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Arafats Glashaus soll Mausoleum weichen

Ramallah, 26. Oktober 2005

Arafat_Mukata_016.jpgArafat_Mukata_017.jpg Jassir Arafat, am 11. November in Paris gestorben, liegt seitdem in einem Glashaus im Hof der Mukata, dem Hauptquartier in Ramallah. Im Winter regnet es hinein und im Sommer wird es den Staatsgästen und der Ehrenwache unerträglich heiß. Der provisorische Bau soll demnächst einem Mausoleum mit angeschlossener Moschee und einem Museum weichen. Den Prachtbau, mit Jerusalem-Stein verputzt, soll die palästinensische Firma Midmac bis Mai 2006 errichteten. Für den Sarkophag des Palästinenserführers sei ein zwölf Meter hoher Saal vorgesehen. Zudem werde ein 19 Meter hohes Denkmal inmitten eines 6 Hektar großen Parks aufgestellt.

Arafat_Mukata_008.jpgDas Finanzministerium der Autonomiebehörde hat die Kosten des Projekts nicht offen gelegt, doch Experten schätzten sie auf über eine Million Dollar. Wie dieser Bau finanziert werden soll ist unklar, nachdem die Intifada der palästinensischen Wirtschaft einen Schaden von etwa 16 Milliarden Dollar verursacht habe. Die Autonomiebehörde beklagt sich zudem, von den Geberländern in diesem Jahr nur 290 Millionen Dollar anstelle der erwarteten 900 Millionen erhalten zu haben. Deswegen gebe es im Staatshaushalt ein Defizit von 700 Millionen Dollar.

Arafat_Mukata_007.jpg Die Entwicklungsbehörde der Vereinten Nationen (UNDP) hat zudem mit der Autonomiebehörde einen Vertrag abgeschlossen, die in den dreißiger Jahren von den Briten errichtete Mukata für über 10 Millionen Dollar zu renovieren. Japan werde das Entwicklungshilfeprojekt finanzieren, damit die palästinensische Regierung, Staatsgäste aus aller Welt „in einer kultivierten und modernen“ Umgebung empfangen könne.

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Kaum war Arafat tot, wurde das Treppenhaus getüncht und das Geländer frisch angemalt. Die Sandsäcke wurden entfernt und die Stufen gründlich geputzt. Die zertrümmerten Gebäudeteile neben seinem Büro wurden wieder errichtet und alle Barrikaden sowie Autowracks wurden abtransportiert. So konnte im Schatten von zwei Bäumen die vorläufige Grabstätte im überdachten Glashaus entstehen. Arafat_Mukata_014.jpg Auf seinem Grabstein steht auf Englisch und arabisch „Grab des Führers Jassir Arafat.“ Sein Wahrzeichen, das gescheckte Palästinensertuch, umhüllt den Stein. Arafat_Mukata_013.jpg Jemand hat einen ausgestopften weißen Vogel, der wohl die Friedenstaube symbolisieren soll, an das Tuch gesteckt. Auf der Grabstätte häufen sich Kränze und Postkarten und handgemalte Portraits des verstorbenen Revolutionärs. Und mitten auf dem Grab steht sogar ein großer silberner Fußballpokal.  

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