten Widerstand, doch Normalität
kehrte nicht ein. Jedem Römer musste diese besondere und andere
Welt fremd bleiben.
Und jetzt auch noch dies: Der höchste Feiertag der Juden stand an und
die Hohepriester, die von der Besatzungsmacht zugelassene religiöse
Selbstverwaltung der Juden, brachten Pilatus einen dieser
Wanderprediger. Er soll ihn hinrichten lassen, so der Wunsch der
Glaubenshüter. Pilatus hatte wohl geahnt, in welches Schlamassel
er so wenige Stunden vor dem Passahfest gerät. Und er wusste sich
nicht zu helfen – so hat er die Meute entfesselt. Er gab dem
Volk die Wahl, wen er zum Passahfest freilassen soll: Barrabas
oder Jesus?
Diese Entscheidung hätte er selbst treffen müssen. Doch Pilatus
schiebt die Verantwortung von sich. Er muss gewusst haben, welche
politische und religiöse Verwicklungen die Entscheidung
hervorrufen konnte. Hätte er Jesus frei gelassen, hätte das mit
Sicherheit Ärger bedeutet: mit den Hohepriestern und
wahrscheinlich auch mit seinen Vorgesetzten. Doch auch, wenn er
Jesus verurteilt, konnte er sich nicht sicher sein, wie die
Reaktion sein wird.
Pilatus hat sich dem Urteil des aufgewiegelten Volkes gebeugt und, so
erzählt Matthäus, sich danach die Hände gewaschen und gesagt:
"Ich bin unschuldig an seinem Blut." Er will seine Hände
in Unschuld waschen. Nein, so billig kommt er nicht aus seiner
Verantwortung davon. Er ahnt doch, dass da ein Unschuldiger
sterben wird – und er versucht sich rauszuhalten. Das geht
nicht! Es bleibt der grundlegende Irrtum des Pontius Pilatus, dass
der, der nichts tut, der sich seiner Verantwortung entledigt, ohne
Schuld bleibt.
Keiner weiß, wie die Geschichte ausgegangen wäre, wenn Pilatus
aufgestanden wäre und den Unschuldigen vor dem aufgestachelten
Zorn des Volkes bewahrt hätte. Vielleicht verbietet sich dieser
Gedanke sogar. Letztendlich war auch Pilatus einer, den es
brauchte, Gottes Weg zu gehen. Gottes Wege sind und bleiben
unerforschlich. Aber die Hilflosigkeit des Pilatus unterstützt
vielleicht, in den richtigen Momenten allen Mut zusammen zu
nehmen, auszubrechen aus vorgegebenen Wegen, einen unbequemen
Entschluss zu fassen und spontan für einen anderen Menschen
einzutreten.
von
Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 4. April
2007
Wenige
Tage vor der Abreise des Rates der EKD ins Heilige Land, also der
evangelischen Bischöfe Deutschlands, veröffentlicht die
Evangelische Kirche Deutschlands auf ihrer Internetseite einen
Leitartikel unter dem Titel „Keiner kann die Hände in Unschuld
waschen“. Passend zur Karwoche geht der namentlich nicht
genannte Autor dem Problem nach, wer letztlich Schuld an der
Kreuzigung Jesu sei, der römische Prokurator Pontius Pilatus oder
aber „die“ Juden.
Vor
einem Monat besuchten die deutschen katholischen Bischöfe Israel
und die Palästinensergebiete. Dabei machten sie negative
Schlagzeilen, indem der Bischof von Eichstätt aus „persönlicher
Betroffenheit“, vor dem israelischen Anti-Terror-Sperrwall
stehend (so die offizielle israelische Bezeichnung), die
wohlhabende Stadt Ramallah mit einem „Ghetto“ verglich. Während
er so das Vorgehen Israels mit der Politik der Nazis
gleichgestellte, setzte er die Palästinenser mit den Juden im
Warschauer Ghetto gleich (vor ihrem Abtransport in die
Gaskammern).
Es wurde erwartet, dass die evangelischen Bischöfe politisch
umsichtiger vorgehen würden, um nicht ebenfalls
Negativ-Schlagzeilen zu machen. Auch sie werden die
Holocaust-Gedenkstätte und die Palästinensergebiete besuchen.
Laut Programm ist vorgesehen: „Zwischenstopp am Checkpoint
"Rahels Grab", zu Fuß durch den Kontrollpunkt, den täglich
diejenigen Palästinenser passieren müssen, die nach Jerusalem
wollen.“ Unerwähnt bleibt, dass jüdische Israelis, wegen der
Gefahr, im palästinensischen
Gebiet ermordet zu werden, diesen
Checkpoint in die andere Richtung gar nicht passieren dürfen.
Der
Leitartikel auf der Hauptseite der EKD im Internet lässt nichts
Gutes ahnen. Pontius Pilatus, der seinen Amtssitz in Caesarea
hatte und gleichzeitig oberster Befehlshaber der römischen
Truppen in „Judäa“ (wie damals das Land noch hieß) und
oberste gerichtliche Instanz im Namen des römischen Kaisers und
Weltherrschers war, wird in dem Text der EKD verniedlicht.
„Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit
den Besatzungstruppen ins Land gekommen ist.“ Er wird da auch
nur als „Statthalter Jerusalems“ bezeichnet, obgleich er das
ganze Land unter sich hatte.
Weiter
analysiert die EKD die „Schuldigen“. Neben den Einzelpersonen
Judas und Pilatus werden da auch „die Juden“ aufgezählt und
später das „aufgehetzte Volk“ oder der „aufgestachelte Zorn
des Volkes“. Längst haben Wissenschaftler eruiert, dass im Hof
des Pontius Pilatus nicht das ganze Volk der Juden versammelt war
und geschrieen hat „kreuzigt ihn“. Es waren bestenfalls ein
paar dutzend jüdische Kollaborateure mit der römischen
Besatzungsmacht, also Vertreter jener Hohepriester. Sie gehörten
wohl nicht zu jenen „unbeugsamen“ Juden, in der
christlich-antijüdischen Literatur auch als „halsstarrig“
verunglimpft, die „religiös begründeten Widerstand“
leisteten. Das klingt wie jene, die sich mit einem „Allah
u-akbar“ auf den Lippen in der Menge sprengen. Heute nennt man
das auch „Missbrauch der Religion für politische Zwecke“.
Bemerkenswert
an dieser politisch-theologischen Betrachtung ist die Verwendung
des Hebräischen, sehr jüdischen Wortes im mittelalterlichen
Jiddisch: „Schlamassel“. Das befürchtete angeblich der römische
Prokurator, wenn er nicht dem Wille des „Volkes“ und den
„Glaubenshütern“ (Hohepriester) nachgegeben hätte.
Die
EKD kommt zwar zum Schluss, dass die Kreuzigung Teil von Gottes
unerforschten Wegen sei und dass da der „hilflose“ Pilatus nur
benutzt wurde. Pilatus hätte „den Unschuldigen vor dem
aufgestachelten Zorn des Volkes“ bewahren können, sinniert die
EKD und macht erneut klar, dass da ein gewisses „zorniges“
Volk die Schuld trage. So stellt die EKD mal wieder fest, dass
„die Juden“ pauschal die Gottesmörder sind, eine Sicht, die
die katholische Kirche 1965 mit „Nostra Aetate“ unter dem
Eindruck des Holocaust abgelegt hat.
ÓUlrich W. Sahm
Dieser
Text erschien u.A. bei :
http://www.n-tv.de/788601.html
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/keiner_weiss_wie_die_geschichte_ausgegangen_waere_nicht_einmal_die_ekd/
http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=710
Pilgerfahrt mit schwerem Gepäck
Heute reist die EKD nach
Israel – sie muss dort mit Kritik an antijüdischen Texten
rechnen
Von Ulrich W. Sahm
Jerusalem. Wieder reist eine Gruppe deutscher
Kirchenvertreter ins Heilige Land – und wieder droht dabei ein
Eklat. Diesmal liegen die Zutaten dafür allerdings schon vor der
Abreise bereit: „Keiner kann die Hände in Unschuld waschen“,
lautet die Überschrift eines Leitartikels, den die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) wenige Tage vor der Abfahrt
evangelischer Bischöfe ins Heilige Land auf ihrer Internetseite
veröffentlicht hat.
Passend zur Karwoche geht der namentlich nicht genannte Autor dem
Problem nach, wer letztlich Schuld an der Kreuzigung Jesu sei, der
römische Prokurator Pontius Pilatus oder aber „die Juden“.
Vor einem Monat erst hatten die deutschen katholischen Bischöfe
Israel und die Palästinensergebiete besucht. Dabei machten sie
negative Schlagzeilen, weil der Bischof von Eichstätt aus „persönlicher
Betroffenheit“, vor der israelischen Sperranlage zum palästinensischen
Westjordanland stehend, die wohlhabende Stadt Ramallah mit einem
„Getto“ verglich. Indirekt stellte er damit das Vorgehen
Israels, das die Sperranlage offiziell als Anti-Terror-Sperrwall
bezeichnet, mit der Politik der Nazis auf eine Stufe und setzte so
die Palästinenser mit den Juden gleich, die etwa im Warschauer
Getto zusammengepfercht waren, bevor sie in die Gaskammern der
Konzentrationslager abtransportiert wurden.
Kein Wunder, dass die Erwartungen ans diplomatische Feingefühl
der evangelischen Bischöfe hoch sind – doch nun drohen
gleichfalls Negativ-Schlagzeilen. Auch die EKD-Vertreter werden
die Holocaust-Gedenkstätte und die Palästinensergebiete
besuchen. „Zwischenstopp am Checkpoint ,Rahels Grab‘“, heißt
es lapidar im Besuchsprogramm. Zu Fuß soll es durch den
Kontrollpunkt gehen, „den täglich diejenigen Palästinenser
passieren müssen, die nach Jerusalem wollen“. Unerwähnt
bleibt, dass jüdische Israelis, wegen der Gefahr, im palästinensischen
Gebiet ermordet zu werden, diesen Checkpoint in die andere
Richtung gar nicht passieren dürfen.
Der Leitartikel auf der Internetseite der EKD lässt nichts Gutes
ahnen. Pontius Pilatus wird in dem EKD-Text als „Statthalter von
Jerusalem“ bezeichnet und verniedlicht: „Pilatus war ein
Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den Besatzungstruppen
ins Land gekommen ist.“ Dabei war er mit Amtssitz in Caesarea Präfekt
der römischen Provinz Judäa mit eigenem Rechtsstatus im römischen
Reich. Pilatus war Mitglied des Ritterordens und keineswegs
einfacher „Soldat“, „Legionär“ oder „römischer
Offizier“. Zudem waren damals die Römer nicht als Besatzer da,
sie betrachteten das Land als römische Provinz.
Detailversessen analysiert der EKD-Text die „Schuldigen“ am
Tode Jesu. Neben den Einzelpersonen Judas und Pilatus werden da
auch „die Juden“ aufgezählt und später das „aufgehetzte
Volk“ oder der „aufgestachelte Zorn des Volkes“. Längst
haben Wissenschaftler klargestellt, dass im Hof des Pilatus nicht
das ganze Volk der Juden versammelt war und geschrieen hat
„kreuzigt ihn“. Es waren einige Dutzend jüdische
Kollaborateure mit Vertretern der Hohepriester. Sie gehörten wohl
nicht zu jenen „unbeugsamen“ Juden, in der christlich-antijüdischen
Literatur auch als „halsstarrig“ verunglimpft, die „religiös
begründeten Widerstand“ leisteten. Bemerkenswert an dieser
politisch-theologischen Betrachtung ist die Verwendung des hebräischen,
sehr jüdischen Wortes im mittelalterlichen Jiddisch:
„Schlamassel“. Den befürchtete angeblich der römische
Prokurator, wenn er nicht dem Willen des „Volkes“ und den
„Glaubenshütern“ der Juden nachgegeben hätte.
Die EKD kommt zwar zum Schluss, dass die Kreuzigung Teil von
Gottes unerforschlichen Wegen sei und dass der „hilflose“
Pilatus nur benutzt wurde. Pilatus hätte „den Unschuldigen vor
dem aufgestachelten Zorn des Volkes“ bewahren können, sinniert
die EKD und macht klar, dass da ein gewisses „zorniges“ Volk
die Schuld trage. Auf diese Weise konstatieren Christen wieder
einmal, dass „die Juden“ pauschal die Gottesmörder seien,
eine Sicht, die in der katholischen Kirche 1965 mit „Nostra
Aetate“ unter dem Eindruck des Holocaust abgelegt wurde.
Evangelische Theologen haben in den vergangenen Tagen bereits
gefordert, den antijüdischen Text von der EKD-Internetseite zu
verbannen. Aber auch am Vorabend der Abreise der EKD-Delegation
unter der Leitung von Bischof Wolfgang Huber war er dort
nachzulesen. „Es ist ungeheuerlich, dass so etwas tagelang als
evangelische Verlautbarung im Internet steht“, sagt der
Weinheimer Pastor Albrecht Lohrbächer, viele Jahre Mitglied der
EKD-Kommission Kirche und Judentum. „Solche Texte sind ein
ernster Rückschlag für unseren langjährigen Kampf gegen
Antijudaismen im Christentum.“
Von
Pater R. an Sahm
Lieber Herr Sahm,
m. W. fiel bei Hanke der Ausdruck „ghetto-artig“ bei einer
spontanen „Pressekonferenz“ im Caritas-Babyhospital in
Bethlehem. Ich war gestern auch dort. Man sieht die Mauer sehr gut
von dort aus.
Man spricht uns Deutschen vielerorts ab, überhaupt den Begriff
„Ghetto“ zu verwenden. Auch Kindermann fand das dann (oh wie
klug!) unklug an den Äußerungen der dt. Bischöfe. Dann sollte
man auch nicht vorher nach Yad Vashem fahren. Da bekommt man
nämlich bewußt eindrucksvolle Bilder gezeigt Was ich Ihnen gerne
zugestehe, ist Ihre feine Empfindlichkeit für Konnotationen, wie
Sie sie jetzt bei der EKD wieder entdeckt haben.
Ich habe neulich einen guten Vortrag Avi Primors gehört, der mir
interessante Sichtweisen eröffnete. Wer wollte ihm übelnehmen,
daß er seine Regierung nicht allzu deutlich kritisierte.
Immerhin: das israelische Touristikministerium wünscht mir (und
allen Besuchern) „Frieden“, bevor ich die grau(slich)e Grenze
passiere. Ich weiß nur nicht, ob ich bei solchem Zynismus eher
weinen oder lachen soll. M. W. haben die Bischöfe einen Kranz in
Yad Vashem niedergelegt, oder? Sonst noch? Immerhin in der Halle,
in der immer noch nicht in deutscher Sprache gebetet werden darf!
Ihr
P. R.
Subject: Re: Ärgerliche
Passions-Interpretation
Jeder
weiss, dass in der Gegend damals keiner vom "Volk" etwas
zu sagen hatte, ob Jude oder sonstwer. Das stoert aber diese
Kirchenfuersten nicht, den antisemitischen Kram immer wieder
aufzukochen. Vorgestern in France Musique, anlaesslich der
Vorstellung einer der Bach-Passionen (weiss nicht mehr, welche):
die Juden fordern Gebt uns Barrabas! Gebt uns Barrabas! Der arme
Pontius P. konnte gar nicht anders. Dieser Antisemitenkram kotzt
mich an. Der so hochgeschaetzte Komponist und Musik-Terrorist J.S.
Bach gehoert dazu. Ich sage immer: das Beste an Bach ist Haendel!
Froehliche
Restpessach und Restostern!
Gudrun
www.eussner.net
oder"Nur durch die Wahrheit wird aus der Erinnerung
Orientierung."
Nachdem die EKD sich unlängst und unrühmlich zum wievielten Male mit
der Auslegung der Passionsgeschichte versuchte und doch nur wieder
darauf kam, dass es einen - wie bei Pilatus veranschaulicht- in
Teufels Küche bringen kann, wenn man mit dem jüdischen Mopp
gemeinsame Sache macht, gab Bischof Huber durch seinen
Eintrag ins Gästebuch von Yad Vashem "Nur durch die Wahrheit
wird aus der Erinnerung Orientierung." sich selbst die
Steilvorlage für weitere "Nahostnarreteien"
Schon in Yad Vashem mußte der Ratsvorsitzende den diesbezüglich
vielgestressten Bonhoeffer aus der Hüfte ziehen, um zu
beweisen, dass es sowohl wackere Deutsche als auch wackere
Christen gab, die "für die Juden" waren.
Deshalb fiel auch das "Schuldbekenntnis" erwartungsgemäß
mal wieder obermager aus. Man beuge sich "vor dem unendlichen
Leid", das...auch (Fettdruck von mir) von Christen in
Deutschland ausgegangen ist".
Diese "dünne Brühe" ist der Grundtenor protestantischer"Buße" seit 1945 . Eigentlich ist manch frommen
Gemütern selbst das schon zuviel -wie man in einschlägigien
Foren, in denen dieselben schreiben, nachlesen kann, aber es traut
sich eben niemand diese Liturgie zu ändern. Und in Yad Vashem gehört
sie allemal dazu.
Ein paar Stunden oder Tage später bietet sich nämlich eben dieses Vad
Vashem als erstklassiger Resonanzboden an, um laut das
Schicksal einer evangelischen Schule im geplagten Palästina zu
bejammern, bei der es durch die freiheitseinschränkende
Sicherheitsmaßnahmen durch die bösen Israelis sogar schon zu
schlimmen Unterrichtsausfällen kam. Denn -wie Huber zu sagen weiß- "die
Sicherheitsmaßnahmen schneiden tief ins palästinensische Gebiet
ein".
Herr Huber wäre wohl gänzlich aus dem Häuschen, wenn er erführe,
dass die Juden selbst vor ihren eigenen Leuten nicht halt machen:
Bei jedem Supermarkt und jeder besseren "Pommesbude" lassen
sie sie vorher von oben bis unten abtasten, selbst wenn sie nur
eine Briefmarke kaufen wollen oder ein anderes Geschäft
erledigen müssen. Zum Glück hat sich Herr Huber wohl
auch noch keine Schule in Israel angeschaut. Die armen Kinder
werden dort regelrecht eingesperrt. Oder wozu ist das ganze
Sicherheitspersonal wohl da? Wenn Herr Huber dies alles wüsste
oder ernstnähme, würde er bei der nächsten Schnäppchenjagd
auf eine neue Unterhose im Berliner Aldi, in sich gehen müssen,
und bei allem Ärger über die Schlange vor den
Unterhosen und dann nochmal über die Schlange an der Kasse,
eingedenk sein: In Israel hätte es schon eine
Sicherheitsschlange VOR dem Aldi gegeben.
Doch zugegeben, mit Fahrten ins gelobte Land ist es so eine Sache, und
warum sollte nicht die EKD ihre eigene Version zum
Jerusalemsyndorm liefern.
Natürlich ruft sich Herr Huber nicht zum neuen Messias oder
endzeitlichem Propheten aus, aber zu einer "kleinen
Rolle" als Interpret fühlt es sich dennoch berufen.
Ich finde man sollte das Stück, in dem Herr Huber eine Rolle haben will
" die Endlösung des Nahostkonflikts nennen". Das hat
Perspektive, klingt Deutsch und hilft dabei, sich ständig zu
"erinnern".
"Huber sieht die EKD in einer Dolmetscherrolle zwischen Israel und
den Palästinensern. "Es ist unsere Aufgabe, jeweils auch für
die andere Seite zu interpretieren", sagte er. Dies sei der
kleine Beitrag, den die deutschen Protestanten zur Versöhnung und
Verständigung leisten könnten." ... "Es sei wichtig,
zu beiden Seiten mit derselben Stimme zu sprechen, fügte Huber
hinzu. Dabei müsse versucht werden, Israel verständlich zu
machen, was die Palästinenser bewegt. Zugleich müsse den Palästinensern
"ganz unzweideutig klar gemacht werden, dass das Ja zum
Existenzrecht Israels eine Bedingung ist, ohne die es einen
Fortschritt nicht geben kann"
Ich finde auch, dass diese Interpretenrolle dem deutschen
Protestantismus gut steht. Frei nach dem Motto "wenn
man selber nichts zu sagen hat, interpretiert man Dinge, von
denen man nichts vesteht, so wie man sie gerne hätte "
macht man einerseits auf "Judenversteher" (was u.a.
traditionsbewußt ist, hat man doch im deutschen Protestantismus
das jüdische Wesen von jeher durchschaut und weiß, was und wie's
der Jud meint und wie man den Jud anderen erklärt) und
andererseits weiß man ggf. aus der eigenen Vergangenheit
quasi aus "Innenerfahrung", was die Palästinenser so
"bewegt".
Ich finde, wir gehen herrlichen Zeiten entgegen: Herr Huber wird demnächst
"zu beiden Seiten mit derselben Stimme sprechen".
Ich versuche mir das gerade bildlich vorzustellen. Erst wird Herr Huber
die arme palästinensische Mutter bejammern, deren Kind in Beit
Dschala wegen einer bösen Sicherheitsmaßnahme Israels nicht zur
Schule konnte und die deshalb in ihrer
"Bewegungsfreiheit" eingeschränkt ist, weil das Kind
dauernd "Mama" ruft,dann reitet Herr Huber
ganz schnell auf einem Kamel ins nächste Reha-Zentrum nach Israel
und bejammert mit "derselbem Stimme" ein paar
Jugendliche, die in einer Disco mit dem Handgepäck ein
paar echter Freiheitskämpfer in Berührung kamen und mit
ihren nun stark vermatschten Beinen immer noch gewisse Probleme
mit dem Laufen haben.
In freudiger Erwartung, demnächst auf Zirkusbesuche, Kommentare von Udo
Steinbach undden optischen Verzehr von Paulchen Panther
verzichten zu können, um Herrn Huber vereint mit seinen Kumpels
von der EKD und "im Wesentlichen eins" mit den
katholischen Glaubensbrüdern" zu erleben, wie er aufDolmetscher macht und neue Interpretationen und Variationen
eines "alten Themas" hervorbringt und der fortan festen
Gewissheit, dass selbst ein Yad Vashem einen Huber leider
nicht in einen Bonhoeffer verwandelt
neveragain
P.S.
siehe
www.ekd.de
genauer gesagt: http://ekd.de/aktuell_presse/news_2007_04_12_huber_palaestinenser.html
9.4.
B. an die EKD
Betreff:
Ärgerliche Passions-Interpretation
Sehr
geehrte Damen und Herren,
am 4.
April 2007 wurde auf der Seite der EKD unten stehender Beitrag
verfasst -; mangels namentlich erkennbarer Autorenschaft wende ich
mich deshalb an Sie.
Keiner kann die Hände in
Unschuld waschen
Pilatus überlässt die
Entscheidung dem aufgebrachten Volk auf http://www.ekd.de/aktuell/53344.html.
Es
stimmt mich mehr als nachdenklich, wenn in diesem Beitrag
Formulierungen auftauchen, die den Eindruck erwecken, als wollten
Sie mit den Verlautbarungen mancher katholischer Bischöfe
wetteifern, die während deren letzten Besuches im Heiligen Land
geäußert wurden.
Festzuhalten
ist vor allen Dingen:
-
Sie stutzen Pontius Pilatus in seiner Bedeutung auf ein
Mindestmaß herunter. Er war nicht nur für Jerusalem, sondern die
ganze Provinz zuständig.
-
wider besseres Wissen - jeder Exeget weiß das mittlerweile
- interpretieren Sie seine Rolle als die eines Mannes, der fast
schon für den Friedensnobelpreis „durchgehen“ könnte. Mel
Gibson lässt grüßen.
-
und wiederum wider besseres Wissen und ohne jegliches
exegetische Gespür lassen sie ganze Heerscharen von Juden
aufmarschieren, die Jesus gekreuzigt sehen wollen - wie in einer
schlechten Hollywood-Kulisse. Mel Gibson lässt wieder grüßen.
-
Sie erwähnen mit keinem Wort, dass die
Evangelien-Verfasser (aus gutem Grund) eine leider bis heute
nachwirkende schlimme und verzerrte Sicht speziell auf die Pharisäer
vermittelten, die längst keiner seriösen Überprüfung mehr
standhält. Den Zusammenhang zur römischen Zensur stellen Sie
nicht einmal ansatzweise dar, und Sie verlieren kein Wort über
die Sadduzäer und deren Rolle.
Woher
kommen diese Aussetzer?
Ich
hoffe einmal das Beste und unterstelle Ihnen keine Absicht.
Mit
freundlichen Grüßen
B.,
M.A.
Evang.
Theologie / Polit. Wissenschaften
Freier
Redakteur
http://myblog.de/hrbs
Lieber
Uli,
ich
habe Deinen auf
http://www.achgut.de
publizierten Text auch Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann, Basel
zukommen lassen. Er war schon aktiv (dies ist eine private
Information).
Einen
lieben Gruss
U.
Lieber Ekkehard,
Wie
Du vielleicht mitbekommen hast, wird in wenigen Tagen die EKD in
einer hochkarätigen Delegation Israel und die pal. Gebiete
besuchen.
Wie
man das so macht, schickt man den Juden auf der website der EKD
(Mittwoch, 4.4.,) die Information voraus, dass "die
Juden" doch schuld seien an der Kreuzigung. siehe: http://www.ekd.de/aktuell/53344.html
Das
dürfen wir nicht hinnehmen!
Sehr
geehrte Damen und Herren
Ihren
Artikel "Keiner kann die Hände in Unschuld waschen"
sollten Sie
schleunigst
vom Netz herunternehmen. Ihm fehlt leider jegliche
historische
Kenntnis. Pilatus war nicht "Statthalter von Jerusalem",
sondern
der Praefekt der römischen Provinz Judaea. Nach Jerusalerm begab
sich
der Statthalter nur zu bestimmten Zeiten. Er war Mitglied der
Reichsaristokratie,
die man Ritterorden nennt. Ihn zum "Soldaten",
"Legionär"
und "römischen Offizier" zu degradieren, wäre
ihm wohl als
Beleidigung
vorgekommen. Aus seiner Sicht war er übrigens auch nicht
"Besatzer".
Eine römische Provinz hatte einen staatsrechtlichen
römischen
Status. Mit den ausführlichen und seit Dekaden stattfindenden
Diskursen
über den "Prozess Jesu" und die historischen
Wahrscheinlichkeiten
und Unwahrscheinlichkeiten hat der Text auch keinen
Kontakt.
Die hier als "religiöse Selbstverwaltung" und als
"Glaubenshüter"
vorgestellte Jerusalemer Tempelbehörde, war für die
Römer
eine für Ruhe und Ordnung zuständige, polizeiliche Instanz. In
der
Tat
ist auch umstritten, welche Rolle diese
"Selbstverwaltung" gespielt
hat,
aber sicher nicht einfach die, die in den Evangelien (auch
widersprüchlich)
ihr zugeschrieben wird. Dass Pilatus dem "Volkszorn"
gewichen
wäre und seine Verantwortung abgeschoben hätte, ist höchst
unwahrscheinlich.
Wenn es im Text heisst "Doch mit Schuldsprüchen
sollte
es sich niemand zu einfach machen.", wäre das auf den Text
selbst
zurückzuwenden.
Prof.
Dr. Ekkehard W. Stegemann, Basel
Ja, die EKD hat wohl Mel Gibsons Film, der über Ostern hier
ausgestrahlt wurde (!) wörtlich genommen...
Lieber Herr Sahm
Gratuliere zur Beförderung des Mülls auf EKD-Online dorthin, wohin er
gehört.
Uebrigens: Ich schätze sehr und seit langem die zahlreichen Texte, in
denen Sie Aufklärung betreiben, kenntnisreich und journalistisch
vorbildlich. Wollte ich Ihnen wenigstens mal gesagt haben, weil
man sonst ja eigentlich hauptsächlich Kritik und Hass als Replik
bekommt.
Herzlichst aus Basel
Ekkehard Stegemann
an
info@ekd.de
Sehr
geehrte Damen und Herren,
wer
hat diesen unsäglichen Artikel geschrieben, der Kerygmatisches
und
Historisches
vermischt und damit unwahr wird. Wenn man sich auf das Feld
des
Historischen wagt, dann müssen die "Fakten" auch
stimmen. Dies
trifft
hier nicht einmal im Blick die Angaben zur Funktion des Pilatus
zu.
Er war nicht "Statthalter von Jerusalem", sondern Präfekt
von Judäa
und
Samaria. Seine Residenz war Cäsarea am Meer. Nur zu Festtagen kam
er
nach
Jerusalem, um die Pilgerscharen besser im Blick zu haben
(Videoüberwachung
gab es ja noch nicht). Erst recht sind die Aussagen
über
das Zusammenwirken jüdischer und römischer Instanzen bei der
Verurteilung
Jesu historisch haltlos. Wie kommt der/die Verfasser/in zu
der
Annahme, dass Pilatus Jesus "nicht dem Volkszorn entzogen
hat"? Wie
kann
er/sie überhaupt von einem "aufgestachelten Zorn des
Volkes"
sprechen?
Wo in aller Welt lässt sich eine solche Meinung den Evangelien
entnehmen?
Nach
Joh 11,48 befürchten stattdessen einige Mitglieder des Hohen
Rats,
dass
"alle an ihn glauben", nnach 12,19 "läuft ihm alle
Welt nach".
Umgekehrt
wird aus Mk 15 deutlich, dass Pilatus Jesus als potentiellen
"König
der Juden" verurteilt und diesen Titel von sich aus ins Gespräch
bringt;
er nennt ihn auch nie beim Namen. sondern nur mit diesem Titel!
Jüdische
Behörden haben allenfalls mitgewirkt, indem sie Jesus
auslieferten
(so sogar noch Joh 11). Erst im Zuge des Auseinanderlebens
der
Jesusanhänger und der Synagoge wurde daraus der Vorwurf eines
jüdischen
Interesses am Tod Jesu. Dies kann man heute als historisch
gesichertes
Wissen voraussetzen.
Davon
zu trennen sind die Bekenntnisaussagen. Hier kann man dann auch
sagen,
"Pilatus [war] einer, den es brauchte, Gottes Weg zu gehen.
Gottes
Wege sind und bleiben unerforschlich." Aber dies ist kein
historisches
Urteil, sondern eine Bekenntnisaussage. Die psychologischen
Erwägungen
zur Rolle des Pilatus sind keines von beidem, sondern
hermeneutische
Versuche, Pilatus in uns zu entdecken.
Schade,
dass der/die Autor/in sich nicht namentlich zu erkennen gibt.
Damit
erweckt dieser Text den Eindruck einer "offiziellen"
evangelischen
Sichtweise,
auch wenn es so etwas – Gott sei Dank! – nicht gibt. Aber
weiß
dies die Öffentlichkeit?
Da
kann man nur hoffen, dass möglichst wenige die homepage der EKD
zur
Kenntnis
nehmen.
Mit
freundlichen Grüßen
Ihr
Kirchenrat
i.R. Dr. Hans Maaß
http://www.eussner.net/artikel_2007-04-10_19-33-09.html#fn9
www.eussner.net
Die Pilgerfahrt der evangelischen Bischöfe zum aufgebrachten Volk der
Juden
Eben will ich den Dell abschalten und ein Gläschen trinken, da
kommt die letzte Ladung Nachrichten von Honestly Concerned
ins Haus, am 10. April 2007. Zum Auftakt des Tages, um 48 Minuten
nach Mitternacht, erfahren die Leser von Ulrich Sahm, dem
Nahost-Korrespondenten von n-tv.de, CNN.de, der Hannoverschen
Allgemeinen und anderen Zeitungen sowie der
Nachrichtenagenturen KNA und APA, über eine Pilgerfahrt
mit schwerem Gepäck merkwürdiger Leute ins Heilige Land. (1)
Deutsche evangelische Bischöfe des Rates der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) reisen vom 10. bis 15. April unter der
Leitung des Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber zu religiösen
und politischen Gesprächen nach Israel und in die palästinensischen
Autonomiegebiete. Dort wollen sie mit hochrangigen
Vertretern des Staates Israel und der palästinensischen
Autonomiebehörde und mit Repräsentanten jüdischer und
christlicher Glaubensgemeinschaften zusammentreffen. Besuche
bei evangelischen Einrichtungen im Heiligen Land sind
ebenfalls vorgesehen. (2)
Ulrich Sahm zitiert in seinem Kommentar den auf die Reise einstimmenden
Artikel eines Anonymus auf der offiziellen Seite der EKD: Keiner
kann die Hände in Unschuld waschen. Leicht modifiziert findet
man den Kommentar auf n-tv.de. (3)
Ich lese mitten in der finsteren Nacht den Artikel, und zum Glück
drucke ich ihn aus; denn heute ist er nicht mehr zu finden; die
Leser werden auf die Startseite der EKD umgeleitet. Die Kirche
(ist) beim TÜV auf der Werft. Bei Muslimen würde man das Taqiyya
nennen. Die Kirchenführer verschleiern ihre wahre Meinung; denn
keiner von ihnen kann sich herausreden. Gegen den seit dem 4.
April auf der Site stehenden Artikel und seine offen geschichtsfälschenden
antisemitischen Aussagen wird reichlich protestiert. (4)
Nachdem gerade die antisemitischen und anti-israelischen Aussprüche der
27 deutschen katholischen Bischöfe verklungen sind, Nachwirkungen
liest man noch heute auf der Aktualitätenseite (!) von Google.de,
setzen nun also die Protestanten mit ihrem antijüdischen und
anti-israelischen Pamphlet nach. Man meint, sie wollten den
Katholiken den Rang ablaufen. Krank in Ihrem Haß auf die Juden,
reden sie die Position des Pilatus herunter, sein "Job (war)
kein Zuckerschlecken" und denunzieren wie zu
mittelalterlichen und zu Martin Luthers Zeiten das jüdische "aufgebrachte
Volk" als Christusmörder: Pilatus hat sich dem Urteil
des aufgewiegelten Volkes gebeugt und, so erzählt Matthäus, sich
danach die Hände gewaschen und gesagt: "Ich bin unschuldig
an seinem Blut."
Was wollen sie an Rachels Grab, es schänden durch Ihre Anwesenheit?
Nicht nur das wollen sie, sondern sie wollen dort am
Kontrollpunkt, am Checkpoint Kirjat Rahel, aufmerksam
machen darauf, daß die Palästinenser ihn täglich passieren müssen,
wenn sie nach Jerusalem wollen. Unerwähnt bleibt, dass jüdische
Israelis wegen der Gefahr, im palästinensischen Gebiet ermordet
zu werden, diesen Checkpoint in die andere Richtung gar nicht
passieren dürfen, kommentiert Ulrich Sahm. Diese einseitige
Stellungnahme für die Palästinenser beweist, daß der Artikel über
die "in Unschuld gewaschenen Hände" kein
Ausrutscher ist, sondern die Mehrheitsmeinung des protestantischen
Klerus wiedergibt. (5)
In der Schule lernt man zu meiner Zeit, ich weiß allerdings nicht, wie
es jetzt im Zeichen Pisas ist, über die römische Geschichte und
das Imperium Romanum, daß Judäa eine römische Provinz
ist, die Hauptstadt ist Hierosolyma oder Jerusalem. Der
"Job" des Pontius Pilatus ist Praefectus oder,
gemäß den Annalen des Tacitus, Procurator Judaeae,
Statthalter, nicht nur Jerusalems, wie die EKD schreibt, sondern
er herrscht in Vertretung des Kaisers Tiberius (14 - 37 d.Z.) über
die römische Provinz. Sein Amtssitz ist das am Mittelmeer
gelegene Caesarea Maritima, das heutige Kesarya, in Israel.
Pontius Pilatus ist kein einfacher Soldat und Legionär, sondern
ein nobler Ritter; er stammt aus einer bekannten römischen
Familie. Einzelheiten kann man bei den jüdischen
Geschichtsschreibern Flavius Josephus und Philo von Alexandrien
nachlesen. (6)
Pontius Pilatus ist ein anti-jüdisch eingestellter grausamer Herrscher,
der die Juden bedroht, sie niederzumetzeln: Über die Person
des Pontius Pilatus sind wir vor allem durch Flavius Josephus und
Philo von Alexandrien unterrichtet. Letzterer bezeichnet Pilatus
als einen von Natur aus unbeugsamen, eigenwilligen und
unnachgiebigen Menschen und wirft ihm Bestechlichkeit, Gewalttätigkeit,
Räubereien, Misshandlungen, Beleidigungen, fortgesetzte
Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren sowie unaufhörliche und
unerträgliche Grausamkeit vor. Auch wenn dieses Urteil überzeichnet
sein mag, so bleibt doch der Eindruck von einem unberechenbaren,
grausamen Menschen bestehen, schreibt Jörg Sieger. (7)
Hieraus erhält man eine Vorstellung, welchen Einfluß bei diesem
Statthalter ein aufgebrachtes Volk der Juden haben kann:
gar keinen, jedenfalls keinen, den der Statthalter nicht haben
will. Die Geschichtsschreiber berichten nichts Besonderes über
die Hinrichtung Jesu. Vieles, wenn nicht alles, was der Autor der
EKD über Pontius Pilatus, über Jesus, die Juden, die Kreuzigung
als Tatsachen vorstellt, ist lange nach dem Tode Jesu entstandene
Legende. Die vier Evangelien stammen aus den Jahren 70 bis 100
d.Z. Keiner der Evangelisten ist Zeitgenosse Jesu. Es ist nicht
einmal belegt, ob überhaupt Juden für die Kreuzigung Jesu
eintreten.
Besuch bei den Christusmördern und den unterdrückten Palästinensern
Pilatus war ein Soldat, ein Legionär, ein Offizier, der mit den
Besatzungstruppen ins Land gekommen ist. Der Kaiser im unendlich
fernen Rom hatte ihn zum Statthalter eingesetzt. Statthalter gab
es in vielen von den Römern besetzten Gebieten ...
Für einen derartigen Unsinn hätte ich in der Schule als Zensur eine Fünf
bezogen. Aber der Autor des Artikels muß zur angemessenen
Reisevorbereitung der Bischöfe die Reizworte "Besatzungstruppen"
und "besetzte Gebiete" einführen; dazu bedient
er sich der Geschichtsfälschung: die armen Palästinenser, sie
sind seit mehr als 2000 Jahren der Besatzung unterworfen. Wer sind
die Besatzer heute? Die christusmordenden Juden!
Die Erwähnung des Namens Pontius Pilatus im Glaubensbekenntnis: "Gelitten
unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben" bedeute
noch gar nichts, mit Schuldsprüchen sollte es sich niemand zu
einfach machen: Aber signalisiert die Erwähnung auch eine
Verantwortung des Statthalters von Jerusalem? Aber nein! Die
Verantwortung liegt bei den Juden, bei diesem aufgebrachten
Volk.
Pontius Pilatus ist nicht der grausame Herrscher, sondern er ist Opfer
der Juden, er ist der Palästinenser vor der Zeit: Pilatus
hatte wohl geahnt, in welches Schlamassel er so wenige Stunden vor
dem Passahfest gerät. Der arme Römer wußte sich nicht zu
helfen - so hat er die Meute entfesselt. Die "Meute",
das sind die Juden. Er gerät in ein Schlamassel. Dieses
Wort ist jiddisch und stammt aus der Zeit des Mittelalters.
schlimásl, schlemásl
ist entweder eine Verbindung des deutschen schlimm mit dem
hebräischen masal, Glück, oder es ist abgeleitet aus dem
hebräischen schelomasal, "was nicht Glück
ist": "Nur schlimasl glauben an masl." Volksweisheit.
Diese und andere Weisheiten und Anekdoten zu dem urjüdischen Wort
liest man bei dem Juden Leo Rosten. Der Goj William Norman Ewer
(1885-1976) meint und Leo Rosten
(1908-1997) antwortet: (8)
|
How
odd
|
Not
odd
|
|
of
God
|
of
God.
|
|
to
choose
|
Goyim
|
|
the
Jews
|
annoy
him.
|
Das kann man auch von den reisenden Gájeß der EKD sagen. Auf einer
bescheiden "Jesus" genannten Web Site, Jesus
von A-Z, der Stiftung Christliche Medien, darf man
einen Blick auf Teile des Reiseprogramms tun. Eine wehende
Israelflagge begleitet den Text:
In Israel:
- Gespräche
mit religiösen und politischen Vertretern
- Besuche
bei evangelischen Einrichtungen
- Treffen
mit der Knesset-Präsidentin und amtierenden Staatspräsidentin
Dalia Itzik
- Treffen
mit Vertretern des israelischen Außenministeriums
- Holocaust
Gedenkstätte Yad Vashem
- Klagemauer
in Jerusalem
In den palästinensischen Autonomiegebieten:
- Begegnungen
mit hochrangigen Repräsentanten der palästinensischen
Autonomiebehörde in Ramallah
- Geburtskirche
in Bethlehem
- Besuch
einer christlichen Schule in Beit Jala
- Besuch
des Begegnungszentrums "Abrahams Herberge"
Auf dem Reiseprogramm des Rates der EKD stehen außerdem mehrere ökumenische
und interreligiöse Treffen sowie christlich-jüdische
Begegnungen. Gespräche sind unter anderem geplant mit dem
Oberrabbiner Jona Metzger, mit Vertretern der katholischen und
orthodoxen sowie der anglikanischen und lutherischen Kirche.
(9)
Der Kommentator Hans-Dieter Matthies meint am 31. März zum
Reiseprogramm:
Na, liebe evangelische Glaubensbrüder, dann gebt nur Acht, daß Ihr
wegen "unbedachter Äußerungen" nicht auch als
"Antisemiten" heimkehrt, so, wie kürzlich Eure
"katholischen Glaubensbrüder im Herrn".
"Man" wird sicherlich jeden Schritt, jede verbale Äußerung
von Euch mit suchendem Blick und Hör-Rohr verfolgen und
beobachten.
Eine schöne Reise wünsche ich - aber eine entspannte Reise wird´s
wohl sicher nicht. Schade !
Hans-Dieter, Sie besorgter Kirchenfreund! Die Bischöfe kommen nicht als
"Antisemiten" wieder, sondern sie fahren als
Antisemiten hin. Wie anders versteht man sonst, daß der Artikel
mit den durchaus nicht unbedachten, sondern gezielten Worten über
Judas, die Juden und über das "aufgebrachte Volk",
über die "Meute", vom 4. bis 10. April
auf der EKD-Startseite zu lesen ist? "Man" (Hans-Dieter,
der Mossad?) braucht nicht jeden Schritt zu beobachten, ein Hörrohr
ist ebenfalls nicht nötig; denn diese Christen schreien ihre
Judenfeindschaft geradezu heraus. Die israelische Regierung und
die Israelis werden sich nicht taub stellen. Wie Sie je annehmen können,
die Bischöfe hätten ohne ihre katholischen Vorreiter eine
entspannte Reise machen können, ist mir unerfindlich.
Der Kommentator Michael Dirks antwortet am 6. April 2007:
Eine Bemerkung zu Hans- Dieter, meinem Vor-schreiber: für Deutsche, und
dann noch aus Lutherischer Kirchenleitung, kann diese offizielle
Reise keine entspannte Reise sein. Da hängt immer unsere
Geschichte dran, und die war lange eher judenfeindlich, heute oft
israelfeindlich. Ich verstehe nicht Ihren süffisanten Unterton!
Ich hoffe und bete, dass meine Kirche tröstend Gottes auserwähltem
Volk in dieser schweren Stunde begegnet. Denn es gab in unserer jüngeren
Geschichte nun mal ein großes Versagen, als Deutsche wie als
Luther. Kirche, und Israel braucht heute besonders verlässliche
Freunde an seiner Seite, wo der Regierungschef des Irans mit
atomarer Vernichtung droht (Israel sei ein-Bomben-Land) und dabei
ist, Hisbollah-Milizen umfassend im Norden (Libanon) u n t e r der
Aufsicht von UNO- Soldaten aufzurüsten.
Das die kath. Bischöfe mit nicht nachvollziehbaren Vergleichen Israel
verunglimpften, macht deutlich, dass der anti-semitische
(-zionistische) Geist sich noch als mächtig wirkkräftig erweist,
und Früchte von Buße in unserem Land bislang noch auf sich
warten lassen. Das Geschehen vom Karfreitag ruft zum Gebet, auch für
unsere Kirchen und deren Leitungen.
Wie man sieht, gibt es unter den lutherischen Christen auch andere
Stimmen. Die haben Raum im Kommentarbereich von Jesus.de.
Leider ist zu befürchten, daß die lutherische Kirchenleitung
jetzt wieder versagt. Freunde schreiben keine Artikel wie den vom
4. April 2007 und lassen ihn eine Woche auf der Startseite. Auch
die Passage am Checkpoint Kirjat Rahel ist keine Geste der
Freundschaft, sondern vorgesehen zur Demonstration gegen Israel, für
die Palästinenser. Dalia Itzik und das Außenministerium bekommen
die Leviten gelesen über die Mauer, Oberrabiner Jona Metzger wird
aufgefordert, die Israelis zur Vernunft zu bringen, in Ramallah
sprechen die Bischöfe den hochrangigen Repräsentanten der palästinensischen
Autonomiebehörde ihr Mitgefühl aus und versichern, sich nach Rückkehr
dafür einzusetzen, daß umgehend die Hilfsgelder in voller Höhe
an die Palästinenser gezahlt werden, und dann geht´s auf, zum
großen kirchlichen Friedensprojekt im Nahen Osten, mit
sprichwörtlicher arabischer Gastlichkeit und Freundlichkeit der
Menschen. Herzlich willkommen! Da können sie endlich mit
unserem Nationaldichter Johann Wolfgang von Goethe ausrufen: Hier
bin ich Mensch, hier darf ich´s sein! (10)
Jedenfalls, wenn nicht gerade eine palästinensische Terrorgruppe das
anders sieht.
10. April 2007
Quellen
(1)
Ulrich W. Sahm. Nahost-Korrespondent
http://www.usahm.de/Sahminfo/Infosahm.htm
(2)
Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland reist ins Heilige
Land. epd, EKD,
10. April 2007
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_04_10_israelreise
.html
(3)
Ulrich Sahm kommentiert. Die EKD und die Juden. n-tv, 10. April
2007
http://www.n-tv.de/788601.html
(4)
Keiner kann die Hände in Unschuld waschen. Pilatus überlässt
die Entscheidung dem aufgebrachten Volk. Autor: NN, EKD, 4. April
2007
http://www.ekd.de/aktuell/53344.html
Aktuell. Kirche beim TÜV auf der Werft. EKD,
10. April 2007
http://www.ekd.de/aktuell_presse/213.html
(5)
Redet Wahrheit. Rechtzeitig vor der »Woche der Brüderlichkeit«
taten sich deutsche Bischöfe auf einer Nahost-Reise mit
zweifelhaften NS-Vergleichen hervor. von stefan wirner. Jungle
World Nr. 11, 14. März 2007
http://www.jungle-world.com/seiten/2007/11/9535.php
(6)
Hierosolyma. Vicipaedia
http://la.wikipedia.org/wiki/Hierosolyma
(7)
Die römischen Statthalter in Judäa. (2) Die
Amtsführung des Pontius Pilatus. Von Dr. Jörg Sieger
http://www.joerg-sieger.de/einleit/nt/01gesch/nt06.htm#o
(8)
Leo Rosten. Jiddisch. dtv Band 24327, München 2002, S. 528f.
http://www.dtv.de/dtv.cfm?wohin=dtvnr24327
Der jüdische Kalender 5766, Tewet 1, 5766/ 1. Januar 2006. Hrsg. Henryk
M. Broder und Hilde Recher, Ölbaum Verlag, Augsburg 2005
http://www.oelbaum-verlag.de/prg-main.php3
(9)
Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland besucht Heiliges Land.
Jesus.de, 31. März 2007
http://elf.scm-digital.net/show.sxp/2936_rat_der_evangelisch
en_kirche_in_deutschland_besucht_.html
(10)
Abrahams Herberge. Zu Gast im Heiligen Land
http://www.abrahams-herberge.com/
Reaktion eines Freundes
Der
EKD-Artikel ist dümmlich: naiv die unterschwelligen antijüdischen
Tendenzen der Evangelien als historisch richtig übernehmend.
Von der Verantwortung des ganzen
jüdischen Volkes, das seinen Zorn an Jesus ausließ, kann in der
Tat historisch gesehen
nicht zu Recht gesprochen werden. Es waren einzelne jüdische
Gruppen, die Jesus für gefährlich hielten.
Die
Position des Pilatus wird in dem EKD-Text
auch in der Tat verharmlost.
Die
Äußerungen der katholischen Bischöfe wurden hier im März ja
ausführlich diskutiert. In dieser Hinsicht ist die Kritik von
Sahm übertrieben, da m.E. der
Ausdruck Ghetto inzwischen allgemein gebraucht wird und nicht auf
das jüdische Ghetto und
schon gar nicht nur auf das Warschauer Ghetto sich bezieht, z.b.
"Schwarzenghetto" in New York.
Danke!
Also wenn ich das richtig lese, volle Zustimmung zu meinem Text.
Kritik aber an überspitzter Kritik wegen dem "Ghetto" der
Katholen die freilich nicht von mir stammte, zu wobei "Ghetto
Ramallah" damals freilich eindeutig im gleichen Satz und
Atemzug mit Holocaust und Warschau genannt wurde, sodass bei
niemandem die Assoziation mit Harlem aufkommen konnte, weil allein
Warschau erwähnt wurde.
Evangelische
Kirche
11.04.07
J e r u s a l e m (idea) –
Kritik an der Haltung der EKD zu Israel und den Juden hat der
Israel-Korrespondent Ulrich Sahm (Jerusalem) geübt. In einem
Kommentar für den Nachrichtensender n-tv bringt er unter anderem
die Sorge zum Ausdruck, dass der Rat der EKD bei seiner
Israelreise vom 10. bis 15. April einseitig pro-palästinensische
Akzente setzen könne.
Auf dem
Besuchsprogramm steht am 14. April ein Zwischenstopp am Checkpoint
„Rahels Grab“ der israelischen Sperranlage. Danach wollen die
Mitglieder der EKD-Reisegruppe unter Führung des
Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), durch den
Kontrollpunkt gehen, den – so das Reiseprogramm – „täglich
diejenigen Palästinenser passieren müssen, die nach Jerusalem
wollen“. Laut Sahm bleibt unerwähnt, „dass jüdische
Israelis, wegen der Gefahr, im palästinensischen Gebiet ermordet
zu werden, den Checkpoint in die andere Richtung gar nicht
passieren dürfen“. Sahm erinnert an einen Eklat beim jüngsten
Besuch deutscher katholischer Bischöfe, als der Bischof von
Eichstätt, Gregor Maria Hanke, am Sperrwall die Stadt Ramallah im
Palästinensergebiet mit einem Ghetto verglichen habe. Das sei in
Israel als Gleichsetzung der israelischen Politik mit dem Vorgehen
der Nazis gegen die Juden im Warschauer Ghetto gedeutet worden.
Man habe erwartet, dass die evangelischen Bischöfe politisch
umsichtiger vorgehen würden, so Sahm.
Kritik an Internetbeitrag zum Leiden Christi
Kritik übt er auch an einem Artikel auf der Internetseite der EKD
zum Leidensweg Jesu Christi unter dem Titel „Keiner kann seine Hände
in Unschuld waschen“. In dem Beitrag, der inzwischen entfernt
wurde, gehe der ungenannte Autor der Frage nach, wer letztlich
Schuld an der Kreuzigung Jesu trage – der römische Prokurator
Pilatus oder die Juden. Die EKD komme, so Sahm, zu dem Schluss,
dass die Kreuzigung Teil von Gottes unerforschten Wegen sei und
dass Pilatus nur benutzt worden sei. Er habe „den Unschuldigen
vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes“ bewahren können. Sahm:
„So stellt die EKD mal wieder fest, dass ‚die Juden’
pauschal die Gottesmörder sind...“
http://www.idea.de/index.php?id=181&tx_ttnews%5Btt_news%5D=52889&tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&cHash=acf638300c
Sehr geehrter Herr Sahm, herzlichen Dank für Ihre klaren Worte und
Kommentare über Israel! In einer Welt, in der es normal ist,
Israel und die Juden stets emotional als Täter zu sehen,
bewundere ich Ihren Mut, dem eine sachlich argumentierte, deutlich
andere Sichtweise entgegen zu setzen. Als Christ habe ich
irgendwann verstanden: Jesus Christus war als Mensch ein Jude. Wie
kann ich da gegen Juden sein?
Vielen Dank - und machen Sie weiter so!
Gott segne Sie!
J.
Besten
Dank für Ihre an n-tv geschickte und an mich weitergeleitete
Mail.
Dabei
tue ich - so meine Ansicht - eigentlich nur meine journalistische
Pflicht, die Dinge möglichst wahrheitsgetreu und ohne
ideologische Brille zu berichten. Und in diesem Sinne sind für
mich Juden ganz normale Menschen, nicht besser aber auch nicht
schlechter als andere. Um zu dieser ungewöhnlichen Erkenntnis zu
gelangen, muss man nicht einmal gläubiger Christ sein, sondern
einfach nur ein Mensch.
Vielleicht hätte die EKD einmal ihre eigene Publikation über
Antisemitismus lesen sollen, bevor sie pünktlich zur Passionszeit den
alten kirchlich-antisemtischen Trödel aus der Klamottenkiste
herausholte:
"Die Erzählungen von der Passion Jesu wurden im Laufe der
Kirchengeschichte zur Begründung der Judenfeindschaft
missbraucht. Man gab den Juden die Schuld am Tode Jesu. Die
Passionsgeschichten verkündigen in Wahrheit, dass durch die
Schuld aller Menschen Jesus ans Kreuz gebracht worden ist:
„Was ist doch wohl die Ursach’ solcher Plagen? Ach, meine Sünden
haben dich geschlagen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet,
was du erduldet“ (Evangelisches Gesangbuch 81,3)."
Quelle: http://www.ekd.de/download/antisemitismus.pdf
Die
haben den Text ganz schnell aus ihrer Hompage wieder
runtergenommen, nachdem einige dort angerufen hatten.
Judentum/Kirche/Theologie
EKD nimmt umstrittenen Pilatus-Text aus dem Internet =
Hannover (KNA) Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen
als antijüdisch kritisierten Text über den Kreuzestod Jesu am
Dienstag aus dem Internet genommen. Das bestätigte eine
EKD-Sprecherin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in
Hannover. Der vor einigen Tagen auf der EKD-Hauptseite ins Netz
gestellte Beitrag war in Medien und bei Theologen auf Ablehnung
gestoßen. Die Löschung erfolgte unmittelbar vor der Abreise
einer hochrangigen EKD-Delegation zu einem Besuch in Israel und
den Palästinensergebieten.
Der namentlich nicht gekennzeichnete Text befasst sich mit der Suche
nach den Schuldigen für die Hinrichtung Jesu. In diesem
Zusammenhang heißt es, "die Juden" hätten die
Kreuzigung gefordert. Zudem erweckt der Artikel den Eindruck, der
römische Statthalter Pilatus hätte "den Unschuldigen von
dem aufgestachelten Zorn des Volkes" bewahren sollen. Er habe
sich aber "dem Urteil des aufgewiegelten Volkes
gebeugt". Der evangelische Theologe Albrecht Lohrbächer
nannte den Artikel in der "Hannoverschen Allgemeinen"
(Dienstag) "ungeheuerlich". Solche Texte seien ein
ernster Rückschlag für den Kampf gegen Antijudaismen im
Christentum, so der Pastor.
Dear
Ulrich,
I
participated in the meeting yesterday of Bishop Huber and his
delegation with Chief Rabbi Metzger and I raised the matter. He
apologized for the "misunderstandings" conveyed by the
article which, he insisted, had no such intention to whitewash
Pilate nor to collectively blame the Jewish People. However
because the article was open to
"misunderstanding", it had been removed from the
website.
Thanks
again and best regards,
David
Rabbi
David Rosen, KCSG
International
Director of Interreligious Affairs
The
American Jewish Committee
Kirchen/Antisemitismus
Huber entschuldigt sich für
missverständlichen Internettext =
Jerusalem (KNA) Der Vorsitzende
des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich für
"Missverständnisse" wegen eines als antijüdisch
kritisierten Textes auf der Internetseite der EKD entschuldigt.
Der Präsident des Internationalen jüdischen Komitees für
interreligiöse Konsultationen, Rabbi David Rosen, erklärte am
Donnerstag in Jerusalem, Bischof Wolfgang Huber habe im Gespräch
mit ihm eingeräumt, der Leitartikel sei "offen für
Missverständnisse" gewesen.
Die EKD hatte den Text am
Dienstag aus dem Internet genommen. Darin hieß es, "die
Juden" hätten die Kreuzigung Jesu gefordert. Zudem erweckte
der Artikel den Eindruck, der römische Statthalter Pilatus hätte
Jesus von dem "aufgestachelten Zorn des Volkes" bewahren
sollen. Er habe sich aber "dem Urteil des aufgewiegelten
Volkes gebeugt".
Rosen sagte der Katholischen
Nachrichten-Agentur (KNA), Huber habe betont, dass es keineswegs
darum gegangen sei, Pontius Pilatus "reinzuwaschen" oder
das jüdische Volk "kollektiv zu beschuldigen". Rosen
war jahrelang an den Verhandlungen zwischen dem Staat Israel und
dem Vatikan beteiligt und ist eine der führenden Persönlichkeiten
des Judentums beim Dialog mit dem Christentum.
Starker
Tobak. Danke für den Artikel.
Als
evangelischer Christ in Deutschland mag ich da nur sagen: Das kann
nicht in meinem Namen geschehen sein!
Für
mich bedeutet es: weiterarbeiten. Einzelne lassen sich immer
wieder zum Nachdenken anregen.
M.
Sahm – Neuer Holocaust-Skandal
der Kirchen steht bevor
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 12. April 2007
Der Vatikan-Botschafter in Israel, Nuntius Antonio Franco, hat
angekündigt, nicht an der offiziellen Zeremonie zum Gedenken an
die sechs Millionen Opfer der Schoah in der Jerusalemer
Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem teilnehmen zu wollen. Er fühle
sich „unwohl“, den Papst in einer Institution zu vertreten, wo
das Wirken des Papstes Pius XII während des Zweiten Weltkriegs
„falsch“ dargestellt werde. Mit seinem Fernbleiben wolle er
ein Zeichen setzen und die Aufmerksamkeit auf das „Problem“
lenken.
Das israelische Außenministerium erklärte in einer offiziellen
Mitteilung: Bei dem jährlichen „Tag der Schoah und des
Heldentums“ gehe es um das Gedenken der Opfer eines der der
„traumatischten“ Ereignisse in der Geschichte des jüdischen
Volkes und der Menschheit. „Jeder muss es mit seinem Gewissen
verantworten, ob er an der Zeremonie teilnimmt“, sagte der
Sprecher.
Jad Vaschem hält es in einer offiziellen Erwiderung für „unerhört“,
dass „diplomatischer Druck bei einer Frage der
Geschichtsforschung“ ausgeübt werde. Die Gedenkbehörde
behauptet, dass alles, was in ihrem Museum auf einer Tafel stehe,
„der Wahrheit entspricht, wie sie heute den Forschen bekannt
sei“. In einem Brief an den Nuntius habe die Gedenkbehörde ihre
Bereitschaft erklärt, die Angelegenheit „zu überprüfen“,
doch müsse der Vatikan die Archive zu der Amtszeit des Papst Pius
XII öffnen, damit die Historiker aus den Dokumenten „andere
oder neue Dinge lernen können, die bis heute unbekannt sind“.
Auf der vom Vatikan-Botschafter monierten Schrifttafel wird erwähnt,
dass Papst Pius XII sich noch in seiner Funktion als Staatsekretär
des Vatikans um ein Konkordat mit Nazideutschland bemüht habe, um
die Rechte der Kirche in Deutschland zu schützen. Dieses
Konkordat bedeutete eine Anerkennung des „rassistischen wie
antisemitischen Naziregimes“. Weiter wird auf der Tafel das
lange Schweigen und die „Neutralität“ des Papstes während
des Zweiten Weltkriegs beklagt.
Der Beschluss des Vatikan-Botschafters, den offiziellen
israelischen Staatsakt zum Gedenken an den Holocaust zu
boykottierten kommt nur fünf Wochen, nachdem die katholischen
Bischöfe Deutschlands bei ihrem Besuch in Israel und den palästinensischen
Gebieten die Stadt Ramallah wegen der von Israel errichteten
Schutzmauer mit dem Warschauer Ghetto verglichen hatten. Einen
Eklat gab es auch unmittelbar vor der Abreise des Rats der EKD,
der evangelischen Bischöfe, nach Israel, wo sie sich noch bis
Montag aufhalten werden.
Rabbi David Rosen, seinerzeit verantwortlich für die
Verhandlungen zwischen Israel und dem Vatikan, hat Bischof
Wolfgang Huber bei dessen Treffen mit Oberrabbiner Jona Metzger
auf einen Leitartikel auf der Internetseite der EKD angesprochen.
Daraus ging hervor, dass nicht Pontius Pilatus, sondern pauschal
das jüdische Volk für den Tod Jesu verantwortlich gewesen sei.
Diese Sichtweise hatte zweitausend Jahre lang dazu geführt, dass
Juden als „Gottesmörder“ verfolgt wurden. Nach Angaben
von Rabbiner Rosen habe Huber sich für die „Missverständnisse“
entschuldigt. Der Artikel wollte keineswegs Pilatus reinwaschen
oder die Juden pauschal beschuldigen. Doch weil der Artikel
„missverständlich“ interpretiert worden sei, habe die EKD
beschlossen, ihn aus ihrem Internetauftritt zurückzuziehen.
Ulrich W. Sahm
Pope
Pius XII
Pius
XII’s reaction to the murder of the Jews during the Holocaust is
a matter of controversy. In
1933, when he was Secretary of the
Vatican
State
,
he was active in obtaining a Concordat with the German regime with
the aim ofto preserveing the Church’s rights in
Germany
,
even if this meant recognizing the Nazi racist regime. When he was
elected Pope in 1939, he shelved a letter against racism and
antisemitism that his predecessor had writtenprepared.
AlthoughEven when informationreports about the murder of Jews had
reached the
Vatican
,
the Pope did not protest either verbally or in writing. In
December 1942, he abstained from signing the Allied declaration by
the Allies condemning the extermination of the Jews. When Jews
were deported from
Rome
to
Auschwitz
,
the Pope did not intervene. The Pope maintained his neutral
position throughout the war, with the exception of appeals to the
rulers of
Hungary
and
Slovakia
towards theits end. of the war. His silence and the absence of
guidelines obliged Churchmen throughout
Europe
to decide on their own how to react.
Jerusalem (KNA) Der Vatikan-Botschafter in Israel nimmt entgegen
bisherigen Plänen doch an der Holocaust-Gedenkfeier des
israelischen Staates in Jad Vaschem am Sonntagabend teil. Das
meldete der israelische Rundfunk am Sonntagmittag. Erzbischof
Antonio Franco hatte vor wenigen Tagen seine Teilnahme abgesagt.
Zur Begründung betonte er, er wolle seinem "Unwohlsein über die
verkürzte und damit verfälschte Darstellung von Papst Pius
XII." im Museum der Jerusalemer Gedenkstätte Ausdruck
verleihen. Seine "schmerzhafte" Absage bedeute aber
keinesfalls mangelnden Respekt gegenüber den Opfern der Schoah,
so Franco am Donnerstag.
Ein Brief aus Jad Vaschem
Damit hatte der Nuntius in Israel Empörung hervorgerufen. Noch am
Sonntag äußerte der Direktor von Jad Vaschem, Avner Schalev, in
einem offenen Brief an den Nuntius sein "Bedauern" darüber
aus, dass Franco von der Gedenkfeier fernbleiben wolle. Schalev
zitierte in seinem Brief auch Papst Johannes Paul II., der Jad
Vaschem im Jahr 2000 besucht hatte.
Ein Schreiben des Nuntius an Schalev vom 3. April war nicht veröffentlicht
worden. Beobachter vermuten, dass das öffentliche
"Bedauern" des Direktors der Gedenkstätte dazu diente,
eine diplomatische Krise zwischen Israel und dem Vatikan
abzuwenden.
Israel gedenkt jährlich am 16. April des Holocausts. Pius XII. hatte
die Judendeportation 1943 mit diplomatischen Mitteln zu verhindern
und einzugrenzen versucht. Die Frage, was ein öffentlicher
Protest gegen die nationalsozialistische Judenvernichtung bewirkt
hätte, beantworten Historiker unterschiedlich. Einige werfen Pius
XII. vor, zu wenig gegen den Nationalsozialismus protestiert zu
haben. In Jad Vaschem weist eine Schautafel mit dem Foto des
Papstes auf Kontroversen in der Bewertung seiner Politik hin.
Diese Darstellung hält Franco für einseitig.
12.4.
Sahm – Für die EKD existiert Israel nicht
von Ulrich W. Sahm,
Jerusalem, 12. April 2007
Auf einer Nahost-Landkarte, von EKD-Bischof Wolfgang Huber bei
einer Pressekonferenz in Jerusalem an Journalisten ausgeteilt,
sind Libanon, Syrien, Jordanien und ein Staat namens „Sinai“
eingetragen. Ebenso gibt es da einen Gazastreifen, eine Westbank
und „von Israel besetzte“ Golanhöhen. Nur ein Staat mit Städten
wie Tel Aviv, Rischon Lezion und Haifa, hat keinen eigenen Namen!
Das entspricht offiziellen palästinensischen oder arabischen
Landkarten auf denen auch nur die Umrisse eines namenlosen Staates
erkennbar sind. Erstaunlicherweise bereisen die deutschen
evangelischen Bischöfe zur Zeit einen Staat, der nicht einmal auf
der von ihnen selber verteilten Landkarte existiert: Israel.
Auf Anfrage sagte der überraschte Pressesprecher der EKD,
Christof Vetter, „dass
doch die Grenzen Israels in der Landkarte eingezeichnet“ seien.
Jedoch erneut danach befragt, wieso denn der Name des Staates
Israel fehle, während die Namen der Nachbarländer mit fetten
Buchstaben abgebildet seien, erklärte Vetter:
„Möglicherweise ist der Name Israels bei Fotokopieren der Karte
herausgefallen.“ In jedem Fall – so der Sprecher – sei
dieser Fehler nicht beabsichtigt gewesen.
?Ulrich W. Sahm
12.4.
Hagalil Was ein Zufall, dieses Missgeschick..
http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=724
Dieser
Text wurde auch bei n-tv online veröffentlicht, bis....
„Erstaunt
war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem Internetauftritt die
website http://www.n-tv.de/790058.html
entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender
so tendenziös von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der
Pressekonferenz in Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In
der Gesamtheit der bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen
war die Karte unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema
der Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige
Land war. Dass auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt
die Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist
auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.
Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der
vorgetragenen Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in
nichts begründete Wertung. Die telefonische Anfrage erreichte
mich auf dem Handy im sehr holprig fahrenden Bus zwischen Tel Aviv
und Jerusalem. Auf meine Rückfrage, mit wem ich sprechen würde,
bekam ich ein nicht verständliches Nuscheln zur Antwort, aber
deutlich verstehbar die Information, es gehe nur um eine Frage
nach der Pressekonferenz. Als die Frage nach der Karte mir
gestellt wurde, sagte ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen
führen müsse, um antworten zu können. Daraus auf "Überraschung"
zu schließen, scheint mir unbegründet.
Nicht
berichtet wird auf der website, dass der Ratsvorsitzende mehrmals
in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische Kirche
allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht Israels
bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und weiterhin
entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob dies bei n-tv
auch wahrgenommen wird.
Insgesamt
veröffentlichen Sie - und dies nicht zum ersten Mal - eine
tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach
Israel. Mir drängt sich die Überlegung auf, ob auch die sonstige
Berichterstattung von solchen Tendenzen geprägt ist? Der Bericht
auf der genannten website gibt auf jeden Fall die Wirklichkeit und
die in Israel bei allen Gesprächen geäußerte Einstellung des
Rates der EKD nicht einmal in Ansätzen wieder. Ich bitte Sie,
dies von Ihrer Internet-Auftritt zu entfernen.
Mit
freundlichen Grüßen
Christof
Vetter
(Oberkirchenrat)
Liebe KollegInnen,
wir sollten die Argumente der EKD ernstnehmen. Ich schlage folgende
Vorgehensweise vor:
- Wir nehmen den Artikel zunächst von unserer Seite
- Ulrich Sahm redet mit Herrn Vetter.
- Wir entscheiden dann, ob und in welcher Form wie einen überarbeiteten
Beitrag wieder online stellen.
- Ich schreibe Herrn Vetter eine kurze Mail.
Gruß
M.
Habe mit Interesse die lange Mail von Herrn Vetter gelesen.
Zu Ihrer Information:
1) Wenn Herr Vetter etwas an der "tendenziösen"
Berichterstattung zu monieren hat, dann könnte sich doch Herr
Vetter sich mal direkt an mich wenden. Was hindert ihn eigentlich
daran, sich direkt an den Autor der "tendenziösen"
Berichterstattung zu wenden, der übrigens identische Artikel auch
in Zeitungen wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung veröffentlicht
hat.
2) Es begann alles mit jenem unsäglichen Leitartikel über Pontius
Pilatus, auf den ich durch reinen Zufall gestoßen bin, als ich
beim Durchsehen der PDF Datei mit dem Programm der Reise auf den
Link gedrückt habe. Es ist nicht meine Schuld und nicht mein
Fehler, dass die EKD drei Tage vor ihrer Abreise nach Israel einen
Leitartikel veröffentlicht, in dem das "jüdische Volk"
mal wieder als Schuldiger am Tode Jesu , also als Gottesmörder
abgestempelt wird. Die EKD hat inzwischen von höchst angesehenen
Professoren und Kirchenräten, darunter Hans Maaß und Ekkehard
Stegemann Kritik erhalten, auch wegen Geschichtsklitterungen in
dem Text. In Israel wurde Bischof Huber von mindestens einem
angesehenen Rabbiner darauf angesprochen.
3) Die EKD sollte aus ihrem eigenen Fehler inzwischen gelernt haben,
dass selbst das Löschen eines Textes dank Google Cache nicht viel
nützt.
4) Mir sind die "guten" Absichten der EKD und der Bischöfe
wohlbekannt. Gleichwohl ist es deren Problem, dass sie in ihrer
Pressemappe eine Landkarte verwenden, auf der der Name
"Israel" fehlt. Gerade nach der peinlichen Panne mit den
katholischen Bischöfen die bei der Mauer über das
"Warschauer Ghetto" redeten, hätte man doch eigentlich
erwarten können und müssen, dass die EKD etwas sorgfältiger
vorgeht und derartige lächerliche Pannen vermeidet.
5) Die Geschichte mit der peinlichen Karte und mitsamt einer Abbildung
der Karte ist inzwischen auch anderswo veröffentlicht und wird
genüsslich (ohne mein Zutun) herumgereicht. Ich habe deshalb
nichts dagegen, diesen Beitrag bei ntv-online
"verschwinden" zu lassen. Doch sollte Herr Vetter
wissen, dass damit dieser Text nicht "aus der Welt"
geschaffen ist. Im Gegenteil. Minuten nachdem Kollege V. ihn bei
ntv online vom Netz genommen hat, erhielt ich folgende Email:
Lieber Herr Sahm,
Ihre Meldung über die Landkarte ohne Israel ist von der n-tv-Seite
verschwunden. Hat es damit eine besondere Bewandtnis? Sonst würden
wir Ihren Artikel gerne mehr oder weniger für Israelnetz übernehmen.
Mit freundlichen Grüßen
E.
Redaktion Israelnetz
Was soll ich denen nun antworten?????
6) Und was ich nicht verstehe: Wenn Herr Vetter, auf die Landkarte
angesprochen, sofort gesagt hätte "Wie peinlich, danke dass
Sie uns darauf aufmerksam machen, wir werden dazu eine öffentliche
Entschuldigung herausgeben usw" aber stattdessen eine völlig
absurde "Erklärung" abgibt wie herausgefallene
Buchstaben beim Fotokopieren, dann hat er doch selber mit seinen
Worten die Panne zum Vorfall gemacht. Dass die Panne "nicht
beabsichtigt" war, steht unten in meinem Text drin.
7) Vetter dreht in seinem Brief an n-tv seinen eigenen Fehler sogar
weiter: "Das auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt
die Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist
auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich."
Neben dem Schreibfehler beim Wort "Das" am Anfang des Satzes
sollte Herr Vetter eigentlich wissen, dass gerade in Bezug auf
Israel-Karten das Fehlen der Landesbezeichnung ein großes
Politikum ist, weil es "zufällig" ausgerechnet und nur
bei Israel passiert, sogar auf Landkarten der Weltbank, früher
einmal bei der Lufthansa und in arabischen Ländern bis hin zu palästinensischen
Schulbüchern . Wenn Herr Vetter, oder schlimmer noch, die EKD
nicht einmal das weiß, dann sollten die lieber nicht nach Israel
reisen und noch dazu eine "freundliche"
Berichterstattung erwarten.
Ich betrachte es als Journalist als meine Pflicht, auch solche Dinge zu
entdecken. Eine Reaktion des Herrn Vetter habe ich mir durch einen
Kollegen einholen lassen. (Ich möchte übrigens gerne wissen, auf
welchem rumpeligen Feldweg die im Bus nach Jerusalem gefahren
sind, anstatt auf der Autobahn). Was soll ich mehr als das tun.
Soeben erfahre ich, dass sich der Hessische Rundfunk erkundigt, warum
der Text von der n-tv Seite verschwunden ist.
Zu Ihren Vorschlägen:
1) habe nichts dagegen, dass der Text "verschwunden" ist, weil
es schon zu spät ist, weil ich jetzt gerade schon eine dritte
Anfrage zu dem "Verschwinden" erhalten habe.
2) Da meine Geschichte journalistisch korrekt ist, empfinde ich es als
eine Zumutung, die Argumente der EKD so ernst zu nehmen und n-tv
zu zensieren.
3) Wenn Herr Vetter eine ordentliche Erklärung dazu abgeben will, als
"Gegendarstellung", bitteschön, dann kann man die doch
veröffentlichen. Doch sollte er sich bewusst sein, dass seine
Behauptung, Ländernamen fehlen auch auf anderen Karten, die
Angelegenheit nur noch schlimmer macht.
4) Nein: nicht Sahm spricht mit Vetter. Wenn der ein Problem hat, soll
der mich anrufen.
5) Ich bestehe nicht auf einer erneuten Veröffentlichung. Zumal ich ja
weiß, dass das "Verschwinden" dem Text längst noch
mehr Reklame macht.
habe soeben Herrn Vetter gebeten, sich umgehend bei Ihnen telefonisch zu
melden, damit wir den Beitrag bald wieder online stellen können.
Ich bin bekanntlich ein unendlich geduldiger Mensch. Seit Ihrer Mail
sind schon anderthalb Stunden vergangen. Was machen wir, wenn er
gar nicht anruft?
Ich fühle mich ein wenig an mittelalterliche Zeiten erinnert, als die
Kirche ketzerische Bücher verbrennen ließ oder sie auf den
"Index" setzte.
Ich schlage vor, dass wir noch bis 16:00 Uhr warten, also ganze zwei
Stunden nach Ihrer Email, und die Geschichte dann wieder
freischalten. Man kann sie ja dann erneut wegzensieren, wenn er
sich später meldet und plausible Argumente hervorbringt. .
Jedenfalls: Erst wenn die Argumente der EKD zu den einzelnen Vorwürfen
in den Artikel eingearbeitet sind, stellen wir den Beitrag wieder
online.
Soeben
sehe ich, dass Vetter den gleichen Text, der er an n-tv geschickt
hat, auch an andere Leute mit entsprechender Kritik an n-tv
weiterleitet "ein Sender der ernstgenommen werden will"
und "tendenziöse Berichterstattung".
Dies
nur zu Ihrer Information.
Gleich
erhalten Sie das überarbeitete Stück. Bis zur Stunde habe ich
keinen Anruf erhalten, obgleich er (Vetter) seit 18:00 laut
Programm bei "Kaffee und Kuchen" sitzen müsste.
bitte
nehmt den Bericht von Ulrich Sahm über den
"Landkarten-Streit" wieder online, mit den unten
erhaltenen Ergänzungen und Anmerkungen.
Ingesamt:
Ich
finde es nun eine noch interessantere, aber auch sehr ausgewogene
Geschichte. Die Position der EKD ist ausreichend berücksichtigt.
Unserer journalistischen Sorgfaltspflicht ist Genüge getan.
Vielen
Dank.
Freitag,
13. April 2007
Ein Artikel von Ulrich W. Sahm zu einer Israelkarte ist bei der
Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) auf Kritik gestoßen. Wir
haben den Bericht zur Landkarte daraufhin vorübergehend offline
genommen, um die Fragen zu klären. Nach Rücksprache mit dem
Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, haben wir uns dann
entschlossen, die in einer E-Mail an n-tv enthaltenen Argumente
leicht gekürzt hier zu veröffentlichen. Vorab der von der EKD
kritisierte Artikel:
"Auf einer Nahost-Landkarte, von EKD-Bischof Wolfgang Huber
bei einer Pressekonferenz in Jerusalem an Journalisten ausgeteilt,
sind Libanon, Syrien, Jordanien und ein Staat namens 'Sinai'
eingetragen. Ebenso gibt es da einen Gazastreifen, eine Westbank
und 'von Israel besetzte' Golanhöhen. Nur ein Staat mit Städten
wie Tel Aviv, Rischon Lezion und Haifa, hat keinen eigenen Namen!
Das entspricht offiziellen palästinensischen oder arabischen
Landkarten auf denen auch nur die Umrisse eines namenlosen Staates
erkennbar sind. Erstaunlicherweise bereisen die deutschen
evangelischen Bischöfe zurzeit einen Staat, der nicht einmal auf
der von ihnen selber verteilten Landkarte existiert: Israel.
Auf Anfrage sagte der überraschte Pressesprecher der EKD,
Christof Vetter, 'dass doch die Grenzen Israels in der Landkarte
eingezeichnet' seien. Jedoch erneut danach befragt, wieso denn der
Name des Staates Israel fehle, während die Namen der Nachbarländer
mit fetten Buchstaben abgebildet seien, erklärte Vetter: 'Möglicherweise
ist der Name Israels bei Fotokopieren der Karte herausgefallen.'
In jedem Fall – so der Sprecher – sei dieser Fehler nicht
beabsichtigt gewesen."
Kritik von der EKD
Am Freitagmorgen schrieb der Sprecher der EKD, Oberkirchenrat
Christof Vetter, einen Brief an die Chefredaktion von n-tv:
"Erstaunt war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem
Internetauftritt die Website 'Israel aus der Karte gefallen'
entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender so tendenziös
von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der Pressekonferenz in
Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In der Gesamtheit der
bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen war die Karte
unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema der
Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige Land
war. Dass auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt die
Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch
bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.
Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der vorgetragenen
Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in nichts begründete
Wertung... Als die Frage nach der Karte mir gestellt wurde, sagte
ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen führen müsse, um
antworten zu können. Daraus auf 'Überraschung' zu schließen,
scheint mir unbegründet.
Nicht berichtet wird auf der Website, dass der Ratsvorsitzende
mehrmals in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische
Kirche allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht
Israels bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und
weiterhin entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob
dies bei n-tv auch wahrgenommen wird.
Insgesamt veröffentlichen Sie - und dies nicht zum ersten Mal -
eine tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach
Israel. Mir drängt sich die Überlegung auf, ob auch die sonstige
Berichterstattung von solchen Tendenzen geprägt ist? Der Bericht
auf der genannten Website gibt auf jeden Fall die Wirklichkeit und
die in Israel bei allen Gesprächen geäußerte Einstellung des
Rates der EKD nicht einmal in Ansätzen wieder. Ich bitte Sie,
dies von Ihrem Internet-Auftritt zu entfernen.
Mit freundlichen Grüßen
Christof Vetter
(Oberkirchenrat)"
Erwiderung von Ulrich W. Sahm
"Nachdem bei der Israel-Fahrt der katholischen Bischöfe ein
paar unvorsichtige Sprüche deren ganzen Besuch überschattet
hatten, durfte wohl ein besonders umsichtiges Vorgehen der EKD
erwartet werden. Umso erstaunter waren wir, nur wenige Tage vor
deren Abreise einen Leitartikel auf der EKD-Website zufällig zu
entdecken, der von angesehenen Theologen wie Hans Maaß und
Ekkehard Stegemann als 'böswillige Geschichtsklitterung'
bezeichnet wurde. Mehrere befragte Theologen sahen darin das Volk
der Juden als 'Gottesmörder' darstellt.
Es gehört zu unserer Journalistenpflicht, derartiges zu vermelden
und betrachten das nicht als 'tendenziöse Berichterstattung'.
Allerdings war es ebenso unsere journalistische Pflicht, die
Entschuldigung von Bischof Wolfgang Huber zu veröffentlichen.
Gleiches gilt für die Landkarte ohne den Namen 'Israel'. Der EKD
sollte bekannt sein, dass das Fehlen von 'Israel' auf arabischen
Landkarten, in palästinensischen Schulbüchern, auf
Internetseiten der Weltbank und einst sogar auf Karten der
Lufthansa regelmäßig zu weltweiten Schlagzeilen führt und
keineswegs nur bei Israelis Empörung hervorruft.
Wir haben zu keinem Zeitpunkt der EKD unterstellt, dass sie das
Existenzrecht Israels in Frage stelle. Gleichwohl stellt diese
Landkarte eine Panne dar, die bei einer bedeutenden deutschen
Kirche, noch dazu während eines Besuches in Israel, nicht hätte
passieren dürfen."
http://www.n-tv.de/790512.html
Wegen
der „verschwundenen“ homepage bei n-tv und der Landkarte gab
es mehrere Anfragen bei n-tv aber auch bei der EKD
Sehr
geehrte Damen und Herren,
hat
die EKD womöglich vergessen, dass es auch einen Staat Israel
gibt, der auf der Landkarte existiert?
Herr
Vetter hat sich
dahingehend erklärt, er hätte vergessen, den Namen Israel einzufügen.
So
weit, so schlecht.
Merkwürdige
Vergesslichkeit, meinen sie nicht auch, wenn man bedenkt, dass
alle angrenzenden Staaten zu Israel eingetragen sind?
Aus
welchem palästinensischen Schulbuch stammt diese Karte, könnte
man jetzt weiterfragen.
Eines
ist jedenfalls sicher: Die Schulbücher der PA werden von der EU
finanziert.
„Einsame
Klasse“
Mit
freundlichen Grüßen
B.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit einiger Befremdung nehme ich Ihre Kampagne gegen die Deutsche
Evangelische Kirche zur Kenntnis. Zum Stein des Anstoßes sei
gesagt: Es ist üblich, bei Beschreibungen von Ländern auf einer
dazugehörigen Landkarte das nämliche Land selbst nicht mehr
ausdrücklich zu bezeichnen. Es werden dann nur noch die
Nachbarstaaten eingetragen.
Bitte vergleichen Sie hierzu die Landkarte gleichen Zuschnitts anbei von
der Internetseite des israelischen Innenministeriums. Mit
Sicherheit stellt weder diese Behörde noch die Evangelische
Kirche Deutschlands das Existenzrecht Israels infrage.
Mit freundlichem Gruß, R
Sehr
geehrter Herr R.,
Es
gibt in der Tat zahllose Landkarten, wo in der Tat der Name drüber
steht, oder aus politischen Gründen eben auch weggelassen wurde.
Das ist mir wohlbekannt, aber genau deshalb können Karten ein
Politikum sein, müssen es aber nicht.
Ich
bin Journalist und meine Aufgabe ist es, genau hinzuschauen.
1)
Mir fiel die Karte auf, weil ich geschult bin, auf solche
Feinheiten zu achten.
2)
Herr Vetter behauptete zunächst, die Buchstaben seien beim
Fotokopieren von der Karte gefallen.
3)
Bischof Huber behauptete heute bei einer Pressekonferenz in
Berlin, dass "kein Platz auf der Seite" gewesen sei, um
den Namen Israel einzutragen. Überzeugen Sie sich bitte selber
unter EKD.jpg (beigefügt).
4)
Inzwischen hat Vetter gegenüber einem Bekannten von mir gemailt,
dass die Karte aus einer "israelischen Internetseite"
entnommen worden sei. Dieses ist der von Vetter gelieferte link. http://www.science.co.il/Israel-Neighbors-map.asp
5)
Nun wurde die Originalkarte der EKD und die Karte von Vetter, die
angebliche Quelle, nebenandergestellt:
http://flickrcom/photos/neveragain2006/461581348/
6)
Auch wenn Vetter und Huber es dementieren, so weiß ich mit
absoluter Sicherheit, dass es doch eine Absprache gegeben hat: Palästinenser
hatten eine Karte ohne Israel gefordert und die deutschen EKD
Vertreter haben dem zugestimmt haben. Das ist für mich nicht
akzeptabel und für viiele andere Menschen auch nicht.
Dies
ist keine Kampagne gegen die EKD, sondern die EKD verwickelt sich
(siehe den Kartenvergleich) in Widersprüche und Lügen, anstatt
sich hinzustellen und einen "Fehler" einzugestehen. Dann
wäre die Geschichte längst aus der Welt . Vetter wollte zudem
n-tv zensieren, was eine Ungeheuerlichkeit ist, hielt sich nicht
an eine Absprache mit n-tv, mich anzurufen, und verschickt Briefe
an Dritte weiter in denen er n-tv der "tendenziösen
Berichterstattung" usw bezichtigt. Es wäre wohl fair, die
EKD einer "Kampagne" zu bezichtigen.
Zudem
habe ich in einer Reaktion auf Vetters Beschwerde ausdrücklich
geschrieben, dass ich der EKD keineswegs unterstelle, die Existenz
Israels in Frage zu stellen. Es darf aber doch wohl erlaubt sein,
die EKD eines politischen Faux Pas zu bezichtigen, und es ist
deren Problem, wenn die unfähig sind, das einzusehen und sich
einfach dafür zu entschuldigen, anstatt fast stündlich die
Geschichte mit neuen Absurditäten weiterzudrehen.
http://www.n-tv.de/790512.html
Als
ich das geschrieben hatte, ahnte ich noch nicht, dass es keine
"Panne" war sondern Absicht.
Sehr
geehrter Herr G.,
Ich
antworte auf Fragen, auf Beschimpfungen und Ironie sehe ich keinen
Grund, der Aufklärung zu dienen. Bei der Karte, die in der
Pressekonferenz verteilt wurde, handelt es sich um die Karte, die
auf einer israelischen Internetseite angeboten wird. Um sie übersichtlicher
zu machen, wurde sie vergrößert. Bei diesem Kopiervorgang ist
die Überschrift "Israel" weg gefallen. Die Überschrift
wäre zudem falsch gewesen, da die Karte auch die palästinensischen
Autonomiegebiete zeigt.
Mit
freundlichen Grüßen
Christof
Vetter
1)
Die von Vetter angegebene Karte der "israelischen
Homepage" ist nicht identisch mit der ausgeteilten Karte. Er
lügt.
2)
Er hat behauptet, die EKD habe die Karte nur übernommen und nicht
bearbeitet. Falls er darauf besteht, dass das die Vorlage war,
dann lügt er schon wieder, denn jemand muss die Grenzlinien zu
den besetzten Gebieten eingezeichnet haben.
3)
Mit ziemlicher Sicherheit lügt er auch mit der Behauptung
"israelische Homepage". Eine tatsächlich identische
Vorlage haben wir bisher nur auf zwei amerikanischen Webseiten
entdeckt, nicht aber auf einer israelischen.
4)
die palästinensischen Autonomiegebiete sind auf der Karte ausdrücklich
ausgewiesen als "Gaza-Strip, Westbank Golan Heights (occup.
by Israel) Es bleibt also dabei, dass die pal. Gebiete vorhanden
sind, Israel aber nicht
Nur
eine seiner beiden Angaben kann stimmen
EKD-Rat beendet Reise nach Israel und in die palästinensischen
Autonomiegebiete mit Festgottesdienst
Im Festgottesdienst anlässlich der Grundsteinlegung für das
Kaiserin-Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Ölberg in Jerusalem
und anlässlich der Vertragsunterzeichnung über die
Kirchengemeinschaft zwischen der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien und dem Heiligen Land predigte der Ratsvorsitzende der
EKD, Bischof Wolfgang Huber, in der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg
in Jerusalem. Mit dem Gottesdienst wird die einwöchige Reise des
Rates der EKD nach Israel ins Heilige Land.
Nachfolgend der Wortlaut der Predigt von Bischof Wolfgang Huber über
einen Abschnitt aus dem Markusevangelium (Markus 16,9-15):
I.
Liebe Festgemeinde hier in der Himmelfahrtskirche,
Ich kann nur hoffen, dass es mir heute besser ergeht als Maria von
Magdala damals. Sie stimmte den Ton der Freude und der Dankbarkeit
an; aber es dauerte einige Zeit, bis man ihr glaubte. Auch ich
kann gar nicht anders, als den Ton der Freude und der Dankbarkeit
anzustimmen; und ich hoffe, Sie stimmen in diesen Ton mit ein.
Maria teilt ihre Freude mit; und ich kann gar nicht anders, als an
diesem festlichen Tag der großen Freude über die Gemeinschaft
Ausdruck zu geben, die wir in der Woche unseres Besuchs hier in
Jerusalem erlebt haben und die nun ganz besonders in diesem
Gottesdienst Gestalt annimmt.
Verbunden sind wir im Gebet zu Gott, im Hören auf sein Wort, in der
Feier des Heiligen Abendmahls. Wir bekräftigen feierlich die
Gemeinschaft zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien und im Heiligen Land und der Evangelischen Kirche in
Deutschland. Wir gedenken miteinander der Geschichte, die sich mit
der Auguste-Victoria-Stiftung und der Himmelfahrtskirche
verbindet. Auf der Grundlage dieser Geschichte kann die
Gemeinschaft wachsen zwischen unseren Kirchen wie zwischen den
Gemeinden am Ort, zwischen den deutschen Institutionen in
Jerusalem und im Heiligen Land, die uns anvertraut sind, und den
Christen, die ihrem Leben hier Gestalt geben und die wir in die
Zukunft begleiten wollen. Gebe Gott, dass es eine gute Zukunft
ist.
Wir schließen uns Maria an, der ersten Zeugin der Auferstehung Jesu
Christi von den Toten. Für sie ist die Begegnung mit dem
Auferstandenen der Grund österlicher Freude. Sie trägt sie zu
den Jüngern. Sie trägt sie zu uns. Ob wir ihr glauben?
II.
Begleiten wir Maria auf ihrem Weg, so tritt zu dem Ton österlicher
Freude die Stimmung ungläubiger Verzagtheit hinzu. Die erste
Reaktion der Jünger ist von Hoffnungslosigkeit geprägt. Sie
stammt aus der Situation von Menschen, die Leid tragen und darüber
weinen. Die dem Tod begegneten, wo sie Leben suchten. Die Zerstörung
sahen, als sie aufbrechen wollten.
Da haben wir die ganze Spannweite menschlicher Existenz: Freude, die
nicht an sich halten kann, dort; Verzweiflung, die nichts an sich
heran kommen lässt, hier. In dieser Spannung leben wir als
Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu auch heute. Sie gehört zu
unserem Glauben. Wir sind selbst Menschen, Die Leid tragen und
weinen: Wenn wir durch Yad Vashem gehen und das Grauen erinnern,
das dort vergegenwärtigt wird. Wenn wir die Friedlosigkeit sehen,
die den Nahen Osten bestimmt und sich in gigantischen
Sicherheitsmaßnahmen Ausdruck verschafft. Wenn wir durch die
Checkpoints gehen oder die Wege sehen, die unseren Mitchristen
versperrt sind. Aber selten ist mir der Osterjubel näher gegangen
als eben in dieser Situation. Und von Herzen gern habe ich in
diesen Tagen ausgerufen: Christus ist auferstanden - er ist
wahrhaftig auferstanden.
Diese Spannung prägt auch den Ort, an dem wir uns versammeln - in der
Vielgestaltigkeit der Zeiten, die er gesehen hat, der Aufgaben,
die hier wahrgenommen werden, der Hoffnungen wie der Befürchtungen,
die hier gehegt werden. Vor allem anderen ist dieses Gelände,
dessen Grundstein vor hundert Jahren gelegt wurde, ein Ort für
Pilger: für Menschen auf der Suche nach dem Heil wie nach den
Wurzeln ihres Glaubens, für Menschen auf der Suche nach
Gesundheit oder beim Abschied vom Leben. Unterwegs zwischen
Verzagtheit und Hoffnung, pilgernd im Glauben oder dem Glauben
fern, doch umfangen von der Verheißung dessen, der sein
Evangelium aller Kreatur anvertraut.
III.
Mit heißem Herzen haben wir teilgenommen an dem Leid, das im Heiligen
Land unübersehbar ist. Und doch begegnet uns in diesen Tagen auch
der Auferstandene selbst. Unser Unglaube und unseres Herzens Härte
behalten nicht das letzte Wort. Wir können ihn wahrnehmen, den
Frieden, der höher ist als alle Vernunft. Jugendliche haben wir
in diesen Tagen erlebt, die über die Wahrheit von Träumen
sprachen. Menschen sind uns begegnet, die aus der Geschichte
lernen wollen. Entschlossene haben uns davon berichtet, wie sie
der Selbstbestimmung der Menschen Bahn brechen wollen. Mutige
traten uns entgegen, die von ihren Visionen nicht ablassen. Das
Bekenntnis wird konkret, dass Gott den Menschen nach seinem Bild
schuf - b`tselem.
Der Glaube an den Auferstandenen weckt eine Hoffnung, die über den
Horizont bitterer Erfahrungen hinausführt. Er hält sich an die
Liebe, die Räume öffnet und Brücken baut. Am Ursprungsort
unseres christlichen Glaubens zeigt sich ein Mosaik dieser
Hoffnung und dieser Liebe. Wie Touristen und Pilger sich durch die
Erhabenheit und Weite des Blicks vom Turm dieser Kirche anrühren
lassen, so kann sich der Blick des Glaubens gestärkt wissen durch
die Vielzahl der Zeichen von Hoffnung und Liebe, die im weiten
Umkreis dieser Kirche zu finden sind.
IV.
Gewiss: Der Zweifel bleibt nahe. Dem Zeugnis der Maria von Magdala
wollten die Jünger zunächst so wenig vertrauen wie den beiden,
denen sich der Auferstandene unterwegs offenbarte. Aber unser Herr
Jesus Christus lässt die Seinen nicht allein. Schritt für
Schritt tritt er mitten unter sie.
Gerade ihnen traut er zu, seine Zeugen zu sein. Er ruft auch uns als
seine Nachfolgerinnen und Nachfolger in die Verantwortung für
sein Wort - auch dort, wo wir in der Gemeinschaft mit Menschen
anderen Glaubens leben. Er sendet uns in die Welt. Er macht uns zu
Botschafterinnen und Botschaftern des Evangeliums. Unser Zeugnis
wird vom Grundton der Freude bestimmt sein. In ihn wollen wir
einstimmen. Heute, morgen und in Ewigkeit. Amen.
Hannover/Jerusalem, 15. April 2007
gestern
Abend hielt ich einen Vortrag vor einer evangelischen Gruppe, die
am Morgen am Festgottesdienst auf Auguste Victoria teilnahm. Sie
hatte ein "eigentümliches Gefühl" nach der Predigt von
Huber. Aufgefallen ist ihr nur, dass er das Wort Israel nicht
in den Mund nahm, sondern stets nur vom "Heiligen Land"
sprach, wenn er vielleicht auch Israel meinte.
Ich
habe mir dessen Predigt genauer angeschaut.
"Wir
sind selbst Menschen, Die Leid tragen und weinen: Wenn wir durch
Yad Vashem gehen und das Grauen erinnern, das dort vergegenwärtigt
wird. Wenn wir die Friedlosigkeit sehen, die den Nahen Osten
bestimmt und sich in gigantischen Sicherheitsmaßnahmen Ausdruck
verschafft."
In
einem Atemzug kommt da Yad Vaschem und die
"Friedlosigkeit" im Nahen Osten vor. Und wie drückt
sich diese Friedlosigkeit, die also offenbar mit der
Holocaust-Gedenkstätte assoziiert wird, aus? Nicht durch
Selbstmordattentäter, Raketen die bis heute vom Gazastreifen aus
abgeschossen werden oder versuchten Bombenanschlägen und auch
nicht durch die Gräber und Krüppel auf beiden Seiten. Nein,
diese mit dem Holocaust in Verbindung gebrachte
"Friedlosigkeit" findet ihren Ausdruck in
"gigantischen Sicherheitsmaßnahmen". Gemeint ist natürlich
die Mauer, von Israel auch anti-Terror-Sperrwall genannt.
Da
sagt Huber etwas, das aus meiner Sicht noch schlimmer ist, als was
die katholischen Bischöfe mit ihrem unsäglichen und
"entschuldigten" Vergleich mit dem Warschauer Ghetto
gesagt haben.
Nächster
Punkt:
"Wenn
wir durch die Checkpoints gehen oder die Wege sehen, die unseren
Mitchristen versperrt sind."
Huber
scheint nicht gewusst zu haben, dass ausgerechnet in diesen
Ostertagen, "unsere Mitchristen" durchaus die
Genehmigung erhielten, nach Jerusalem zu reisen.
Dritter
Punkt:
"Das
Bekenntnis wird konkret, dass Gott den Menschen nach seinem Bild
schuf - b`tselem"
Welch
Zufall, als einziges Fremdwort "b´tselem". "Nach
dem Bild Gottes" heißt aber "b´tselem Elohim".
Doch hätte Huber den ganzen hebräischen Begriff zitiert, dann hätte
er die wohl gewünschte Assoziation verpatzt: Die gleichnamige
israelische Menschenrechtsorganisation, die es sich zur Aufgabe
macht, israelische Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen
an Palästinensern aufzudecken, während palästinensische
Menschenrechtsverletzung nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehören.
B´tselem ist übrigens eines der wenigen Projekte in Israel, das
von der EKD finanziell unterstützt wird, wie bei der
Pressekonferenz der EKD in Jerusalem mitgeteilt wurde.
Huber
übt sich hier nicht in Äquidistanz, sondern verhöhnt die sonst
von ihm verkündete "Solidarität" mit Israel.
Diese
Predigt folgt der Darstellung der Juden als Schuldige am Tod Jesu (Gottesmörder)
in einem von Christof Vetter
verfassten und auf der Internetseite der EKD veröffentlichten
Editorial sowie die Bereitschaft von Vertretern der EKD in
Jerusalem, einer Forderung ihrer palästinensischen Mitchristen
stattzugeben, in der Pressemappe eine Landkarte zu verwenden, auf
der der Name Israel nicht vorkommt. Oder wie Ahmadinidschad es
ausdrücken würde: Israel von der Landkarte zu löschen.
Die
komplette Predigt ist angehängt. Überzeugen Sie sich selbst.
Ratsvorsitzender Bischof
Wolfgang Huber in Yad Vashem
Nachdem der Pressesprecher der EKD lauthals bei N-tv interveniert hat,
und zeitweise der Artikel, der die Oberpeinlichkeit mit der
"Landkarte ohne Israel" vom Netz genommen wurde, werden
immer mehr Details bekannt, wie es dazu gekommen ist, dass die EKD
eine Karte auf einer Pressekonferenz aushändigte, die ebenso auch
aus den Druckstätten der einschlägig bekannten Antesemiten des
Nahen Ostens hätte stammen können.
Was hat dem Huber sein "Vetter" gemeint, auf den Käse hauen
zu können, als er schrieb:
"Erstaunt war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem
Internetauftritt die Website 'Israel aus der Karte gefallen'
entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender so tendenziös
von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der Pressekonferenz in
Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In der Gesamtheit der
bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen war die Karte
unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema der
Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige Land
war. Dass auf einer Israelkarte - und nichts anderes zeigt die
Karte - der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch
bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.
Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der vorgetragenen
Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in nichts begründete
Wertung... Als die Frage nach der Karte mir gestellt wurde, sagte
ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen führen müsse, um
antworten zu können. Daraus auf 'Überraschung' zu schließen,
scheint mir unbegründet.
Nicht berichtet wird auf der Website, dass der Ratsvorsitzende
mehrmals in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische
Kirche allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht
Israels bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und
weiterhin entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob
dies bei n-tv auch wahrgenommen wird.
Insgesamt veröffentlichen Sie - und dies nicht zum ersten Mal -
eine tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach
Israel."
Nein, Herr Huber und Herr Vetter, nicht N-TV berichtet
tendenziös , es scheint nach vorliegenden Informationen nun
sicher, dass der Name Israel nicht zufällig beim kopieren
weggefallen ist.
Sehen wir an, was Israelnetz berichtet:
"Wie aus Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter
keinen Umständen beim Namen genannt werden wollten, stellt sich
heraus, dass die Mappe mit der Landkarte nach langen Beratungen in
Jerusalem zusammengestellt worden war. Dabei bestanden die palästinensischen
Repräsentanten, darunter Bischof Mounib Jounan, darauf, eine
Landkarte ohne die Erwähnung 'Israel' zu verwenden. Die deutschen
Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So erweist sich,
dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen
Partner bereit war, 'Israel von der Landkarte zu löschen'. Das
erklärt jetzt auch, wieso für diese deutschsprachige Broschüre
keine deutschsprachige Landkarte als Vorlage benutzt wurde,
sondern eine englischsprachige. Dieses beweist auch, dass die
Broschüre nur in Jerusalem und nicht etwa im Hauptsitz der EKD in
Hannover entstanden ist.'"
http://www.israelnetz.de/show.sxp/13358.html?wow=new&sxpident=25558704382585-VwE-4934172-Y--303059M9791972-
Herr Huber, nur durch Wahrheit wird aus Erinnerung Orientierung. In
Hinblick auf Ihre Pilgerfahrt, vermisse ich bei Ihnen
sowohl das eine als auch die anderen´, sowie ich ferner Leute in
Ihrer Kirche vermisse, die den Schneid besitzen, den Leuten, die
sie durch ihre Kirchensteuer bezahlen, mal richtig das Fell über
beide Öhrchen zu ziehen und mit Ihnen einmal Tacheles zu reden.
http://neveragain06.myblog.de/neveragain06/art/139658972/
Christofs
Verständigungsbeitrag
Nachdem, wie hier berichtet, Bischof Huber die Aufgabe des EKD-Stoßtrupps
im Heiligen Land dahingehend erklärte, dass man dolmetschen
und interpretieren und so einen Beitrag für Versöhnung und
Verständigung liefern wolle, überrascht EKD-Pressemensch
Christof Vetter durch eine erstaunliche Kurzatmigkeit, wenn es
darum geht, als Pressesprecher kritische Anfragen zu beantworten.
Er verweigert einfach die Auskunft, und erklärt konkrete Anfragen
als Scheindebatten. So geht es aus einem mir vorliegenden
Schriftwechsel hervor.
Vom kirchensteuerfinanzierten Weichpolster aus, demonstriert das Aushängeschild
"protestantischer" Öffentlichkeitsarbeit somit eindrücklich,
was die EKD unter Dialogfähigkeit verstanden wissen will.
Ich bin gespannt, ob Christof Vetter auch einen faktenvollen Brief
Ulrich Sahms gleichermaßen ignorien wird, den ich ungekürzt hier
veröffentliche:
Sehr geehrter Herr Vetter,
leider haben wir uns bei Ihrem einwöchigen Besuch in Israel nicht
treffen können. Und Sie haben mich trotz einer entsprechenden
Absprache mit Herrn Kerscher von n-tv nicht angerufen.
Mir wurde der nachfolgende Brief zugeleitet. Ich bin sehr verärgert darüber,
dass Sie Behauptungen negieren, die Ihnen sogar kompetentere Leute
als ich vorgeworfen haben, darunter Hans Maaß und Professor
Stegemann.
In Ihrem Editorial schrieben sie:
die Juden, die seine Kreuzigung gefordert haben
so hat er die Meute (der Juden) entfesselt
Er gab dem Volk (der Juden) die Wahl
Pilatus hat sich dem Urteil des aufgewiegelten Volkes (der Juden)
gebeugt
vor dem aufgestachelten Zorn des Volkes (der Juden) bewahrt hätte
Sie kennen die Briefe der oben genannten Theologen, die Ihnen
Geschichtsklitterung vorgeworfen haben, indem Sie Pilatus in Ihrem
Editorial verniedlicht haben. Und jetzt behaupten Sie gegenüber
Fremden, dass Sie in Ihrem Editorial dem jüdischen Volk keine
Schuld zugesprochen hätten. Was bedeuten denn sonst die oben
zitierten Sätze aus Ihrem Editorial?
Was die Karte angeht. Gegenüber Norbert Jessen von der
"Welt", der mit Ihnen gesprochen hatte, als Sie
offensichtlich auf einem Feldweg nach Jerusalem gefahren sind in
ihrem "rumpelligen Bus", haben Sie die Karte bestätigt
und dass der Name "Israel" wohl bei Fotokopieren
herausgefallen sei. Ich habe Neuigkeiten für Sie. Mir ist aus
zwei zuverlässigen Quellen bekannt geworden, dass es vor Ihrem
Besuch eine Besprechung zu der besagten Pressemappe gab, und dass
da die beteiligten deutschen (EKD) Vertreter einer ausdrücklichen
Forderung der palästinensischen Vertreter stattgegeben hatten,
eine Karte "ohne den Namen Israel" zu verwenden, wie das
bei den Palästinensern auf ihren höchstoffiziellen Karten üblich
ist (habe erst gestern bei der Tourismusministerin Khouloud Diabes
in ihrem Büro ein paar Landkarten ihres Ministeriums mitgenommen.
Da können sie vergeblich nach "Israel" suchen.)
Indem das also keine Panne, sondern ein bewusster Beschluss war, hat da
die EKD mitgespielt, eine Karte zu verteilen, auf der der Name des
Staates Israel fehlt. Es ist ein sehr symbolischer Akt, den Staat
Israel "von der Landkarte zu löschen".
Wenn Sie das alles für eine "Scheindebatte" halten, die zu
nichts führt, dann frage ich mich, was eigentlich Bischof Huber
mit "Solidarität" mit Israel oder gar mit
"Existenzrecht Israels" meint, wenn er sich doch gegenüber
David Rosen nach dessen Angaben für Ihr Editorial
"entschuldigt" hat, oder wenn er in seiner Predigt in
Auguste Victoria nicht ein einziges Mal den Namen
"Israel" erwähnt und allein den neutraleren Begriff
"Heiliges Land" verwendet.
(Dieses wurde mir "mit großem Befremden" von einer
evangelischen Gemeindegruppe aus Deutschland zugetragen, die an
dem Gottesdienst teilgenommen hat. Später habe ich mir dann die
von Ihnen verschickte Predigt zu Gemüte geführt und per
Suchmaschine erfolglos nach dem Wort "Israel" gesucht)
Welch Zufall, dass Huber in seiner Predigt als Fremdwort
"Betselem" erwähnt, was zufällig auch eine israelische
Menschenrechtsorganisation ist, eine der wenigen Institutionen in
Israel, die laut Pressekonferenz in Auguste von der EKD finanziell
unterstützt wird. Sie wissen gewiss, dass diese Organisation es
sich zur Aufgabe gemacht hat, allein israelische
Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, nicht aber palästinensische.
Da habe ich natürlich absolut nichts dagegen einzuwenden, doch
unter dem Strich geht es allein darum, wieder mal "die
Juden" als Mörder, Verbrecher und Menschenrechtsverletzer
darzustellen, während die EKD offenbar kein Bedürfnis empfindet,
auch mal dokumentieren zu lassen, wer, warum und wie eigentlich
"Leid im Heiligen Land" verursacht , wobei ich
ausnahmsweise Israel und nicht die palästinensischen
Autonomiegebiete meine.
Da Sie ohne Bedenken einen Brief an die Chefredaktion von n-tv mit böswilligen
Verunglimpfungen (tendenziöse Berichterstattung usw) auch an
andere Adressaten verschicken, obgleich es sicherlich nicht Ihre
Aufgabe als Sprecher der EKD ist, einen angesehenen Sender gegenüber
Dritten zu verunglimpfen, erlaube ich es mir, diesen Brief genauso
zu verbreiten.
Wenn Sie Kritik an n-tv haben, dann ist es Ihr gutes Recht, diese in
einem Brief an die Chefredaktion zu schicken, wie Sie das ja auch
getan haben. Ihre Forderung einen Beitrag bei n-tv online
streichen zu lassen, obgleich Sie ihn inhaltlich bestätigten und
sonst keine sachlichen Einwände hervorbrachten, halte ich
freilich für eine nicht-akzeptable Zensur. Und dann ihre interne
Kritik an n-tv noch an Dritte zu verbreiten, ohne n-tv um eine
Stellungnahme zu bitten , halte ich für ein sehr befremdliches
Vorgehen.
Ihr Editorial war öffentlich und so ist im Rahmen der Meinungsfreiheit
auch Kritik daran legitim.
Sie haben gegenüber Jessen die Existenz der Karte ohne die
Landesbezeichnung "Israel" bestätigt. So ist auch in
diesem Punkt Kritik legitim.
Und wenn ich jetzt Herrn Huber als Repräsentant der EKD vorwerfe, in
seiner Predigt das Wort "Israel" nicht in den Mund
genommen, sondern als "Heiliges Land" umschrieben zu
haben, werden Sie das wohl auch als "Scheindebatte"
abtun.
Verehrter Herr Vetter, ich habe noch weitere Argumente gesammelt,
obgleich ich die Gewissheit hatte, dass der Rat der EKD es
"besser" machen würde als die katholische
Bischofskonferenz, die ihren Besuch im "Heiligen Land"
durch unbedachte Äußerungen überschattet hat.
Als evangelischer Christ, der jahrzehntelang seine "Heimat" in
der Erlöserkirche in Jerusalem fand, bin ich zutiefst enttäuscht.
Besonders die Tatsache, dass die Verwendung einer Landkarte ohne
"Israel" aufgrund einer Forderung der Palästinenser von
den Vertretern der EKD, also meiner Kirche, akzeptiert, worden
ist, hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Magen umgedreht, als
ich das aus zuverlässiger Quelle erfuhr und es mir aufgrund
weiterer Recherchen aus zweiter Quelle bestätigt worden ist.
Für mich ist undenkbar, dass eine der großen, wichtigen und vor allem
moralischen Institutionen Deutschlands, die EKD, letztlich der
Politik des iranischen Präsidenten Ahamdinidschad oder des
ehemaligen Hamas-Außenministers Asahar zustimmt, Israel "von
der Landkarte zu löschen". Wenn sogar die EKD das
akzeptiert, dann hat sich jenes Deutschland nach 1945, in dem ich
aufgewachsen bin, dem ich angehöre und das ich in Israel und in
den palästinensischen Gebieten seit Jahrzehnten propagiert habe,
wohl doch nicht geändert. Nachdem mein Land sechs Millionen Juden
vernichtet hat, würde eine Auslöschen des jüdischen Staates von
der Landkarte einen weiteren Holocaust an sechs Millionen Juden
bedeuten. Und Sie wissen, dass das keine leeren Worte sind,
sondern bis heute Politik der arabischen Welt, gängige Meinung in
den Palästinensergebieten und gezielte Planung in Teheran, wo an
der Atombombe gebastelt wird.
Es ist für mich ein unerträglicher Gedanke, dass die EKD genau da
mitmacht, vorerst nur symbolisch, aber dennoch. Da gestaltet sich
ein Besuch in Jad Vaschem als leere Pflichtübung und die
Solidaritätsbekundung mit dem "Existenzrecht Israels"
als Worthülse, die nicht einmal bei einer simplen Landkarte in
der Pressemappe bei einer PK der EKD umgesetzt wird, weil die EKD
glaubt, auf palästinensische Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen
zu müssen. Mit wem sollen oder wollen eigentlich nach Meinung der
EKD die Palästinenser Frieden schließen, wenn nicht einmal auf
einer Landkarte der EKD bei einer PK in Jerusalem das Wort
"Israel" erscheinen darf.
So wie Sie keine Bedenken haben, Kritik an mir oder an meinen Berichten
an Dritte zu verbreiten, werden Sie sicherlich keinerlei Einwände
haben, dass ich jetzt meine Kritik an Sie ebenfalls veröffentliche
und so weit streue, wie es das Internet ermöglicht.
MfG
Ulrich W. Sahm
(Selbstverständlich
hat Vetter diesen Brief von mir bis heute ignoriert)
Sehr
geehrter Herr Bückert,
das
haben wir auch gelesen. Schade, dass keine Quelle genannt ist, die
würde uns auch interessieren. Solche Absprachen mit wem auch
immer gab es nicht - schon deshalb nicht, weil die Karte von einer
israelischen Internetseite genommen ist und gar nicht - wie
diese Zeilen - selbst produziert wurde.
Mit
freundlichen Grüßen
Christof
Vetter
Sehr
geehrter Herr Vetter,
vielen
Dank für Ihre Reaktion. Können Sie mr den link der israelischen
Internetseite noch eben nennen?
Mit
freundlichen Grüssen
Roger
Bückert
Sehr
geehrter Herr Bückert,
http://www.science.co.il/Israel-info.asp
Mit
freundlichen Grüßen
Christof
Vetter
Sehr
geehrter Herr Vetter,
nochmals
danke. Nur um sicherzugehen: Meinen Sie die Karte: http://www.science.co.il/Israel-Neighbors-map.asp ?
Mit
freundlichen Grüßen
Roger
Bückert
From: Vetter,
Christof
Ja
Mit
freundlichen Grüßen
Christof
Vetter
Sehr
geehrter Herr Sahm,
Herr
Vetter hat gerade bei mir die Herkunft aus israelischer Quelle der
besagten Karte behauptet. Ich stelle bei kurzer Überprüfung
schon fest, dass diese in mindestens 2 Punkten von der Karte
abweicht, die bei der Pressekonferenz verteilt wurde.
Auch
macht die Karte MIT Überschrift auf der isralischen Seite Sinn, während
die Pressekonferenzkarte ganau das aussagt, wie Sie es auch
beschrieben haben.
HIer
nun mein ganzer Schriftwechsel mit Herrn Vetter.
Mit
freundlichen Grüßen
R.
Sehr
geehrte Damen und Herren,
finden
Sie nicht, dass sich die ganze Geschichte um die Karte langsam zu
einem Trauerspiel für die EKD entpuppt?
"Wie
aus Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter keinen
Umständen beim Namen genannt werden wollten, stellt sich heraus,
dass die Mappe mit der Landkarte nach langen Beratungen in
Jerusalem zusammengestellt worden war. Dabei bestanden die palästinensischen
Repräsentanten, darunter Bischof Mounib Jounan, darauf, eine
Landkarte ohne die Erwähnung 'Israel' zu verwenden. Die deutschen
Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So erweist sich,
dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen
Partner bereit war, 'Israel von der Landkarte zu löschen'. Das
erklärt jetzt auch, wieso für diese deutschsprachige Broschüre
keine deutschsprachige Landkarte als Vorlage benutzt wurde,
sondern eine englischsprachige. Dieses beweist auch, dass die
Broschüre nur in Jerusalem und nicht etwa im Hauptsitz der EKD in
Hannover entstanden ist.'" http://www.israelnetz.de/show.sxp/13358.html?sxpident=849699--SSjK9152270--m1351348---JFOQt
Nachdenklich
und betroffen
R.
Die Karte links
gibt der Pressesprecher der EKD als Quelle für die rechts
stehende, bei der in der Pressekonferenz im Rahmen der Nahostreise
des EKD-Rates verteilten Karte an.
Wo sind die Unterschiede?
Sehr
geehrter Herr B.,
ich
bedanke mich für Ihre Reaktion.
Die
Äußerungen von Herrn Sahm möchte ich nicht mehr kommentieren,
weder wurde in dem von ihm genannten Editorial dem jüdischen Volk
irgendeine Schuld zu gesprochen, noch auf der Karte die Existenz
des Staates Israel negiert. Es ist eine Scheindebatte, die zu
nichts führt.
Mit
freundlichen Grüßen
Christof
Vetter
Sehr
geehrter Herr Vetter,
ich
bedanke mich für Ihre Antwort.
Ihren
Standpunkt und erst recht die Schlussfolgerung (Scheindebatte)
kann ich aber leider nicht teilen.
Mit
freundlichen Grüßen
B.
Lieber
Ulli,
mit
großem Interesse und steigendem Zorn habe ich deinen Artikel über
den Besuch von Huber gelesen. Herzlichen Glückwunsch - ich hoffe
sehr, dass er auch in Deutschland publiziert worden ist.
Die
Angelegenheit um die Karte ist ein echter Skandal - und deine
Schlussfolgerung, dass sich damit die EKD (ungewollt? naiv?
unwissentlich?) zum Helfer von Ahmadinedschad und der Hamas macht,
bringt die Angelegenheit auf den Punkt. Danke.
Ein
einer Stelle habe ich jedoch eine Frage: Was beweisen die
Erfahrungen von Huber den deutschen Journalisten an der Übergangsstelle
"Rachels Grab"? Doch eigentlich überhaupt nichts. Ich
selber weiß aus eigener Erfahrung, dass allein unser gelbes
Nummernschild (vom roten Pass ganz zu schweigen) mir an den Übergangsstellen
von den Autonomiegebieten zurück immer eine privilegierte
Behandlung eingebracht hat. Ich wurde nicht selten an einer langen
Schlange von Autos mit blauen Nummernschildern vorbei gewunken,
die im Unterschied zu mir manchmal Stunden auf die Abfertigung warten
mussten.
Mir
ist durchaus auch bewußt, dass meine persönliche Sicherheit, während
ich in Israel lebte und bei meinen Besuchen seither, auch von
der Effizienz der Kontrollen abhing, von ihrer Fähigkeit,
Sprengstoffjacken und Rohrbomben rechtzeitig zu finden.
Ich
denke aber, dass du genauso wie ich Berichte von Schikanen und
Erniedrigungen kennst, die aus seriösen Quellen stammen. Ich
meine dabei ausdrücklich weder die hauptberuflich tourenden und
Palästina "repräsentierenden" Lieblingszeugen der
deutschen Linken, noch Avnery, Zimmermann und Co., die so bequem
sind, weil man sich mit seinen antiisraelischen Polemiken hinter
dem Rücken von israelischen Staatsbürgern verstecken kann.
Meine
Quellen sind Rabbi Noam Zion vom Shalom-Hartmann-Institut und
seine Frau, die noch lange in die 2. Intifada hinein in
Ramallah Kurse über Familienhygiene und Geburtsvorbereitung
für palästinensische Frauen gegeben hat. Ich denke auch an den
uns beiden bekannten Daniel Rossing. Alle drei sind Israelis und
einer antiisrelisch oder antizionistischen Haltung unverdächtig.
Natürlich hätten sich die Kontrollen an der Übergangsstelle
freundlich gezeigt, schon allein um nicht Öl ins Feuer zu gießen
(nach den m.E. absolut skandalösen Äußerungen zweier Mitglieder
der DBK), wären sie nicht sowie so (wie mir und dir bekannt und
von dir zu Recht betont) zu westlichen Ausländern zuvorkommend
und freundlich. Das heißt aber doch nicht, dass es dort gegenüber
Palästinensern auch zu Schikanen und Repressalien kommt.
Liebe
Grüße
A.
http://www.israelnetz.de/show.sxp/13358.html?sxpident=-7648655c-7098057--Owsi7331544-vv9435825M
Gegenüber
Israelnetz fügte der n-tv-Korrespondent hinzu: "Wie aus
Kirchenkreisen in Jerusalem bekannt wurde, die unter keinen Umständen
beim Namen genannt werden wollten, stellt sich heraus, dass die
Mappe mit der Landkarte nach langen Beratungen in Jerusalem
zusammengestellt worden war. Dabei bestanden die palästinensischen
Repräsentanten, darunter Bischof Mounib Jounan, darauf, eine
Landkarte ohne die Erwähnung 'Israel' zu verwenden. Die deutschen
Partner, darunter Propst Gräbe, stimmten dem zu. So erweist sich,
dass die EKD durchaus bewusst und auf Druck der palästinensischen
Partner bereit war, 'Israel von der Landkarte zu löschen'. Das
erklärt jetzt auch, wieso für diese deutschsprachige Broschüre
keine deutschsprachige Landkarte als Vorlage benutzt wurde,
sondern eine englischsprachige. Dieses beweist auch, dass die
Broschüre nur in Jerusalem und nicht etwa im Hauptsitz der EKD in
Hannover entstanden ist.'"
Besser
ein Albtraum, aus dem man aufwacht, als pennen.
Dabei
will ich Bischof Huber eigentlich gar keine böse Absicht
unterstellen.
Ich
glaube nicht, dass er selbst so einen Mist verzapfen würde.
Er
kommt mir vor wie ein Getriebener, der hinten und vorne von
„Freunden“ und „guten Ratgebern“ in der EKD umzingelt ist.
Aber
vielleicht ist das nur meine lutherische Seele, die hier zum
Ausdruck kommt und nicht wahrhaben will, wie die Realitäten sind.
Warten
wir einmal die nächsten Tage und Wochen ab.
Das
wird bestimmt spannend.
Vielleicht
schmeißt die EKD deine und meine Mails und die anderer Kritiker
einfach in den virtuellen Papierkorb, indem sie bei „Outlook“
eine Spam-Regel installiert hat.
Für
was gibt es schließlich emsige und „fürsorgliche“
Vorzimmerdamen, die nichts an den Chef rankommen lassen, was ihn
„verletzen“ könnte.
In
Zukunft verschicke ich meine Mails an die EKD immer an mehrere
Ansprechpartner.
Diese
Landkarte lag der offiziellen Pressemappe bei, die während der
Pressekonferenz der EKD mit Bischof Huber, Prälat Reimers, Propst
Gräbe und Pressesprecher Vetter
in Jerusalem ausgeteilt worden ist.
Es
gibt da einen Staat namens Sinai, Jordanien, Syrien und
Libanon. Es gibt da den Gazastreifen, die Westbank und die Golanhöhen
(von Israel okkupiert) nur einen Staat Israel wird man auf dieser
Karte vergeblich suchen.
Sehr geehrter Herr Vetter,
leider haben wir uns bei Ihrem einwöchigen Besuch in Israel nicht
treffen können. Und Sie haben mich trotz einer entsprechenden
Absprache mit n-tv nicht angerufen.
Mir wurde der nachfolgende Brief zugeleitet. Ich bin sehr verärgert darüber,
dass Sie Behauptungen negieren, die Ihnen sogar kompetentere Leute
als ich vorgeworfen haben, darunter Hans Maaß und Professor
Stegemann.
In Ihrem Editorial schrieben sie:
die Juden, die seine
Kreuzigung gefordert haben
so hat er die Meute
(der Juden) entfesselt
Er gab dem Volk (der
Juden) die Wahl
Pilatus hat sich dem
Urteil des aufgewiegelten Volkes (der Juden) gebeugt
vor dem
aufgestachelten Zorn des Volkes (der Juden) bewahrt hätte
Sie kennen die Briefe
der oben genannten Theologen, die Ihnen Geschichtsklitterung
vorgeworfen haben, indem Sie Pilatus in Ihrem Editorial
verniedlicht haben. Und jetzt behaupten Sie gegenüber Fremden,
dass Sie in Ihrem Editorial dem jüdischen Volk keine Schuld
zugesprochen hätten. Was bedeuten denn sonst die oben zitierten Sätze
aus Ihrem Editorial?
Was die Karte angeht.
Gegenüber Norbert Jessen von der "Welt", der mit Ihnen
gesprochen hatte, als Sie offensichtlich auf einem Feldweg nach
Jerusalem gefahren sind in ihrem "rumpelligen Bus",
haben Sie die Karte bestätigt und dass der Name
"Israel" wohl bei Fotokopieren herausgefallen sei. Ich
habe Neuigkeiten für Sie. Mir ist aus zwei zuverlässigen Quellen
bekannt geworden, dass es vor Ihrem Besuch eine Besprechung zu der
besagten Pressemappe gab, und dass da die beteiligten deutschen
(EKD) Vertreter einer ausdrücklichen Forderung der palästinensischen
Vertreter stattgegeben hatten, eine Karte "ohne den Namen
Israel" zu verwenden, wie das bei den Palästinensern auf
ihren höchstoffiziellen Karten üblich ist (habe erst gestern bei
der Tourismusministerin Khouloud Diabes in ihrem Büro ein paar
Landkarten ihres Ministeriums mitgenommen. Da können sie
vergeblich nach "Israel" suchen.)
Indem das also keine
Panne, sondern ein bewusster Beschluss war, hat da die EKD
mitgespielt, eine Karte zu verteilen, auf der der Name des Staates
Israel fehlt. Es ist ein sehr symbolischer Akt, den Staat Israel
"von der Landkarte zu löschen".
Wenn Sie das alles für
eine "Scheindebatte" halten, die zu nichts führt, dann
frage ich mich, was eigentlich Bischof Huber mit "Solidarität"
mit Israel oder gar mit "Existenzrecht Israels" meint,
wenn er sich doch gegenüber David Rosen nach dessen Angaben für
Ihr Editorial "entschuldigt" hat, oder wenn er in seiner
Predigt in Auguste Victoria nicht ein einziges Mal den Namen
"Israel" erwähnt und allein den neutraleren Begriff
"Heiliges Land" verwendet.
(Dieses wurde mir
"mit großem Befremden" von einer evangelischen
Gemeindegruppe aus Deutschland zugetragen, die an dem Gottesdienst
teilgenommen hat. Später habe ich mir dann die von Ihnen
verschickte Predigt zu Gemüte geführt und per Suchmaschine
erfolglos nach dem Wort "Israel" gesucht)
Welch Zufall, dass
Huber in seiner Predigt als Fremdwort "Betselem" erwähnt,
was zufällig auch eine israelische Menschenrechtsorganisation
ist, eine der wenigen Institutionen in Israel, die laut
Pressekonferenz in Auguste von der EKD finanziell unterstützt
wird. Sie wissen gewiss, dass diese Organisation es sich zur
Aufgabe gemacht hat, allein israelische Menschenrechtsverletzungen
zu dokumentieren, nicht aber palästinensische. Da habe ich natürlich
absolut nichts dagegen einzuwenden, doch unter dem Strich geht es
allein darum, wieder mal "die Juden" als Mörder,
Verbrecher und Menschenrechtsverletzer darzustellen, während die
EKD offenbar kein Bedürfnis empfindet, auch mal dokumentieren zu
lassen, wer, warum und wie eigentlich "Leid im Heiligen
Land" verursacht , wobei ich ausnahmsweise Israel und nicht
die palästinensischen Autonomiegebiete meine.
Da Sie ohne Bedenken
einen Brief an die Chefredaktion von n-tv mit böswilligen
Verunglimpfungen (tendenziöse Berichterstattung usw) auch an
andere Adressaten verschicken, obgleich es sicherlich nicht Ihre
Aufgabe als Sprecher der EKD ist, einen angesehenen Sender gegenüber
Dritten zu verunglimpfen, erlaube ich es mir, diesen Brief genauso
zu verbreiten.
Wenn Sie Kritik an
n-tv haben, dann ist es Ihr gutes Recht, diese in einem Brief an
die Chefredaktion zu schicken, wie Sie das ja auch getan haben.
Ihre Forderung einen Beitrag bei n-tv online streichen zu lassen,
obgleich Sie ihn inhaltlich bestätigten und sonst keine
sachlichen Einwände hervorbrachten, halte ich freilich für eine
nicht-akzeptable Zensur. Und dann ihre interne Kritik an n-tv noch
an Dritte zu verbreiten, ohne n-tv um eine Stellungnahme zu bitten
, halte ich für ein sehr befremdliches Vorgehen.
Ihr Editorial war öffentlich
und so ist im Rahmen der Meinungsfreiheit auch Kritik daran
legitim.
Sie haben gegenüber
Jessen die Existenz der Karte ohne die Landesbezeichnung
"Israel" bestätigt. So ist auch in diesem Punkt Kritik
legitim.
Und wenn ich jetzt
Herrn Huber als Repräsentant der EKD vorwerfe, in seiner Predigt
das Wort "Israel" nicht in den Mund genommen, sondern
als "Heiliges Land" umschrieben zu haben, werden Sie das
wohl auch als "Scheindebatte" abtun.
Verehrter Herr
Vetter, ich habe noch weitere Argumente gesammelt, obgleich ich
die Gewissheit hatte, dass der Rat der EKD es "besser"
machen würde als die katholische Bischofskonferenz, die ihren
Besuch im "Heiligen Land" durch unbedachte Äußerungen
überschattet hat.
Als evangelischer
Christ, der jahrzehntelang seine "Heimat" in der Erlöserkirche
in Jerusalem fand, bin ich zutiefst enttäuscht.
Besonders die
Tatsache, dass die Verwendung einer Landkarte ohne
"Israel" aufgrund einer Forderung der Palästinenser von
den Vertretern der EKD, also meiner Kirche, akzeptiert, worden
ist, hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Magen umgedreht, als
ich das aus zuverlässiger Quelle erfuhr und es mir aufgrund
weiterer Recherchen aus zweiter Quelle bestätigt worden ist.
Für mich ist
undenkbar, dass eine der großen, wichtigen und vor allem
moralischen Institutionen Deutschlands, die EKD, letztlich der
Politik des iranischen Präsidenten Ahamdinidschad oder des
ehemaligen Hamas-Außenministers Asahar zustimmt, Israel "von
der Landkarte zu löschen". Wenn sogar die EKD das
akzeptiert, dann hat sich jenes Deutschland nach 1945, in dem ich
aufgewachsen bin, dem ich angehöre und das ich in Israel und in
den palästinensischen Gebieten seit Jahrzehnten propagiert habe,
wohl doch nicht geändert. Nachdem mein Land sechs Millionen Juden
vernichtet hat, würde eine Auslöschen des jüdischen Staates von
der Landkarte einen weiteren Holocaust an sechs Millionen Juden
bedeuten. Und Sie wissen, dass das keine leeren Worte sind,
sondern bis heute Politik der arabischen Welt, gängige Meinung in
den Palästinensergebieten und gezielte Planung in Teheran, wo an
der Atombombe gebastelt wird.
Es ist für mich ein
unerträglicher Gedanke, dass die EKD genau da mitmacht, vorerst
nur symbolisch, aber dennoch. Da gestaltet sich ein Besuch in Jad
Vaschem als leere Pflichtübung und die Solidaritätsbekundung mit
dem "Existenzrecht Israels" als Worthülse, die nicht
einmal bei einer simplen Landkarte in der Pressemappe bei einer PK
der EKD umgesetzt wird, weil die EKD glaubt, auf palästinensische
Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen zu müssen. Mit wem sollen
oder wollen eigentlich nach Meinung der EKD die Palästinenser
Frieden schließen, wenn nicht einmal auf einer Landkarte der EKD
bei einer PK in Jerusalem das Wort "Israel" erscheinen
darf.
So wie Sie keine
Bedenken haben, Kritik an mir oder an meinen Berichten an Dritte
zu verbreiten, werden Sie sicherlich keinerlei Einwände haben,
dass ich jetzt meine Kritik an Sie ebenfalls veröffentliche und
so weit streue, wie es das Internet ermöglicht.
MfG
Ulrich W. Sahm
Den Wortlaut des Vertrages
zwischen der deutschen EKD und der palästinensischen ELCJHL
finden Sie unten im Anhang
Israel/Palästina/Kirchen
EKD gibt Kompetenzen an palästinensische Kirche ab=
Jerusalem (KNA) Im Zuge ihrer Israel-Palästina-Reise will die
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Beziehungen zur palästinensischen
lutherischen Kirche regeln. Damit soll die Kooperation zwischen
den deutschen evangelischen Initiativen und der Evangelisch
lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL)
neu geregelt werden. In der Vergangenheit gab es
Meinungsverschiedenheiten, etwa um den Führungsanspruch und Zuständigkeiten
für Kirchen und Gebäude.
Der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) liegt der auf November
datierte Vertragsentwurf vor, der am Sonntag unterzeichnet werden
soll. Darin betonen beide Kirchen gemeinsame Wurzeln und bekennen
sich zur "Gemeinschaft von Kanzel und Altar". Ausdrücklich
wird der Status der ELCJHL als "juristisch und administrativ
selbstständig" hervorgehoben. Bisher galt die EKD als federführend.
Der arabische Bischof, zur Zeit der Palästinenser Mounib Jounan, war
der EKD und ihrem Repräsentanten, dem Propst, zur Zeit Uwe Gräbe,
untergeordnet. Gemäß dem neuen Vertragstext gibt die EKD ihre Führungsposition
ab. Die EKD und die ELCJHL betrachten sich dem Abkommen zufolge
als "autonome und dennoch kooperierende Kirchen-Körperschaften".
Die Kirchen versprechen, sich über "Treffen, Beratungen,
theologische Programme und Erklärungen" zu informieren und
sich gegenseitig "wenn möglich" einzuladen.
In der Vergangenheit gab es Spannungen zwischen dem deutschen Propst,
dessen Titel und Leitungsrolle von anderen Kirchen nicht erkannt
wird, und dem arabischen Bischof, der sich als oberster Vertreter
der evangelischen Kirche im Heiligen Land sieht.
Der Vertrag sieht weiter vor, dass die deutsche
Evangelische-Jerusalem-Stiftung, die Kaiserin-Auguste-Stiftung und
andere Einrichtungen weiter dem deutschen Propst unterstehen.
Zugleich verpflichtet sich die EKD zur Unterstützung der ELCJHL
im "spirituellen Leben", bei Schulen und bei ihrer
"Arbeit für Versöhnung".
Die Grundstücke und Besitztümer der deutschen Stiftungen sollen
weiterhin nur vom Propst verwaltet werden, während finanzielle
Beiträge der ELCJHL als Benutzer dieser Räume noch offen sind.
Laut Vertrag ist auch die gemeinsame Nutzung der Jerusalemer Erlöserkirche
und der Propstei unentschieden. Ausführlich beschreibt der
siebenseitige Vertragsentwurf die gemeinsame theologische
Grundlage der beiden Kirchen.
EKD:
Blinde und Taube wollen eine Dolmetscherrolle
Rechtzeitig,
wenige Stunden vor Beginn der offiziellen staatlichen Zeremonie in
Yad Vaschem zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoah
am Sonntag Abend, verließen die deutschen Bischöfe Israel in
Richtung Deutschland. Update ... [mehr]
Update,
19. April 2007
Rechtzeitig,
wenige Stunden vor Beginn der offiziellen staatlichen Zeremonie in
Yad Vaschem zum Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoah
am Sonntag Abend, verließen die deutschen Bischöfe Israel in
Richtung Deutschland. Ein deutscher Bundeskanzler wäre wohl nicht
abgeflogen, während Israel schon halbmast flaggt. Eine Abreise
knapp vier Stunden vor Beginn des Staatsakts zum Gedenken an die
Vergangenheit wäre von Überlebenden des Holocaust als
diplomatischer Affront aufgefasst worden,
schreibt Ulrich Sahm aus Jerusalem. (14)
Die
offizielle Delegation der EKD hat sich rasch und rechtzeitig aus
Israel entfernt und damit den palästinensischen Arabern gezeigt,
daß sie sich mit den Holocaust-Gedenkveranstaltungen nicht gemein
macht. Vielleicht zweifelt ja auch der eine oder andere Bischof,
daß der Holocaust, wie behauptet, stattgefunden hat. Ob die
Opferzahl wirklich so hoch ist, wie angegeben?
Sie
teilen vor ihrer Reise mit, daß deren Höhepunkt der Besuch in
der Schule von Beit Jala und im Begegnungszentrum Abrahams
Herberge sei. Ihr Besuch gilt nicht Israel, sondern dem
Heiligen Land, das aufgebrachte Volk der Juden und seine
religiösen und weltlichen Vertreter werden vorher abgehakt, weil
diese im Heiligen Land noch die Macht haben. Ihren jährlichen
Riten des Gedenkens muß man sich trotzdem nicht unterwerfen, außerdem
reichen einmal Klagemauer und Yad Vashem pro Besuch ...
http://www.eussner.net/artikel_2007-04-14_17-50-48.html
19.4.
Entfremdung zwischen Israel und Palästina gewachsen
München (epd).
Die Entfremdung zwischen Israelis und Palästinensern hat nach Einschätzung
des bayerischen evangelischen Landesbischofs und früheren
Propstes von Jerusalem, Johannes Friedrich, zugenommen. In Israel
würden die Palästinenser immer negativer gesehen, sagte
Friedrich bei einer Pressekonferenz in München, bei der er über
die Begegnungsreise des Rates der der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) in Israel informierte. Die Israelis hätten
immer weniger arabische Sprach-Kenntnisse. Außerdem bezweifelten
viele Israelis grundsätzlich, ob ein Frieden in der Krisenregion
möglich sei.
Die von den Israelis errichtete Mauer hält der Bischof aus
Sicherheitsgründen für gerechtfertigt. Durch die Mauer seien die
Selbstmordattentate gegen Null gegangen. Problematisch sei jedoch
der Verlauf von Mauer oder Grenzzaun, die teilweise weit auf palästinensisches
Gebiet reichten und einzelne Dörfer weitgehend isolierten, sagte
Friedrich. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
hatte am Sonntag seine sechstägige Reise durch Israel und die palästinensischen
Autonomiegebiete beendet. (0717/17.04.07)
Entfremdung
zwischen Israel und Palästina gewachsen
Evangelischer Pressedienst - Germany
Georg
Dürr sagte NEIN, es werde kein Hebräisch gelehrt, und wurde
seines Wissens auch früher nie angeboten.
Seine
Schüler drängen ihn jedoch. "Wir suchen jetzt einen GUTEN
Hebräischlehrer"
"Es
passt jedoch nicht in unser Curriculum, deswegen müssen wir es
ohnehin nur auf freiwilliger Basis anbieten."
Bei
der Jerusalemer Schmidtschule haben die jahrelang nach einem Hebräischlehrer
gesucht, aber keinen gefunden, weil das gebotene Gehalt zu niedrig
war. Als ein neuer Direktor kam, haben sie sofort einen gefunden.
Weiterer Kommentar:
„In Israel würden die
Palästinenser immer negativer gesehen“
Wenn
Friedrich es so gesagt hat, dann kann man fast vermuten, dass die
Palästinenser im Gegensatz dazu die Israelis wohl immer
„positiver“ sehen. Oder dass allein die Israelis pessimistisch
sind, während die Palästinenser wohl von einem baldigen Frieden
mit Israel fest überzeugt sind.
Sehr
geschickt hat Friedrich so mal wieder den Eindruck erweckt, als
seien allein die Israelis gegen Frieden, indem er palästinensische
Befindlichkeiten verschweigt. Die Sache mit den Sprachkenntnissen
illustriert das einwandfrei. Wobei es durchaus stimmt, dass in
Israel das Lehren der arabischen Sprache durchaus im Argen liegt.
Friedrich wäre fair gewesen, wenn er von beiden Seiten gesprochen
hätte.
Quelle:
politicallyincorrect.de
E-Mail: pressestelle@ekd.de - Internet: http://www.ekd.de
Herausgegeben
von der Pressestelle
der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD)
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird in der Woche
nach Ostern ins Heilige Land reisen. Der Besuch gilt zum einen der
dortigen deutschsprachigen Gemeinde in Jerusalem, zum anderen auch
dem Engagement in unterschiedlichen Einrichtungen auf dem Ölberg
und im gesamten Heiligen Land. Höhepunkt der Reise wird der
Gottesdienst am Sonntag, 15. April, mit der Erinnerung an die
Grundsteinlegung für die Auguste-Victoria auf dem Ölberg vor 100
Jahren und zur Vertragsunterzeichnung zur Kirchengemeinschaft
zwischen der EKD und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Die Reise nutzt der Rat
auch zu politischen Gesprächen und zu Gesprächen mit ökumenischen
Partnern in Jerusalem. Anlässlich der Reise ins Heilige Land
laden wir zu zwei Pressekonferenzen ein, bei denen der Vorsitzende
des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, zusammen mit anderen
Mitreisenden über die Inhalte und die Erfahrungen der Reise
informieren wird.
Die erste Pressekonferenz findet statt
am
Donnerstag, 12. April
um
13.30 Uhr
in
Jerusalem
im
Seminarraum an der Himmelfahrtkirche auf dem Gelände der
Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung
An der Pressekonferenz nehmen teil:
Bischof
Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der EKD
Prälat
Stephan Reimers, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei
der
Bundesrepublik Deutschland und der
Europäischen
Union
Propst
Uwe Gräbe, Propst von Jerusalem
Die zweite Pressekonferenz findet statt
am
Montag, 16. April
um
11 Uhr
in
Berlin
EKD-Haus,
Charlottenstraße 52/53
am
Gendarmenmarkt
Ratsaal
An der Pressekonferenz nehmen teil:
Bischof
Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der EKD
Landesbischof
Johannes Friedrich, Vorsitzender der
Evangelischen
Mittelost-Kommision (EMOK)
Beide Pressekonferenzen werden von dem Pressesprecher der EKD, Christof
Vetter,
moderiert.
E-Mail: pressestelle@ekd.de - Internet: http://www.ekd.de
Des weiteren bekommen Sie mit dieser Einladung das Programm der
Ratsreise vom 10. bis
zum 15. April – verbunden mit dem Hinweis, dass alle politischen, ökumenischen
und EKDinternen
Gespräche nicht öffentlich sind und so eine Teilnahme oder
Berichterstattung
ausgeschlossen sind.
Die Reise wird vom Pressesprecher der EKD begleitet – Einzelheiten,
auch zu den einzelnen
Terminen und Gesprächen, können direkt mit ihm während der Reise
abgesprochen werden.
Er ist in Israel über sein Mobiltelefon 0049172/5192800 oder in
Vermittlung über die
Pressestelle in Hannover zu erreichen.
Stand: 2.4.2007
Dienstag,
10. April 2007
Gegen 15.00 Uhr Ankunft Tel Aviv und Transfer nach Jerusalem
17.00 Uhr Begrüßung durch den deutschen Botschafter, Herrn
Dr. Dr. Kindermann, und dem stellvertretenden Leiter
des Vertretungsbüros, Herrn Hubert Jäger.
Anschließend Gespräch mit Dr. Dr. Kindermann.
(Bibliothek der Propstei).
18.30 Uhr, (Alternative I) Abendessen des Rates mit dem KGR (Gästehaus)
18.30 Uhr, (Alternative II) Abendessen aller anderen
Delegationsmitglieder mit
dem Botschafter im Restaurant Amigo Emil
20.00 Uhr Empfang des Propstes mit Gemeindeabend der
Erlöserkirchengemeinde mit Gästen der deutschen
politischen Stiftungen (Refektorium oder Kreuzgang);
Podium zum Thema "Zivilgesellschaft und
Nahostkonflikt" mit: Bischof Dr. Huber, Hermann
Gröhe, Herr Bünz, Herr Dr. Fleck, Herr Birringer -
Moderation: Dr. Jörg Bremer
22.00 Uhr Begrüßung durch Bischof Dr. Younan, Abendandacht
in der Erlöserkirche.
Mittwoch,
11. April 2007
9.00 Uhr Besuch in Yad Vashem, Empfang durch Frau Irena
Steinfeld (Direktorin der Abt. "Gerechte unter den
Völkern"), Führung durch das Museum durch Frau K.
Dengler, Kranzniederlegung (Koordination durch Frau
Shoshi Rosin). (Zusammen mit dem deutschen
Botschafter)